GreenNCAP: Plugin-Hybride haben keine Chance bei der Umweltbewertung

Die Testkriterien des Neuwagen-Bewertungsprogramms Green NCAP sieben Plugin-Hybride gnadenlos aus. Doch es gibt Kritik an der Vorgehensweise.

Artikel veröffentlicht am ,
Mein Gott, es ist voller Sterne!
Mein Gott, es ist voller Sterne! (Bild: GreenNCAP)

Nach dem Green NCAP (New Car Assessment Programme) getestete Fahrzeuge müssen besonders strenge Grenzwerte bei Schadstoffemissionen, Kraftstoff- bzw. Energieverbrauch und klimaschädlichen Treibhausgasen erfüllen. Das wird für Plugin-Hybride zum Problem, wie der ADAC berichtet.

Das Green-NCAP-Konsortium, dem der ADAC angehört, hat 49 der meistverkauften Autos in Europa getestet. Die Höchstbewertung erhalten ausschließlich Elektrofahrzeuge.

Im Ranking stehen bisher der Hyundai Kona Electric (22,2 kWh pro 100 km) und der Renault Zoe (22,3 kWh auf 100 km) ganz oben. Die Fahrzeuge wurden bei minus sieben Grad Celsius getestet. Das sorgt dafür, dass die Reichweite sinkt und gleichzeitig der Energiebedarf durch das Heizen steigt. So wurde der VW ID.3 auch abgewertet. Sein Strombedarf ist bei niedrigen Temperaturen deutlich höher aus als bei den Konkurrenten.

Umrechnen in Kilowattstunden (kWh) erleichtert den Vergleich

Um einen Vergleich mit anderen Antriebsarten (Elektro, Hybrid) zu ermöglichen, wird ein gemeinsames Maß für die Energie benötigt. Unter Verwendung der bekannten Brennwerte von Benzin und Diesel wird der Kraftstoffverbrauch in kWh umgerechnet, die gleiche Einheit, die zur Messung der elektrischen Energie verwendet wird. Bei Hybridfahrzeugen ergibt sich der Gesamtenergieverbrauch aus der Addition des verwendeten Kraftstoffs mit der eingesetzten elektrischen Energie. Der Effizienzwert wird als die Energie (in kWh) berechnet, die zum Fahren einer bestimmten Strecke (100 km) benötigt wird. Der Green-NCAP-Energieeffizienz-Index gibt nicht nur die Effizienz des Motors oder des Antriebsaggregats an, sondern berücksichtigt alle Maßnahmen, die der Hersteller ergriffen hat, um den Energiebedarf für den Antrieb des Fahrzeugs zu minimieren.

Verschmutzung durch Stromerzeugung wird noch nicht berücksichtigt

Der ADAC ist zwar Mitglied des Konsortiums, spart aber nicht mit Kritik: Die Elektroautos würden auch deshalb so hervorragend abschneiden, weil die Organisation noch keine Well-to-Wheel-Betrachtung vornimmt und damit nicht die Schadstoffe oder Treibhausgase bei der Stromerzeugung berücksichtige. In Zukunft soll Green NCAP aber den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs bewerten, teilte das Konsortium mit.

Vier Plugin-Hybride landen unter den ersten Zehn Fahrzeugen im Green NCAP, allerdings nicht mit voller Punktzahl. Bester Plugin-Hybrid in Sachen niedriger Umweltbelastung ist der Toyota Prius Plugin Hybrid.

Zwei Sterne und damit einen Platz im unteren Drittel erhält beispielsweise der Mitsubishi Outlander 2.4 PHEV. Er verbrauche zu viel und lasse einen Partikelfilter vermissen.

Der ADAC hat die Einzelergebnisse zu den bereits getesteten Modellen veröffentlicht. Zahlreiche Elektrofahrzeuge, unter ihnen auch sämtliche Tesla-Modelle, kommen darin nicht vor.

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flogol 26. Feb 2021

Nix umrechnungsfaktor, wir haben ein Gesamteuropäisches Verbund-Strom-Netz das sogar...

flogol 26. Feb 2021

Ich seh einen Grund für einen seriellen Hybrid: Elektro gibt CO²-frei. Das Wissen, einen...

The$kull 26. Feb 2021

Wen Wheel to Wheel bei Verbrenner betrachtet wird, dann will ich mal die Bilanz sehen...

flasherle 26. Feb 2021

das fahrprofil entscheidet. ein phev fährt man auch in 99,9 prozent der fälle komplett...



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