Greenwashing: Verbraucherschützer mahnen Refurbished-Marktplätze ab

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat drei Betreiber von Onlinemarktplätzen abgemahnt, die wiederaufbereitete Smartphones, Laptops und andere Elektronikgeräte anbieten.

Artikel von Stefan Krempl veröffentlicht am
Ein Mitarbeiter eines Subunternehmens von Back Market bereitet ein Smartphone wieder auf.
Ein Mitarbeiter eines Subunternehmens von Back Market bereitet ein Smartphone wieder auf. (Bild: Loic Venance / AFP via Getty Images)

In Deutschland und Frankreich gehen Verbraucherschützer gegen grünen Etikettenschwindel (Greenwashing), irreführende Preisangaben und rechtswidrige Werbecookies beim Onlinehandel mit erneuerten Smartphones, Notebooks und anderen handlichen Elektronikgeräten vor. So hat der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) drei Betreiber entsprechender Onlinemarktplätze abgemahnt und einen davon mittlerweile zudem verklagt.

Inhalt:
  1. Greenwashing: Verbraucherschützer mahnen Refurbished-Marktplätze ab
  2. Probleme auch beim Datenschutz

Parallel reichte die französische Verbraucherschutzorganisation UFC-Que Choisir aus ähnlichen Gründen Klage gegen den in Paris ansässigen Refurbished-Shop Back Market ein. Der Hauptvorwurf in allen Fällen lautet, die Anbieter der wiederaufbereiteten Geräte machten irreführende Werbung mit fiktiven Preisvorteilen und fragwürdigen Umweltaussagen. So vermarkteten die Shop-Betreiber die feilgebotenen Produkte etwa mit Behauptungen wie "Die CO2-Emissionen werden um 70 Prozent reduziert", "100 Prozent klimaneutral", "nachhaltig" oder "194 Gramm weniger Elektroschrott".

"Der Kauf von Gebrauchtgeräten ist eigentlich eine gute Sache", erklärte Susanne Einsiedler, Rechtsreferentin beim VZBV, zu dem Vorgehen. "Oft werben die Anbieter aber damit, dass bereits durch den Kauf eines erneuerten Handys oder Laptops CO2 eingespart und Elektromüll vermieden wird. Das stimmt so nicht." Ärgerlich sei es auch, "wenn mit unrealistisch hohen Preisvorteilen geworben wird".

Tatsächlich entstehen auch bei der Aufarbeitung gebrauchter Geräte CO2-Emissionen und Elektroschrott, wie der VZBV erläutert. Dies sei etwa durch den Austausch von Akkus und anderen Teilen bedingt.

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Welche Maßnahmen die Unternehmen ergreifen, um schädliche Umwelteinwirkungen bei der Erneuerung der Geräte, deren Vertrieb und Versand möglichst gering zu halten, suchte der Verband auf deren Webseiten allerdings nach eigenen Angaben "weitgehend vergebens". Die Kunden würden so getäuscht.

Die abgemahnten Online-Stores warben laut VZBV auch mit hohen Rabatten beim Kauf eines wiederaufbereiteten Geräts. Unmittelbar neben dem geforderten Preis habe ein wesentlich höherer durchgestrichener gestanden, erklärte der Verband. Dabei sei im Dunkeln geblieben, ob sich dies auf den zuvor vom Händler verlangten Preis, den für ein gebrauchtes oder ein neues Gerät fälligen oder auf eine ganz andere Vergleichsgröße bezogen habe.

Generalüberholte Produkte bei Amazon renewed

Ein Beispiel der Verbraucherschützer: In einem Shop sei ein erneuertes Smartphone für 275 Euro mit einer angeblichen Preisersparnis von 69 Prozent im Vergleich zur durchgestrichenen Offerte von 909 Euro angepriesen worden. So teuer sei das Mobiltelefon beim Verkaufsstart im Jahr 2019 auf der Webseite des Herstellers gelistet worden. Aktuell sei das Handy als Neuware von anderen Händlern im Internet aber auch schon ab 424,50 Euro und gebraucht ab 242 Euro angeboten worden.

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Probleme auch beim Datenschutz 
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Potrimpo 22. Jul 2022 / Themenstart

Danke

LordSiesta 20. Jul 2022 / Themenstart

Exklusive Produkte und der Website steht ganz oben »Free Shipping!«. Genau mein Humor *g

cyborg 20. Jul 2022 / Themenstart

Mir geht da eher sowas auf den Geist: Autowerbung: Man fährt mit dem Wagen völlig...

Oktavian 19. Jul 2022 / Themenstart

Individuelle Lösung: Zurückschicken. Generelle Lösung: Verfall genau dokumentieren und...

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