Green Card 22: Einfachere Einwanderung russischer IT-Fachkräfte gefordert

Der IT-Branchenverband Bitkom empfiehlt in einem Positionspapier, gezielt russische IT-Fachkräfte abzuwerben.

Artikel veröffentlicht am , Daniel Ziegener
Kann die Einreise von Fachkräften dem russischen IT-Markt schaden?
Kann die Einreise von Fachkräften dem russischen IT-Markt schaden? (Bild: Markus Winkler/Unsplash)

Der IT-Branchenverband Bitkom möchte sich dafür einsetzen, gezielt auswanderungswillige IT-Fachkräfte aus Russland und Belarus nach Deutschland zu holen. Das könne nicht nur die Lage des anhaltenden Fachkräftemangels in Deutschland verbessern, sondern auch Russland innenpolitisch schwächen.

Stellenmarkt
  1. Teamleiter*in Embedded Systems und Services
    SENEC GmbH, Leipzig, Home-Office
  2. Teamleiter Lösungen Justiz (w/m/d)
    Dataport, Altenholz/Kiel, Hamburg
Detailsuche

"Viele IT-Fachkräfte in Russland und Belarus gehören zur globalen digitalen Gesellschaft" und teilten "freiheitliche und pluralistische Werte", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. Dass sie "unsere Werte" teilen, müsse jedoch die Voraussetzung sein, um in Deutschland zu arbeiten. Auswanderungswillige IT-Spezialisten sollen in Deutschland einen neuen Lebensmittelpunkt finden können, "sofern sie sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen und kein Sicherheitsrisiko darstellen", heißt es vom Bitkom.

Unter dem Schlagwort Green Card 22 wünscht sich der Verband, ähnlich wie bei der im Jahr 2000 beschlossenen Green-Card-Verordnung, allen IT-Fachkräften mit einem Jobangebot zeitnah eine Arbeitserlaubnis zu erteilen. Auch Berufsanerkennungsverfahren sollen beschleunigt und Sprachbarrieren bei Behörden abgebaut werden. "In der deutschen Wirtschaft sind 96.000 Stellen für IT-Fachkräfte vakant", so Berg. "Es wäre für alle Seiten ein Gewinn, wenn wir das exzellente IT-Know-how aus Russland und Belarus abziehen."

Unterstützung für die Ukraine

Berg bezeichnet den Überfall Russlands auf die Ukraine als "barbarisch" und sieht in einem gezielten Anwerben von Fachkräften auch einen Weg, um Russland zu schwächen. "Indem wir IT-Fachkräfte aus Russland und Belarus zu uns holen, wird der Aggressor spürbar geschwächt", sagte der Bitkom-Präsident. Eine solche "empfindliche Schwächung des Angreifers Russland und des mit ihm eng verbündeten Belarus im IT-Sektor" wäre eine Möglichkeit, die Ukraine zu unterstützen, so Berg.

Golem Karrierewelt
  1. AZ-104 Microsoft Azure Administrator: virtueller Vier-Tage-Workshop
    19.-22.09.2022, virtuell
  2. Blender Grundkurs: virtueller Drei-Tage-Workshop
    06.-08.09.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Im Juni bezifferte Russlands Vize-Innenminister Igor Subow das bisherige Ausmaß des Fachkräftemangels. Demnach sollen 170.000 IT-Experten fehlen, sagte Subow in einer Sitzung des Föderationsrats. Überprüfen lassen sich diese Angaben nicht, ähnliche Berichte gab es seit Beginn des Ukrainekriegs und den internationalen Sanktionen aber vermehrt. Auch deutsche Unternehmen zogen Fachkräfte an andere Standorte ab. Laut Auswärtigem Amt hätten bereits im Mai hunderte Fachkräfte aus Russland Visa beantragt.

Während der russische Angriff auf Gebiete in der Ostukraine weiter andauert, bezifferte die ukrainische Regierung von Präsident Wolodymyr Selenskyj die Kosten für den Wiederaufbau des Landes mit rund 750 Milliarden US-Dollar. Golem.de sprach im März mit den Mitarbeitern eines IT-Unternehmens aus Kyjiw, das damals direkt von den Angriffen betroffen war. Eine Mitarbeiterin hat mittlerweile dauerhaft eine Anstellung in Deutschland gefunden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


DragonSGA 05. Jul 2022 / Themenstart

Das Hacken ist auf dauer so anstrengend, es ist einfacher, wenn man die Informatiker...

jonasz 05. Jul 2022 / Themenstart

Ziemlich polemische Aussage, immerhin ist eine Behandlung in Kanada und Mexiko ohne...

ptepic 05. Jul 2022 / Themenstart

die dann nicht mehr im Krieg eingesetzt werden können. Wo sie den Schlüssel drehen, ist...

mucpower 05. Jul 2022 / Themenstart

warum will nur keiner nach Deutschland zum Arbeiten kommen, obwohl so wenig Lohn gezahlt...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Elektromobilität
Wohnmobile werden unter Strom gesetzt

Auf dem Caravan-Salon in Düsseldorf werden die ersten Wohnmobile mit Elektroantrieb gezeigt. Doch die Branche tut sich schwer mit der Antriebswende.
Ein Bericht von Franz W. Rother

Elektromobilität: Wohnmobile werden unter Strom gesetzt
Artikel
  1. Quadcopter Pixy: Snap stellt fliegende Kamera ein
    Quadcopter Pixy
    Snap stellt fliegende Kamera ein

    Nur vier Monate nach der Einführung ist für die Snap Pixy Schluss: Der Snap-CEO streicht die Weiterentwicklung der Drohne.

  2. Hacking: Der Bad-USB-Stick Rubber Ducky wird noch gefährlicher
    Hacking
    Der Bad-USB-Stick Rubber Ducky wird noch gefährlicher

    Mit einer neuen Version des Bad-USB-Sticks Rubber Ducky lassen sich Rechner noch leichter angreifen und neuerdings auch heimlich Daten ausleiten.

  3. Aonic übernimmt Exmox: Hamburger Adtech-Start-up für 100 Millionen Euro verkauft
    Aonic übernimmt Exmox
    Hamburger Adtech-Start-up für 100 Millionen Euro verkauft

    Mit der schwedischen Aonic Group investiert nach Unity ein weiteres Unternehmen in die Monetarisierung von Mobilegames.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (MSI RTX 3090 Gaming 1.269€, Seagate Festplatte ext. 18 TB 295€) • PS5-Deals (Uncharted Legacy of Thieves 15,38€, Horzizon FW 39,99€) • HP HyperX Gaming-Maus -51% • Alternate (Kingston Fury DDR5-6000 32GB 219,90€ statt 246€) • Samsung Galaxy S22+ 5G 128 GB 839,99€ [Werbung]
    •  /