Greenpeace: Umweltverbände fordern Werbeverbot für Öl- und Gaskonzerne

Mehr als 20 Umweltorganisationen wollen mit einer Europäischen Bürgerinitiative ein Werbeverbot für fossile Brennstoffe und des Sponsorings in diesem Bereich durchsetzen. Dafür sollen in den nächsten zwölf Monaten mindestens eine Million Unterschriften von EU-Bürgern zusammengetragen werden, wie die Organisatoren am 4. Oktober zum offiziellen Start der Sammelaktion vor der UN-Klimakonferenz in Glasgow mitteilten. Sie wollen durchsetzen, dass die EU nach dem Vorbild der Richtlinie zum Verbot von Tabakwerbung und Sponsoring auch gegen Unternehmen vorgeht, die im Geschäft mit fossilen Brennstoffen tätig sind.
"Die fossile Industrie versucht seit Jahren, sich mit Hilfe von Marketingmaßnahmen so grün wie möglich darzustellen, obwohl sie es gar nicht ist" , heißt es in einer von Greenpeace in Amsterdam veröffentlichten Erklärung. Es sei höchste Zeit, gegen solches "Greenwashing" vorzugehen. Nach Angaben der Umweltorganisation versuchten zum Start der Sammelaktion mehr als 80 Aktivisten aus zwölf europäischen Ländern, die Zufahrt zur Ölraffinerie von Shell im Hafen von Rotterdam zu blockieren.
EU-Kommission soll sich mit dem Verbot befassen
Die Stadt Amsterdam habe bereits beschlossen, in den U-Bahn-Stationen keine Werbung mehr für Produkte zu zeigen, die fossile Brennstoffe benötigen, erklärt Greenpeace(öffnet im neuen Fenster) . Nun soll EU-weit Entsprechendes beschlossen werden. Dafür sammelt das Bündnis unter Banfossilfuelads.org(öffnet im neuen Fenster) Unterschriften.
Mit der am 16. Juni in Brüssel registrierten Europäischen Bürgerinitiative (EBI)(öffnet im neuen Fenster) wird die EU-Kommission aufgefordert, den Mitgliedstaaten ein Gesetz vorzuschlagen, mit dem "jegliche direkte und indirekte Verkaufsförderung und Werbung sowie jegliche kostenlose und verkaufsfördernde Verbreitung und Sponsoringverhältnisse verboten werden sollen" .
Das soll für "alle Unternehmen und Tochterunternehmen oder Lobbyorganisationen, die im Zusammenhang mit Gewinnung, Raffination, Lieferung, Vertrieb oder Verkauf fossiler Brennstoffe tätig sind" gelten. Nach den EU-Regeln muss sich die Kommission damit beschäftigen, wenn binnen eines Jahres eine Million Unterschriften zusammenkommen. Bindend sind Europäische Bürgerinitiativen nicht.



