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Großbritannien: Unis sollen Iran bei Drohnenforschung geholfen haben

Britische Universitäten sollen Iran bei der Entwicklung von Teilen der Kamikaze-Drohnen unterstützt haben, die nun gegen die Ukraine eingesetzt werden.
/ Andreas Donath
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Rendering einer Shahed 136 (Bild: Idmental/Wikipedia)
Rendering einer Shahed 136 Bild: Idmental/Wikipedia / CC-BY 4.0

Zu den britischen Universitäten, die in diese Angelegenheit verwickelt sind, gehören u. a. Cambridge, Manchester und Cranfield. Diese Einrichtungen sind bekannt für ihre Forschungs- und Entwicklungskapazitäten, insbesondere im Bereich der Drohnentechnologie.

Eine der Forschungsarbeiten zwischen britischen Universitäten und Iran, die der Jewish Chronicle aufgedeckt hat, wurde gemeinsam von Ahmad Najjaran Kheirabadi, einem Forscher am Imperial College, und Wissenschaftlern der Shahrood University of Technology und der Ferdowsi University of Mashhad durchgeführt.

Untersucht wurde die Nachrüstung der leichten Zweitaktmotoren, die für den Antrieb von Drohnen verwendet werden, einschließlich des HESA Shahed 136(öffnet im neuen Fenster) , der von Russland für Angriffe auf ukrainische Ziele eingesetzt wird.

Die Studie untersuchte die Vorteile des Einbaus eines Kraftstoffeinspritzsystems in solche Triebwerke und stellte fest, dass das aufgerüstete Antriebssystem "Vorteile wie hohe Leistung, niedriger Kraftstoffverbrauch ... hohe Flugdauer, Toleranz gegenüber extremen Umweltbedingungen" hat, wie der Jewish Chronicle berichtet.

Die im März 2019 veröffentlichte Studie wurde dem Bericht nach vom iranischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Technologie unterstützt, dessen ehemaliger Minister Kamran Daneshjoo und dessen derzeitiger stellvertretender Minister Mohammad Nouri beide auf der britischen Sanktionsliste stehen.

In Großbritannien ist der Transfer von Militärtechnologie und Technologie mit doppeltem Verwendungszweck an Iran oder an Personen, die mit Iran in Verbindung stehen, verboten. Das gilt auch für technische Hilfe bei der Entwicklung, Herstellung, Montage und Erprobung derartiger Technologien. Die Straftat kann mit bis zu sieben Jahren Haft bestraft werden kann, heißt es in dem Bericht.

Universitäten reagieren auf die Drohnen-Debatte

Als Reaktion auf die Vorwürfe haben die Universitäten ihr Engagement für strenge Sicherheitsmaßnahmen betont und versichert, dass ihre Kooperationen gründlich überprüft werden und alle rechtlichen Verpflichtungen eingehalten werden.

Ein Vertreter der Universität Cranfield betonte, dass sie bei internationalen Kooperationen einen strengen Ansatz verfolgten: "Wir überprüfen unsere Sicherheitsrichtlinien und -verfahren kontinuierlich, um sicherzustellen, dass die Forschungsaktivitäten in vollem Umfang mit den Richtlinien und rechtlichen Verpflichtungen übereinstimmen."

Auch die Universität Northumbria hat erklärt, dass sie die ihr zur Verfügung gestellten Informationen prüft. Die britische Regierung hat sich zu der Situation geäußert und erklärt, dass sie keine Zusammenarbeit dulden wird, die die nationale Sicherheit gefährdet. Sie betonte die Robustheit ihrer Systeme und die Ausweitung des Academic Technology Approval Scheme(öffnet im neuen Fenster) zum Schutz der britischen Forschung vor globalen Bedrohungen.

USA enthüllen vertiefte russisch-iranische Zusammenarbeit

Das Weiße Haus hat derweil neue Details über die Zusammenarbeit zwischen Russland und Iran bei der Herstellung von Militärdrohnen veröffentlicht, wie die Financial Times berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Dazu gehören Informationen über die Lieferroute von Iran nach Russland sowie über den möglichen Standort einer russischen Fabrik für die Drohnenproduktion.

Nach Angaben von John Kirby, Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, werden die Drohnen in Iran hergestellt und dann über das Kaspische Meer von Amirabad (Iran) nach Machatschkala (Russland) verschifft. Das berichtet CNN. (öffnet im neuen Fenster) In Russland angekommen, werden diese Drohnen von den russischen Streitkräften gegen die Ukraine eingesetzt.

Die USA haben Satellitenbilder der russischen Sonderwirtschaftszone Alabuga veröffentlicht, die als wahrscheinlicher Standort für die Produktion iranischer Drohnen gilt.

"Wir setzen alle uns zur Verfügung stehenden Mittel ein, um diese Aktivitäten aufzudecken und zu unterbinden, einschließlich der Weitergabe dieser Informationen an die Öffentlichkeit, und wir sind bereit, weitere Maßnahmen zu ergreifen" , erklärte Kirby ohne Details zu nennen.


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