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Gravity Linux: KI-Hilfe soll Linux schneller auf moderne Apple-CPUs bringen

Ein neues Projekt will Linux auf neueres Apple Silicon bringen. Eine Alpha-Version unterstützt bereits die GPU des M4 Mac Mini.
/ Johannes Hiltscher
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Apples M4 Mac Mini (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
Apples M4 Mac Mini Bild: Oliver Nickel/Golem.de

Linux auf Apple-Hardware ist oft noch immer eine Herausforderung: Bereits bei der M3-Generation gibt es größere Lücken in der Hardware-Unterstützung. Ein neues Projekt namens Gravity Linux(öffnet im neuen Fenster) will das ändern und legt mit Treibern für GPU und DCP (Display Co-Processor) des M4 Mac Mini (Test) vor (via Phoronix(öffnet im neuen Fenster)). Derzeit können OpenGL ES 3.0 und OpenGL 3.3 als Schnittstelle genutzt werden. Weitere Geräte der M4-Generation könnten zeitnah unterstützt werden.

Die Entwickler weisen allerdings darauf hin, dass Gravity Linux bislang eine Alpha-Version sei und sich primär an Entwickler richte. Langfristig soll Gravity Linux zudem überflüssig werden, wie Cody Ho and Niklas Sheth, die hinter dem Projekt stehen, schreiben(öffnet im neuen Fenster). Der Code solle in den Linux-Kernel fließen und damit allen Distributionen zur Verfügung stehen. Derzeit ist die Basis Fedora Remix mit KDE-Oberfläche.

Um die Funktionsweise der Hardware schneller zu verstehen, setzen die Entwickler auf KI(öffnet im neuen Fenster) – wenn auch mit strengen Regeln. KI werde "nicht müde oder frustriert und kann bei sich wiederholenden, kontinuierlichen Analysen helfen." Damit hebt sich Gravity von Asahi Linux ab, von dem das Projekt ursprünglich abgespalten wurde. Die Asahi-Entwickler schließen jegliche KI-Nutzung strikt aus(öffnet im neuen Fenster).

Auch KI muss Reinraumbedingungen einhalten

Auch die Gravity-Entwickler setzen aber auf sogenanntes Reinraum-Design(öffnet im neuen Fenster) (Cleanroom Reverse Engineering). Dabei greifen sie nicht auf Code von Apple oder disassemblierte Treiber zurück, sondern orientieren sich lediglich an Schnittstellenbeschreibungen und Analysen der Interaktion zwischen Treiber und Hardware.

Dieses Vorgehen soll Urheberrechtsprobleme vermeiden. Grundsätzlich ausgeschlossen sind direkte Analysen von Apple-Treibern nicht, wie die Entwickler schreiben(öffnet im neuen Fenster). Allerdings dürfen so gewonnene Erkenntnisse lediglich in Form von Schnittstellenbeschreibungen und Hardware-Dokumentation beigetragen werden. Auch hier kann KI genutzt werden, zum Umschreiben von Apple-Code darf sie allerdings nicht verwendet werden.

Unterstützung noch unvollständig

Vollständige Hardware-Unterstützung für den M4 Mac Mini bietet Gravity Linux aktuell noch nicht. So sind Bildausgaben derzeit nur über HDMI möglich, Thunderbolt und USB4 funktionieren ebenfalls noch nicht. Beim Herunterfahren oder Neustarten kann es noch zu Problemen kommen, Suspend funktioniert ebenfalls noch nicht.

Bei der M5-Generation plagen die Entwickler derzeit noch Firmware-Probleme: Ein Fehler in der Firmware verhindert bei der Pro- und Max-Version aktuell das Starten zusätzlicher Prozessorkerne. Da die Entwickler nicht verschiedene Firmware-Versionen für die einzelnen Varianten unterstützen möchten, liegt die Entwicklung auf Eis, bis Apple den Fehler behebt. Bei anderen Prozessoren, etwa dem M6, fehlt dem Team aktuell noch die Hardware für das Reverse Engineering.


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