Abo
  • IT-Karriere:

Gravitationswellen: Forscher beobachten zwei kosmische Kollisionen

Nummer 15 und 16: Die Gravitationswellen-Observatorien Ligo und Virgo haben zwei kosmische Kollisionen entdeckt. Eine davon könnte eine Premiere sein: Das Signal lässt auf die Kollision eines Neutronensterns mit einem Schwarzen Loch schließen.

Artikel veröffentlicht am ,
Künstlerische Darstellung einer Kollisionen von zwei Neutronensternen: Gravitationswellen von 16 Ereignissen erfasst
Künstlerische Darstellung einer Kollisionen von zwei Neutronensternen: Gravitationswellen von 16 Ereignissen erfasst (Bild: ESO/L. Calçada/M. Kornmesser)

Zwei spektakuläre Ereignisse haben Forscher an den Observatorien Ligo und Virgo erfasst: Gravitationswellen von zwei kosmischen Ereignissen. Eins davon wurde noch nie beobachtet.

Stellenmarkt
  1. Stadt Norderney, Norderney
  2. Wirtschaftsrat der CDU e.V., Berlin

Am Morgen des 25. April detektierten das Ligo-Observatorium Livingston in den USA und das Virgo-Observatorium in Italien Gravitationswellen, die mutmaßlich von der Kollision zweier Neutronensterne herrühren. Das Ereignis selbst ist schon lange vorbei: Die beiden Neutronensterne sind rund 500 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.

Sehr genau konnten die Forscher den Ursprung des Signals S190425z nicht orten, da nur zwei der drei Detektoren das Signal erfassten. Eines der beiden Ligo-Observatorien, das in Hanford, war nicht im Einsatz. Astronomen mussten mit Teleskopen deshalb fast ein Viertel des Himmels nach dem Ausgangspunkt absuchen.

Ist S190426c eine Premiere?

Es wäre das zweite Mal, dass die Detektoren eine Neutronensternkollision erfassen. Das zweite Ereignis ist eine Premiere: Virgo und die beiden Ligo-Detektoren erfassten am späten Nachmittag des 26. April das Signal S190426c. Aus der ungewöhnlichen Form der Wellen schlossen die Forscher, dass sie von einer Kollision eines Neutronensterns mit einem schwarzen Loch herrühren.

Eine solche Kollision war bisher noch nicht beobachtet worden. Deshalb seien sie besonders neugierig darauf, sagt Patrick Brady, Sprecher der Ligo Scientific Collaboration. "Leider ist das Signal sehr schwach. Es ist, als würde man hören, wie jemand in einem belebten Café ein Wort flüstert. Es ist schwierig, das Wort zu verstehen oder sicher zu sein, dass die Person überhaupt geflüstert hat. Es wird eine Zeit lang dauern, zu einem Schluss über diesen Kandidaten zu gelangen."

Astronomen suchen nach weiteren Hinweisen

Die Quelle des Signals befindet sich in der nördlichen Himmelshemisphäre und ist etwa 1,2 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt. Da alle drei Detektoren im Einsatz waren, konnten die Forscher sie recht genau lokalisieren. Das macht es einfacher, das entsprechende Himmelssegment mit Teleskopen nach weiteren Hinweisen auf eine mögliche Kollision abzusuchen.

Gravitationswellen sind Störungen der Raumzeit. Albert Einstein hatte sie in seiner allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagt. Erst 2016 konnten sie erstmals von Ligo - eine Abkürzung für Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory - experimentell nachgewiesen werden. Im Jahr darauf erhielten die drei Entdecker den Nobelpreis für Physik. Seither wurden inklusive der beiden neuen insgesamt 16 Ereignisse erfasst: 13 Kollisionen von schwarzen Löchern, zwei von Neutronensternen und die mutmaßliche Kollision eines Neutronensternes mit einem schwarzen Loch.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (aktuell u. a. Monitore, Mäuse, CPUs)
  2. mit Gutschein: NBBCORSAIRPSP19
  3. (heute u. a. Saugroboter)
  4. (u. a. Seasonic Focus Gold 450 W für 46,99€ statt über 60€ im Vergleich)

Dieter Grosch 07. Mai 2019 / Themenstart

Noch einmal man hat etwas Im Rauschen entdeckt und interpretiert das mit...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Doom Eternal angespielt

Slayer im Kampf gegen die Höllendämonen: Doom Eternal soll noch in diesem Jahr erscheinen.

Doom Eternal angespielt Video aufrufen
5G-Report: Nicht jedes Land braucht zur Frequenzvergabe Auktionen
5G-Report
Nicht jedes Land braucht zur Frequenzvergabe Auktionen

Die umstrittene Versteigerung von 5G-Frequenzen durch die Bundesnetzagentur ist zu Ende. Die Debatte darüber, wie Funkspektrum verteilt werden soll, geht weiter. Wir haben uns die Praxis in anderen Ländern angeschaut.
Ein Bericht von Stefan Krempl

  1. Testlabor-Leiter 5G bringt durch "mehr Antennen weniger Strahlung"
  2. Sindelfingen Mercedes und Telefónica Deutschland errichten 5G-Netz
  3. iPhone-Modem Apple will Intels deutsches 5G-Team übernehmen

Ocean Discovery X Prize: Autonome Fraunhofer-Roboter erforschen die Tiefsee
Ocean Discovery X Prize
Autonome Fraunhofer-Roboter erforschen die Tiefsee

Öffentliche Vergaberichtlinien und agile Arbeitsweise: Die Teilnahme am Ocean Discovery X Prize war nicht einfach für die Forscher des Fraunhofer Instituts IOSB. Deren autonome Tauchroboter zur Tiefseekartierung schafften es unter die besten fünf weltweit.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. JAB Code Bunter Barcode gegen Fälschungen

Vernetztes Fahren: Wer hat uns verraten? Autodaten
Vernetztes Fahren
Wer hat uns verraten? Autodaten

An den Daten vernetzter Autos sind viele Branchen und Firmen interessiert. Die Vorschläge zu Speicherung und Zugriff auf die Daten sind jedoch noch nebulös. Und könnten den Fahrzeughaltern große Probleme bereiten.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Neues Geschäftsfeld Huawei soll an autonomen Autos arbeiten
  2. Taxifahrzeug Volvo baut für Uber Basis eines autonomen Autos
  3. Autonomes Fahren Halter sollen bei Hackerangriffen auf Autos haften

    •  /