Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Große Funklöcher: SPD-Landtagsfraktion fordert National Roaming

Was in der EU funktioniert, soll jetzt auch in Baden-Württemberg gehen. Graue Flecken mit nur einer Antenne sollen für andere Betreiber geöffnet werden.
/ Achim Sawall
1 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Mobilfunknetz mit Cloudanbindung (Bild: Deutsche Telekom)
Mobilfunknetz mit Cloudanbindung Bild: Deutsche Telekom

Weil es in Baden-Württemberg aktuell noch großflächige Funklöcher gibt, fordert die SPD-Landtagsfraktion Nationales Roaming. Das geht aus einem Positionspapier der Sozialdemokraten vom 20. Juni 2023 hervor. "Wir wünschen uns die Einführung von National Roaming, dies gibt den Bürgerinnen und Bürgern in Regionen mit weißen oder grauen Flecken die Möglichkeit, dennoch einen guten Empfang beim Mobilfunk zu ermöglichen" , sagte Jonas Hoffmann, Landtagsabgeordneter aus Lörrach und Sprecher für Digitalisierung und digitales Leben.

Ein grauer Fleck ist eine Gegend, in dem die Bewohner von lediglich einem Mobilfunkanbieter versorgt werden. Weiße Flecken liegen nach Definition vor, wenn kein Mobilfunkanbieter einen geografischen Bereich ausleuchtet.

Durch das National Roaming wäre ein ähnliches Vorgehen wie bei dem geltenden EU-Roaming möglich, erklärte Hoffmann. EU-Roaming ermöglicht seit dem Jahr 2017, mit einem Mobilfunkvertrag in einem EU-Land zu gleichen Preiskonditionen im EU-Ausland zu telefonieren und das Internet zu nutzen. Dies soll nach dem SPD-Vorschlag nun auch im Inland möglich werden.

Eine Antenne, um sie alle zu vernetzen

"Hierbei ist es aber wichtig, dass die Anbieter profitieren, die in die Infrastruktur vor Ort investieren" , sagte Hoffmann. Damit solle ein wirtschaftlicher Anreiz geschaffen werden, im ländlichen Raum die Funknetze auszubauen. Diese Anreize gebe es bisher jedoch nicht.

Technisch sei es längst möglich, dass sich alle Betreiber in Deutschland eine Antenne teilen. So könnten alle Huawei-Antennen zugleich von mehreren Carriern genutzt werden. "Die Fähigkeit ist da, die Frage ist, ob es genutzt wird" , war in Gesprächen von Huawei-Vertretern mit Kunden im Februar 2023 zu hören. So könnten beim Netzausbau Kosten gespart, Funklöcher geschlossen und die Mobilfunkversorgung sofort dramatisch gesteigert werden.

Die Deutsche Telekom betreibt im Landkreis Lörrach derzeit 90 Standorte. Die Haushaltsabdeckung liegt bei rund 97 Prozent. Bis 2024 sollen weitere 33 Standorte hinzukommen. Zusätzlich sind an 25 Standorten Erweiterungen mit LTE geplant, erklärte der Netzbetreiber im März 2023(öffnet im neuen Fenster) .

Vodafone-Sprecher Thomas Martha sagte Golem.de auf Anfrage: "National Roaming stopft keine Funklöcher - das gelingt nur durch den Bau von Mobilfunkstationen. Zudem nutzen die Mobilfunknetzbetreiber bereits heute Mobilfunkstandorte gemeinsam, wo immer das möglich und sinnvoll ist."


Relevante Themen