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Großbritannien: Britische Regierung ermahnt Huawei wegen Softwareproblemen

Huawei löst seine Softwareprobleme in Großbritannien zu langsam. Doch der HCSEC-Jahresbericht rät nicht von einer Zusammenarbeit der Mobilfunkbetreiber mit Huawei ab.
/ Achim Sawall
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5G-Videocall mit drei britischen Netzbetreibern (Bild: Achim Sawall/Golem.de)
5G-Videocall mit drei britischen Netzbetreibern Bild: Achim Sawall/Golem.de

Die britische Regierung hat Huawei Technologies anhaltende Probleme mit der Software vorgeworfen, was zu erhöhten Risiken für britische Netzbetreiber führe. Das Aufsichtsgremium des Huawei Cybersecurity Evaluation Centre (HCSEC) wirft Huawei in seinem Jahresbericht (PDF)(öffnet im neuen Fenster) vor, keinen nennenswerten Fortschritt bei der Schließung von Sicherheitslücken zu machen. Unter anderem wurden veraltete, nicht mehr gepflegte Versionen der Verschlüsselungs-Bibliothek OpenSSL gefunden.

"Das Aufsichtsgremium hat bisher nichts gesehen, was Anlass zu Vertrauen in die Fähigkeit von Huawei gebe, durch sein Transformationsprogramm Veränderungen herbeizuführen. Es wird ein dauerhafter Nachweis über bessere Softwareentwicklung und Cyber-Sicherheitsqualität erforderlich sein" , hieß es in dem Bericht.

"Das größte Problem ist, dass die britische Regierung nicht verifizieren kann, dass der von Huawei zur Verfügung gestellte Code auch tatsächlich auf den Geräten läuft," sagte der Kryptografie-Professor Matthew Green auf Twitter. Die sei jedoch ein industrieweites Problem.

"Wir verstehen die vorgetragenen Bedenken und nehmen sie sehr ernst" , erklärte Huawei. Doch der Bericht zeigt weitgehend den Stand vom Dezember 2018. Ende November wurde von Huawei ein Transformationsprogramm beschlossen, das die Softwareentwicklung mit einem anfänglichen Budget von 2 Milliarden US-Dollar verbessern soll. Dieses Programm ist nach Angaben von Huawei auf 3 bis 5 Jahre angelegt.

Die britischen Mobilfunkbetreiber kennen dies laut Informationen von Golem.de, und ordnen es offenbar auch ein: Ein gemeinsamer 5G-Demo-Call im Februar 2019 von Vodafone, BT und 3 UK auf einem Huawei Event in London deutete nicht daraufhin, dass die Zusammenarbeit infrage gestellt wird.

Der Bericht weist darauf hin, dass die vorgetragenen Bedenken nichts mit den Vorwürfen aus den USA über einen Einfluss der chinesischen Regierung zu tun habe.

Erneut wird darin betont, dass das HCSEC ein wirksames Instrument sei: "Die Aufsicht und Kontrolle bezüglich Huaweis Präsenz in Großbritannien ist wohl die härteste und rigoroseste der Welt. Dieser Bericht kommt daher nicht zu dem Ergebnis, dass die britischen Netze anfälliger sind als im vorigen Jahr."

Nachtrag vom 28. März 2019, 17:15 Uhr

Zitat von Matthew Green eingefügt.


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