Großbritannien: BT will feindliche Übernahme von Deutsche Telekom abwehren
BT hat Berater von den Investmentbanken Robey Warshaw und Goldman Sachs engagiert, um eine Übernahme durch den Großaktionär Deutsche Telekom abzuwehren. Das berichtet der britische Telegraph(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Unternehmensquellen. Größter Aktionär von BT ist seit Mai 2023 jedoch der französisch-israelische Milliardär Patrick Drahi mit Altice, der seinen Anteil an BT auf fast 25 Prozent erhöhte.
Jede ausländische Übernahme von BT würde wahrscheinlich von der britischen Regierung überprüft werden. Im vergangenen Jahr wurden die Auswirkungen der Altice-Beteiligung untersucht, doch die Regierung kam zu dem Ergebnis, dass kein Eingreifen erforderlich sei.
BT hat Probleme bei der Finanzierung von 15 Milliarden Pfund für sein neues Glasfasernetz. Die Verschuldung des Konzerns ohne Leasingverträge liegt bei 14 Milliarden Pfund, wobei im nächsten Jahr hohe Summen für die Refinanzierung fällig werden. Der Vorstandsvorsitzende Philip Jansen bereitet Anfang nächsten Jahres(öffnet im neuen Fenster) seinen Rücktritt vor. Marc Allera, Leiter der Consumer-Sparte von BT, wird von Insidern und Investoren als Nachfolger gesehen.
Die Telekom kam auf Umwegen zu ihrem Anteil an BT : Orange hatte den Netzbetreiber EE an BT verkauft. Die Telekom tauschte ihren Anteil an EE in zwölf Prozent der Aktien an BT um.
Telekom verlor durch BT viel Geld
Telekom-Chef Tim Höttges hatte die Beteiligung an der BT Group im Februar 2023 als seinen "bisher größten Fehler" bezeichnet . "Ich will mein Geld zurück" , sagte er. Er bedauere den Vertrag aus dem Jahr 2015, als man eine Beteiligung von 5,6 Milliarden Pfund an British Telecommunications gewählt hatte. Der Netzbetreiber verlor seither fast 4 Milliarden Pfund an Wert. Höttges betonte, er werde "dieses Geld zurückbekommen" . Optionen seien eine weitere Erhöhung des Anteils in der Hoffnung auf eine Wertsteigerung oder eine Partnerschaft mit einem anderen Großaktionär.
Auf dem Mobile World Congress in Barcelona sagte Höttges am 27. Februar 2023, Europas Netzbetreiber sollten Skalierung über "Kleinstaatlichkeit" stellen.
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