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Ausreisekontrolle via Smartphone

Ein von der NYT nicht aufgegriffener Aspekt der neuen Regelung betrifft die Überwachung von Ausreisen. CBP plant ein sogenanntes Voluntary Self-Reported Exit (VSRE) Pilot-Programm in seiner mobilen CBP-Home-Anwendung. Reisende sollen damit ihre Ausreise freiwillig melden können – indem sie biometrische Daten übermitteln. Das System nutzt dabei Gesichtserkennung, Geolokalisierung und "Liveness Detection" , ein Verfahren zur Überprüfung, ob es sich um ein echtes Foto und nicht um ein vorher aufgenommenes Bild handelt.

CBP verwendet die Geolokalisierung, um zu bestätigen, dass sich Reisende tatsächlich außerhalb der USA befinden. Die übermittelten Daten werden mit bereits gespeicherten Gesichtsfotos abgeglichen, so soll ein biometrisch bestätigter Ausreisedatensatz entstehen – offiziell zur Schließung einer Informationslücke zwischen Einreisen und Ausreisen.

Eine weitaus drastischere Veränderung ist die geplante Abschaltung der Esta-Website. CBP wird die Online-Plattform für neue Esta-Anträge komplett deaktivieren. Künftig sollen Reisende Anträge ausschließlich über die mobile Esta-App einreichen können. Die Website bleibt nur noch als Informationsressource und zur Statusabfrage online. Diese Umstellung begründet CBP mit Sicherheitsbedenken und technischen Schwachstellen der Website-Lösung.

Die Schwachstelle der Website: schlechte Fotos als Sicherheitsloch

CBP nennt konkrete Gründe für die geplante Website-Abschaltung. Das National Targeting Center (NTC) der Behörde identifizierte über 2.400 schlechte Passfotos und über 8.000 ungültige Passfotografien, die hochgeladen wurden und zu fehlgeschlagenen Gesichtserkennungsabgleichen führten. CBP vermutet, dass Reisende diese Sicherheitslücke bewusst ausnutzen, um mit absichtlich unscharfen oder minderwertigen Bildern die automatische Überprüfung zu umgehen. Die CBP ermittelte nach eigenen Angaben Hunderte betrügerische Estas, die mit gefälschten Passdaten beantragt wurden.

Bereits in vorherigen Änderungen hatte CBP die Selfie-Anforderung für die mobile Esta-App eingeführt. Nun soll diese auch für Website-Anträge verpflichtend werden – bislang war dies optional. Auch Drittanträge von Reisebüros oder Familienmitgliedern müssen künftig ein Selbstporträt des Antragstellers beinhalten. Die mobile App wird neue Authentifizierungsmethoden nutzen: Liveness Detection, Gesichtserkennung und NFC-basiertes Passport-Scanning zur Validierung des elektronischen Chips.

Kurzes Zeitfenster für Widerspruch

Die Behörde nimmt nun 60 Tage lang öffentliche Stellungnahmen entgegen. Im Falle einer Genehmigung könnte die Umsetzung innerhalb weniger Wochen oder Monate erfolgen.


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