Gravity Industries: Britische Bergretter testen Jetpack

Schneller als zu Fuß oder mit dem Helikopter: Ein nordenglischer Rettungsdienst will künftig per Jetpack zu Unfallopfern fliegen.

Artikel veröffentlicht am ,
Vorführung des Jetpacks: vermisste Personen in wenigen Minuten gefunden
Vorführung des Jetpacks: vermisste Personen in wenigen Minuten gefunden (Bild: Gravity Industries/GNAAS)

In abgelegenem, unwegsamem Gelände ist es schwierig, schnell Hilfe zu einem Verunglückten zu bringen. Im nordenglischen Lake District sollen Retter bald zu einer hilfebedürftigen Person fliegen - angetrieben von einem Jetpack.

Stellenmarkt
  1. Prozessmanager (w/m/d) Digitalisierung
    Stadt Erlangen, Erlangen
  2. Softwareentwickler Android, Navigation und Map (m/w/d)
    e.solutions GmbH, Erlangen
Detailsuche

Entwickelt wurde das Jetpack von dem britischen Unternehmen Gravity Industries. Es besteht aus einer Einheit, die auf dem Rücken getragen wird, sowie fünf Schubdüsen. Jeweils zwei sitzen an einer Art Handschuh, die fünfte am Rucksack. Das System hat eine Leistung von 1.050 PS und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 130 km/h. Dabei kann es bis auf über 3.600 Meter aufsteigen. Die maximale Flugzeit beträgt etwa fünf Minuten.

Der Entwickler führte das Jetpack vor

Seit etwa einem Jahr verhandelt Gravity Industries mit dem Rettungsdienst Great North Air Ambulance Service (GNAAS) über das 340.000 britische Pfund, umgerechnet über 370.000 Euro, teure System. Gründer und Chef Richard Browning hat es persönlich vorgeführt.

Dabei flog er in einer Höhe von drei bis sechs Metern über dem Boden einen Hügel hinauf. Innerhalb weniger Minuten habe er zwei Spaziergängerinnen aufgespürt, die bei der Präsentation als vermisst gelten sollten, berichtet die britische Tageszeitung The Guardian. Zu Fuß wären Retter über eine Stunde zu den beiden unterwegs gewesen.

Andy Mawson, Einsatzleiter beim GNAAS, sagte, ein solches System könne die Zeit, bis ein Sanitäter zu einem Unfallopfer gelange, deutlich reduzieren. Die Idee ist, dass die Retter mit dem Auto so nahe wie möglich zur Unfallstelle fahren und dann eine Rettungskraft das letzte Stück fliegend zurücklegt.

Sie wäre damit in acht Minuten beispielsweise auf dem Gipfel des 950 Meter hohen Helvellyn. Retter könnten dann rechtzeitig einen Patienten mit Herzstillstand mit einem Defibrillator behandeln. Der Hubschrauber wäre erst nach 20 bis 25 Minuten vor Ort.

Einsatzleiter Mawson war von der Vorführung überzeugt: Den Bedarf habe er schon gesehen, sagte der dem Guardian. "Was wir aber nicht sicher wussten, war, wie das in der Praxis funktionieren würde. Jetzt haben wir es gesehen, und es ist, ehrlich gesagt, fantastisch."

Falls der GNAAS sich für die Anschaffung des Systems entscheidet, könnten im kommenden Jahr die ersten Rettungskräfte im Lake District abheben. Sie wären nicht die ersten: Die Feuerwehr im arabischen Emirat Dubai hat beim neuseeländischen Unternehmen Martin Jetpack 20 Jetpacks gekauft. Damit wollen die Feuerwehrleute Brände in Wolkenkratzern bekämpfen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Oberleitungs-Lkw
Herr Gramkow will möglichst weit elektrisch fahren

Seit anderthalb Jahren fährt ein Lkw auf der A1 elektrisch an einer Oberleitung. Wir haben die Spedition besucht, die ihn einsetzt.
Ein Bericht von Werner Pluta

Oberleitungs-Lkw: Herr Gramkow will möglichst weit elektrisch fahren
Artikel
  1. Star Trek: Playmobil bringt 1 Meter langes Enterprise-Spielset
    Star Trek
    Playmobil bringt 1 Meter langes Enterprise-Spielset

    Star Treks klassische Enterprise NCC-1701 kommt mit den Hauptcharakteren, Phasern und Tribbles sowie einem Standfuß und einer Deckenhalterung.

  2. Wettbewerb: EU soll Untersuchung von Googles Werbegeschäft planen
    Wettbewerb
    EU soll Untersuchung von Googles Werbegeschäft planen

    Die EU-Kommission lässt Google keine Pause: Als Nächstes soll das Werbegeschäft genau auf Wettbewerbseinschränkungen untersucht werden.

  3. Akkutechnik und E-Mobilität: Natrium-Ionen-Akkus werden echte Lithium-Alternative
    Akkutechnik und E-Mobilität
    Natrium-Ionen-Akkus werden echte Lithium-Alternative

    Faradion und der Tesla-Zulieferer CATL produzieren erste Natrium-Ionen-Akkus mit der Energiedichte von LFP. Sie sind kälteresistenter, sicherer und lithiumfrei.
    Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

rubberduck09 06. Okt 2020

Entsprechend kleine Strahltriebwerke haben das Stück ~ 60PS, davon sehe ich jetzt 6...

Lemo 01. Okt 2020

Ich glaube was hier auch nicht betrachtet wird ist der Fakt, dass die allermeisten...

Bouncy 01. Okt 2020

Naja 5 Minuten sind schon sehr, sehr viel wenn man das Tempo sieht, mit dem er unterwegs...

Bouncy 01. Okt 2020

Dann wirst du ja wissen, wie sich das anfühlt. Natürlich geht das, natürlich gehen auch...

Lemo 01. Okt 2020

Was viele nicht bedenken, Helikopter können dort nicht landen. Zu bergig, oft auch zu...


Folgen Sie uns
       


Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Orange Week bei Cyberport mit bis zu -70% • MSI Optix G32CQ4DE 335,99€ • XXL-Sale bei Alternate • Enermax ETS-F40-FS ARGB 32,99€ • Prime-Filme leihen für je 0,99€ • GP Anniversary Sale - Teil 4: Indie & Arcade • Saturn Weekend Deals • Ebay: 10% auf Gaming-Produkte [Werbung]
    •  /