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Großbritannien: Regierung will Verkauf von Nexperia-Fab erzwingen

Nexperia übernahm 2021 eine Halbleiter-Fab in Newport. Nun soll es diese mehrheitlich verkaufen – wegen chinesischer Beteiligung.
/ Johannes Hiltscher
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Erst 2021 hat Nexperia die Newport Wafer Fab übernommen. (Bild: Wikimedia Commons)
Erst 2021 hat Nexperia die Newport Wafer Fab übernommen. Bild: Wikimedia Commons / CC-BY-SA 2.0

Die Geschichte klingt fast zu absurd, um wahr zu sein: 2021 übernahm das niederländische Unternehmen Nexperia 86 Prozent der Newport Wafer Fab und wurde damit vom Minderheitseigentümer mit 14 Prozent Anteil zum alleinigen Eigentümer. Nun soll es die übernommenen 86 Prozent wieder verkaufen(öffnet im neuen Fenster) . Das will die britische Regierung durchsetzen, nachdem sie bereits im Mai 2022 angekündigt hatte, den Verkauf zu überprüfen .

Nexperia, einst Teil des Halbleiterherstellers NXP, gehört einem chinesischen Konsortium namens Wingtech(öffnet im neuen Fenster) . Darin sieht die britische Regierung ein potentielles Risiko für die nationale Sicherheit. Tatsächlich befindet sich Wingtech teilweise in Staatsbesitz und hat das Ziel, China unabhängiger von Chip-Importen zu machen. Die Newport Wafer Fab ist zwar die größte im Vereinigten Königreich, fertigt aber mit alter 180-nm-Technologie, die Produktionskapazität ist mit monatlich 32.000 8-Zoll-Wafern verhältnismäßig gering.

Ausschlaggebend für die Entscheidung der britischen Regierung könnte gewesen sein, dass Nexperia Feldeffekttransistoren mit Galliumnitrid-Substraten fertigt. Bei den Substraten greifen bereits Exportkontrollen im Rahmen des Wassenaar-Abkommens . Begründet werden die Kontrollen damit, dass die im Vergleich zu Siliziumhalbleitern leistungsfähigeren Transistoren auch militärisch interessant sind.

Newport Wafer Fab hatte bereits viele Besitzer

Bevor Nexperia die Newport Wafer Fab 2021 komplett übernahm, ging das Werk bereits durch viele Hände. Gebaut wurde es 1980(öffnet im neuen Fenster) noch vom britischen Halbleiterhersteller Inmos(öffnet im neuen Fenster) , der Millionen Pfund an Subventionen vom Staat erhielt, sich mit seinem Transputer(öffnet im neuen Fenster) allerdings nie durchsetzen konnte. Unter Margaret Thatcher wurde Inmos schließlich fallengelassen.

Der nun erzwungene Verkauf des Großteils der Nexperia-Anteile bedeutet für das Werk und seine 500 Angestellten eine ungewisse Zukunft. Nexperia kündigte bereits an, gegen die Entscheidung der britischen Regierung gerichtlich vorgehen zu wollen und rechnet mit Arbeitsplatzverlusten.


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