Gratis-Versand: Amazon umgeht Verbot in Frankreich

Mit einem neuen Gesetz hatte Frankreich den kostenlosen Versand reduzierter Bücher verboten. Jetzt hat Amazon einen Weg gefunden, das Verbot auszuhebeln.

Artikel veröffentlicht am , Thorsten Schröder
Amazon wehrt sich gegen das Anti-Dumping-Gesetz.
Amazon wehrt sich gegen das Anti-Dumping-Gesetz. (Bild: Lionel Bonaventure/AFP/Getty Images.)

Erst vor wenigen Tagen feierten die traditionellen Buchhändler in Frankreich einen Etappensieg in der Auseinandersetzung mit Amazon: Das Parlament hatte in einem Gesetzesbeschluss den kostenlosen Versand preisreduzierter Bücher verboten und damit vor allem auf Amazon gezielt. Doch jetzt scheint der Online-Händler einen Weg gefunden zu haben, das Verbot zu umgehen.

Stellenmarkt
  1. Teamleiter IT Service Desk (m/w/d)
    Verti, Teltow
  2. Deep Learning Engineer (m/w/d)
    Magnosco GmbH, Berlin
Detailsuche

Laut einem Bericht des französischen Fernsehsenders France 24 berechnet der US-Konzern für den Versand rabattierter Bücher ab sofort standardmäßig 1 Cent. Das geht aus einer FAQ-Seite hervor, die Amazon pünktlich zum neuen Gesetz ins Netz stellte. Mitglieder von Amazons Prime-Angebot müssen demnach weiterhin keine Extra-Versandkosten zahlen.

Hintergrund für den Gesetzesbeschluss war der Versuch Amazons, die Buchpreisbindung zu umgehen. So hatte der Konzern die in Frankreich zulässigen Rabatte von fünf Prozent mit einem kostenlosen Versand gekoppelt. Buchhändler kritisierten das als unlauteren Wettbewerb. Auch Frankreichs Kulturministerin Aurélie Filippetti warf dem US-Konzern vor, französische Buchläden mit einer "Strategie des Dumpings" ausschalten zu wollen. In Frankreich gibt es rund 3500 Buchläden, von denen zwischen 600 und 800 keiner Kette angehören.

Amazon bezeichnet das Gesetz als "diskriminierend"

Das neue Gesetz sieht deshalb vor, dass Buchhändler nur Rabatte bis maximal fünf Prozent auf die von den Verlagen festgelegten Preise geben dürfen. Zudem darf nur der Versand selbst rabattiert werden, muss aber stets kostenpflichtig bleiben. Amazon bezeichnete das Gesetz als "diskriminierend".

Golem Karrierewelt
  1. Cinema 4D Grundlagen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    09.-11.01.2023, Virtuell
  2. IT-Grundschutz-Praktiker mit Zertifikat: Drei-Tage-Workshop
    17.-19.01.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Der Gesetzestext war von der konservativen Opposition eingebracht und vom Senat einstimmig angenommen worden. Die Regierung hatte dem Konzern mehrfach vorgeworfen, in Frankreich kaum Steuern zu zahlen. Amazon hat seinen europäischen Sitz in Luxemburg.

In Deutschland hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels im April Beschwerde gegen den Konzern beim Bundeskartellamt eingereicht. Der Branchenverband behauptete, der Onlinehändler verzögere bewusst die Auslieferung gedruckter Bücher der schwedischen Verlagsgruppe Bonnier, um höhere Rabatte beim Einkauf von E-Books zu erzwingen. So werde die Marktmacht Amazons als Einkäufer elektronischer Bücher missbraucht.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


DrWatson 18. Jul 2014

Das kommt darauf an, was deine Zielsetzung ist: Eine Verbesserung des Lebensstandards...

droucles 16. Jul 2014

In der Tat: Amazon hält sich mit seiner Regelung exakt an das Gesetz, das schließlich...

eikira 15. Jul 2014

wäre hatte das bloss gedacht, dass amazon einen weg findet seine kunden nicht zu...

DrWatson 15. Jul 2014

Was ist daran der Vorteil? Besser an manchen Orten sind Bücher günstig und an anderen...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
FTTH
Wer zu Hause um 10 GBit/s symmetrisch braucht

In den USA sind sehr hohe symmetrische Gigabit-Datenraten für Privathaushalte in Vorbereitung. Wir haben bei deutschen Firmen nachgefragt, wie es hier damit aussieht - und sind in der Schweiz gelandet.
Eine Recherche von Achim Sawall

FTTH: Wer zu Hause um 10 GBit/s symmetrisch braucht
Artikel
  1. Bundesweiter Warntag: Es wird richtig, richtig laut!
    Bundesweiter Warntag
    "Es wird richtig, richtig laut!"

    Zum Warntag am 8. Dezember werden Warnungen erstmals über Cell Broadcast an Mobilgeräte verschickt. Der Anteil der erreichbaren Nutzer ist weiter unklar.
    Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti und Friedhelm Greis

  2. Grafikkarten: Die Geforce GTX 1060 belegt nicht mehr Platz 1 auf Steam
    Grafikkarten
    Die Geforce GTX 1060 belegt nicht mehr Platz 1 auf Steam

    Nvidia hat seit langem keine wirklich günstigen Grafikkarten mit neuem Chipdesign herausgebracht. Deshalb ist der neue Platz 1 auch älter.

  3. AMD-CTO: Moores Law noch mindestens sechs bis acht Jahre gültig
    AMD-CTO
    Moores Law noch mindestens sechs bis acht Jahre gültig

    AMDs Technologie-Chef rechnet dank neuer Transistordesigns mit weiter wachsender Transistordichte. Die Kosten steigen allerdings, Beschleuniger werden wichtiger.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bei Amazon bestellbar • Tiefstpreise: Asus RTX 4080 1.689,90€, MSI 28" 4K 579€, Roccat Kone Pro 39,99€, Asus RTX 6950 XT 939€ • Alternate: Acer Gaming-Monitor 27" 159,90€, Razer BlackWidow V2 Mini 129,90€ • 20% Extra-Rabatt bei ebay • Amazon Last Minute Angebote [Werbung]
    •  /