Großbritannien: Ab 30.000 Followern ist man berühmt

Ein paar Tausend Follower auf Instagram kriegt man mit etwas Aufwand schon zusammen, aber ab wie vielen Fans gilt man als berühmt? Eine britische Regulierungsstelle hat nun eine konkrete Zahl genannt - unter anderem wegen eines Rechtsstreits um ein Schlafmittel.

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Zuschauer auf der Twitchcon 2018 in San Diego
Zuschauer auf der Twitchcon 2018 in San Diego (Bild: Robert Reiners/Getty Images)

Mit rund 174 Millionen Followern hat der Fußballstar Cristiano Ronaldo die meisten Follower auf Instagram. Aber auch mit weniger Fans können Mitglieder des sozialen Netzwerks sich unter Umständen ganz offiziell als Prominente fühlen: 30.000 Follower reichen aus, damit man als berühmt gilt - jedenfalls in Großbritannien. Konkret hat das die für Werbung zuständige Regulierungsstelle Advertising Standards Authority (ASA) entschieden, und zwar wegen einer Aktion der Pharmafirma Sanofi.

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Die hatte laut einem Bericht von Ars Technica einen Lifestyleblogger mit rund 32.000 Followern dazu gebracht, gesponserte Beiträge über Medikamente auf seinem Nutzerkonto zu veröffentlichen; unter anderem ging es dabei um ein Schlafmittel. Laut britischer (und auch deutscher) Rechtsprechung ist solche Art von Werbung für Medikamente aber untersagt. Nur: Damit es sich in Großbritannien tatsächlich um Werbung handelt, müsste der Blogger wirklich berühmt sein - und das war er nach Ansicht von Sanofi nicht in ausreichendem Maße.

Die ASA hat nun entschieden, dass Streamer oder Blogger im Netz ab rund 30.000 Followern als Berühmtheit gelten - die Medikamentenwerbung war also unzulässig. Der Fall ist aus einer Reihe von Gründen nicht direkt auf andere Länder übertragbar. Er ist aber durchaus ein Indiz dafür, ab welcher Größenordnung ein Influencer im Netz noch mehr als sowieso schon aufpassen muss, sich auf verschärfte Vorgaben hinsichtlich Sponsorings einzustellen.

In Deutschland gilt übrigens noch eine andere, wesentlich niedrigere Schwelle: Wer mit seinen Streams mindestens 500 Zuschauer gleichzeitig erreicht, benötigt unter Umständen - etwa, wenn das Programm auch noch "entlang eines Sendeplans" ausgestrahlt wird - eine Rundfunklizenz, was je nach wirtschaftlichem Erfolg des Angebots einmalig zwischen 100 und 10.000 Euro kostet.

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