Greenwald: NSA-Enthüller heuert bei eBay-Gründer an

Durch seine Enthüllungen der NSA-Spionagemethoden ist der Journalist Glenn Greenwald weltweit bekanntgeworden. Nun beendet er seine Zusammenarbeit mit dem britischen Guardian für den "Job seines Lebens". Ebay-Gründer Omidyar will dafür 250 Millionen Dollar in die Hand nehmen.

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Glenn Greenwald
Glenn Greenwald (Bild: Evaristo SA/AFP/Getty Images)

Der amerikanische Blogger und Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald wird in Zukunft nicht mehr mit der britischen Tageszeitung The Guardian zusammenarbeiten. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, aber man habe ihm das Jobangebot seines Lebens unterbreitet, schreibt Greenwald in seinem Blog zur Begründung. Greenwald wollte daher keine Details zu seinem neuen Job nennen. Ebay-Gründer Pierre Omidyar bestätigte später, zusammen mit Greenwald und weiteren Journalisten ein investigatives Online-Portal aufbauen zu wollen. Der Guardian zeigte sich in einem Statement enttäuscht über Greenwalds Ausscheiden.

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Greenwald hat zusammen mit der Filmmacherin Laura Poitras und weiteren Journalisten seit Anfang Juni das Material ausgewertet, das ihnen der frühere CIA-Mitarbeiter Edward Snowden über die Internetüberwachung durch die Geheimdienste übergeben hatte. Der Washington Post zufolge soll auch Poitras angefragt worden sein, um bei dem neuen Projekt mitzumachen. Demnach soll eine Art amerikanischer Ausgabe des Guardian aufgebaut werden, eine meinungsstarke, liberale Zeitung, die sich durch investigativen Journalismus auszeichnet. Omidyar, dessen Vermögen laut Forbes auf 8,5 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, hat bereits verschiedene journalistische Projekte initiiert, darunter Honolulu Civil Beat, eine investigative News-Site über Hawaii. Mit dem neuen Projekt dürfte Omidyar Amazon-Chef Jeff Bezos Konkurrenz machen, der Anfang August die Washington Post übernommen hat. Die Zeitung steht ebenfalls für investigativen Journalismus und hat auch zahlreiche NSA-Dokumente publiziert.

Greenwald bleibt in Rio

Der 1967 in New York geborene Greenwald arbeitete vor seiner publizistischen Karriere als Anwalt. Über rechtspolitische Fragen bloggte er von 2005 an, ab 2007 schrieb er auch für Salon.com. Seit August 2012 schrieb er für den Guardian. Greenwald lebt seit Jahren in Rio de Janeiro, weil es seinem homosexuellen brasilianischen Lebenspartner David Miranda bis vor kurzem nicht möglich war, eine Aufenthaltserlaubnis in den USA zu erhalten. Miranda wurde bei einem Zwischenstopp Mitte August in London stundenlang auf dem Flughafen festgehalten. Dem Portal Buzzfeed.com sagte Greenwald, er werde weiterhin in Rio bleiben, aber die Zentralen des neuen Mediums seien New York, Francisco und die US-Hauptstadt Washington D.C.

Das Nachrichtenangebot umfasse auch Sport und Vermischtes, doch sein Schwerpunkt liege auf dem politischen Journalismus. Der Guardian bedauerte in einem Statement Greenwalds Entscheidung und verwies auf die "wichtige Rolle, die verantwortlicher investigativer Journalismus spielen kann, um die Machthabenden zur Rechenschaft zu ziehen". Trotz der Enttäuschung könne man nachvollziehen, dass die neue Rolle für Greenwald sehr attraktiv sei.

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In einem Interview mit Pressthink.org erläutert Omidyar die Hintergründe seiner Pläne. Danach erwog er im vergangenen Frühjahr selbst die Übernahme der Washington Post, entschied sich dann aber für den Aufbau eines eigenen Mediums. Als es Anfang dieses Monats gelungen sei, Greenwald, Poitras sowie den Journalisten Jeremy Scahill (The Nation) zu treffen, habe sich herausgestellt, dass diese ebenfalls ein eigenes Angebot geplant hätten. Daher hätten sie sich zusammengetan, um gemeinsam das neue Angebot auf die Beine zu stellen: eine Mischung zwischen Bloggen und traditionellem Journalismus, allerdings nur online.

250 Millionen US-Dollar will Omidyar dafür zunächst bereitstellen. So viel, wie die Übernahme der Washington Post ebenfalls gekostet hätte. Auch auf seinen eigenen Seiten veröffentlichte Omidyar ein Statement zu seinen Plänen. Alles sei noch in einem sehr frühen Stadium der Planung. Zurzeit wisse er noch nicht, wie und wann das Portal starten werde. Es gehe nicht nur um investigativen Journalismus, sondern um Nachrichten aller Art.

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