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Great Solar Wall: Größtes Solarkraftwerk der Welt in der chinesischen Wüste

In der chinesischen Kubuqi-Wüste entsteht eine riesige Solarfarm . Der Bau ist bereits weit fortgeschritten.
/ Patrick Klapetz
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Eine Satellitenaufnahme vom 20.12.2024 und der Great Solar Wall. (Bild: Nasa, Lansat 8 & 9)
Eine Satellitenaufnahme vom 20.12.2024 und der Great Solar Wall. Bild: Nasa, Lansat 8 & 9

In China wird derzeit das größte Solarkraftwerk der Welt gebaut: die Große Solar-Mauer. Das bislang größte Energieprojekt entsteht in der Kubuqi-Wüste, einer Sandwüste in der Inneren Mongolei, die sich südlich des Hetao-Gebiets an der großen Biegung des Gelben Flusses (Huang-He) erstreckt. Satellitenaufnahmen zeigen(öffnet im neuen Fenster) den Fortschritt des Projekts.

Laut dem stellvertretenden Forstwirtschaftsdirektor der Stadt Ordos, Liu Tianyun,(öffnet im neuen Fenster) kann es das Großprojekt zwar nicht mit der Länge von 8.851 Kilometern der echten Großen Mauer aufnehmen. Die Große Solar-Mauer soll sich später aber immerhin auf einer Länge von 400 Kilometern und einer durchschnittlichen Breite von fünf Kilometern erstrecken.

Satellitenaufnahmen: Die Solarfarm wächst

Bei der Fertigstellung im Jahr 2030 soll eine maximale Leistung von 100 Gigawatt erreicht werden. Mit rund 3.100 Sonnenstunden pro Jahr verfügt das Gebiet über reichlich Solarressourcen.

Satellitenaufnahmen der US-Erdbeobachtungssatelliten Landsat 8 und 9 zeigen(öffnet im neuen Fenster) den großen Fortschritt der Bauarbeiten im Vergleich zum 20. Dezember 2017 und 20. Dezember 2024.

Bislang installierten die chinesischen Behörden nach eigenen Angaben etwa 5,4 Gigawatt auf einer Fläche von 133 Quadratkilometern. Dafür wurden 3,46 Millionen blaue Solarpaneele verbaut.

Im Jahr 2019 wurde auch die Junma Solar Power Station(öffnet im neuen Fenster) fertiggestellt, die einem galoppierenden Pferd ähnelt und es als größtes Bild aus Solarpaneelen ins Guinness-Buch der Weltrekorde(öffnet im neuen Fenster) schaffte. Die Station erzeugt jährlich zwei Milliarden Kilowattstunden Strom – genug, um den jährlichen Strombedarf von 300.000 bis 400.000 Menschen zu decken.

Vom Meer des Todes zum Meer der Solarmodule

Die Kubuchi-Wüste wurde einst als "Meer des Todes" bezeichnet und galt als unfruchtbares Land. Nun steht sie kurz davor, in ein Meer der Solarmodule verwandelt zu werden.

Zwischen 2017 und 2023 wuchs die operative Solarkapazität Chinas durchschnittlich um 39.994 Megawatt pro Jahr(öffnet im neuen Fenster) . Die Solarkapazität der Vereinigten Staaten wuchs im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 8.137 Megawatt.

Damit steht China an der Spitze der weltweit in Betrieb befindlichen Solarfarmen , was etwa 51 Prozent der weltweiten Gesamtkapazität entspricht, so der Global Solar Power Tracker(öffnet im neuen Fenster) von Global Energy Monitor. An zweiter Stelle liegen die USA mit 79.364 Megawatt (11 Prozent), gefolgt von Indien mit 53.114 Megawatt (7 Prozent). Spanien (29.271 Megawatt) und Deutschland (24.571 Megawatt) erreichen immerhin die beiden nachfolgenden Plätze.

Sonnenenergie und landwirtschaftliche Nutzung in einem

Das Projekt verfolgte einen innovativen Ansatz, bei dem stromerzeugende Solarzellen auf dem Dach angebracht wurden, sodass Pflanzen auf dem Boden wachsen und Kleinvieh grasen konnte. Der Mindestabstand zwischen den Photovoltaikmodulen und dem Boden wurde auf etwa 2,5 Meter angepasst.

Die Solarpaneele können die Verdunstung des Grundwassers um 20 bis 30 Prozent reduzieren und bieten gleichzeitig Schatten und Windschutz, was das Pflanzenwachstum fördert. In einigen trockenen Gebieten wird auch die solarbetriebene Tröpfchenbewässerung für grüne Wüstenlandschaften eingesetzt.

Da es in der Wüste staubig ist, kann die Leistung der Solarzellen gemindert sein, wenn diese mit Staub bedeckt sind. Als Lösungsansatz wird das gereinigte Abwasser aus den Kohlebergwerken von dort zur Solaranlage geleitet und zur Reinigung der Solarzellen und zur Bewässerung der Anlagen verwendet.

Die Module können das Sonnenlicht von beiden Seiten einfangen. Dabei wird das hohe Reflexionsvermögen von Sandoberflächen genutzt, um die Stromerzeugung um etwa acht Prozent zu steigern. Auch die Lebensdauer der Module wurde von 25 auf 30 Jahre verlängert, indem sie mit Doppelglas ausgestattet wurden.


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