Greenlake: HPE bietet Souveränität mit Private-Cloud und On-Premises

Der US-Konzern HPE sieht sich beim Thema Souveränität sehr gut aufgestellt. Das sagte HPE Chief Executive Officer Antonio Neri am 3. Dezember 2025 in Barcelona. "Ich denke also, HPE ist einzigartig positioniert, weil wir die Souveränität, die Daten und die Vorschriften verstehen."
Durch die veränderte Weltlage wollen viele Unternehmen trotz vermeintlich souveräner Clouddienste auf dem Markt ihre Workloads auf ihrer eigenen Infrastruktur hosten.
HPE habe fertige Bereitstellungen für die verschiedenen Kundengruppen, für private und öffentliche Cloudumgebungen und sogar Ad-hoc-Lösungen, betonte Neri. "Ich glaube also, dass wir diese Bedürfnisse auf eine Weise befriedigen können, wie es andere nicht können" , sagte er.
Die HPE Greenlake Services können über eine Steuerungsebene On-Premises-Rechenzentren, Colocations- oder Edge-Rechenzentren nutzen. HPE Greenlake will eine übergeordnete, hybride Cloudplattform sein, mit der Firmen ihre Infrastrukturen in eigenen Rechenzentren, in Colocation-Rechenzentren, an verteilten Standorten und in verschiedenen Clouds verwalten können. Die HPE-Infrastruktur im Bereich Server, Speicher und Netzwerk muss hierfür nicht gekauft werden, sondern wird über eine monatliche Nutzungsgebühr bezahlt. "Im Rahmen von Greenlake bieten wir auch Managed Services an, das heißt, wir betreiben auf Wunsch die Infrastrukturen im Rechenzentrum des Kunden oder in einem Colocation-Rechenzentrum" , sagte HPE-Sprecher Patrik Edlund im Gespräch mit Golem.
HPE-Kunde Auswärtiges Amt ist selbst Cloudbetreiber
Hans-Christian Mangelsdorf, Chief Data Scientist beim Bundesaußenministerium, sagte auf der HPE Discover in Barcelona, dass das Auswärtige Amt als "weltweite Organisation" Kunde von HPE Greenlake sei. HPE Greenlake ermöglicht es, Cloudservices im Pay-per-use-Modell zu nutzen. Zu den angebotenen Services gehören Infrastruktur wie Computing und Storage sowie Datensicherung.
"Das Auswärtige Amt ist eine Organisation mit 12.000 Mitarbeitern, von denen ein beträchtlicher Teil, etwa 450, im IT-Bereich tätig ist. Das liegt schlicht daran, dass wir in gewisser Weise weltweit agieren und in jedem Land vertreten sind" , so Mangelsdorf weiter.
Das Ministerium habe vor zweieinhalb Jahren begonnen, auch für andere Bereiche der Regierung IT-Leistungen zu erbringen: "Das bedeutet im Grunde, dass das Auswärtige Amt auch Cloudanbieter ist." Das habe man getan, um "einfach eine Lücke in unseren Möglichkeiten zu schließen" , sagte Mangelsdorf, "insbesondere im Sinne der Datensouveränität" .
Man stelle dieses Cloudprodukt anderen Organisationen und Regierungsbehörden zur Verfügung. Mangelsdorf erklärte: "Man ist also souverän, wenn man tatsächlich in der Lage ist, jeden Bestandteil seines Technologie-Stacks und seiner Schichten selbst zu wählen." Abhängigkeiten gebe es aber immer.
Souveränität ist praktisch kaum möglich
Nach dem Patriot Act und dem Cloud Act sind alle US-Cloudanbieter auch im Ausland zur Zusammenarbeit mit der Regierung und den US-Geheimdiensten verpflichtet. Anton Carniaux, Chefjustiziar von Microsoft France, räumte im Juni 2025 in einer öffentlichen Anhörung vor dem französischen Senat des Parlaments ein, das Unternehmen könne nicht garantieren, dass Daten europäischer Bürger vor der Weitergabe an die US-amerikanische Regierung geschützt seien.
Delos-Chef Georges Welz gestand im Januar 2023 sogar , dass Delos Cloud bei einem Handelskonflikt mit den USA nur einige Monate unabhängig von Microsoft betrieben werden könne, wenn die Updates ausblieben.



