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Granite Rapids & Gaudi 3: Intels P-Core-Xeon hat bis zu 128 Kerne

Die E-Cores haben den Anfang gemacht, jetzt bietet Intel auch Xeon 6 mit P-Cores an. Die Rechenleistung soll deutlich steigen. Gaudi 3 macht der H100 Konkurrenz.
/ Johannes Hiltscher
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Den Xeon 6 gibt es jetzt auch mit leistungsfähigeren P-Cores und riesigem L3-Cache. (Bild: Intel)
Den Xeon 6 gibt es jetzt auch mit leistungsfähigeren P-Cores und riesigem L3-Cache. Bild: Intel

Mit Xeon 6 bietet Intel wieder einmal ein zweigeteiltes Line-up an Server-Prozessoren an. Nach Sierra Forest mit E-Cores ( Test ), die seit Juni 2024 verfügbar sind, wird nun auch Granite Rapids mit P-Cores angeboten. Sie zielen auf Anwendungen, die hohe Leistung pro Kern erfordern, etwa Hochleistungsrechnen. Während Intel für Sierra Forest früh 144 Kerne ankündigte, blieben Eckdaten wie Kernanzahl und damit auch die Größe des L3-Cache bei Granite Rapids bislang offen.

Vorerst verkauft Intel fünf Varianten mit jeweils drei Compute- und zwei IO-Dies. Das Spitzenmodell der 6900P-Serie kommt damit auf 128 Kerne und 504 MByte L3-Cache. Je nach Modell stehen dabei pro Kern über 4 MByte zur Verfügung – zusätzlich zum 2 MByte großen L2-Cache. Wer rechnet, stellt fest, dass Intel, wie auch beim Vorgänger Emerald Rapids SP wieder einige Kerne pro Die deaktiviert.

Denkbar wäre ein 5-x-9-Gitter, wobei an den kürzeren Seiten der Compute-Dies noch die DDR5-Speicher-Controller sitzen, an den längeren Seiten die Transceiver zur Verbindung der einzelnen Dies mittels Embedded Multi-Die Interconnect Bridge (EMIB). Rechenkerne und Cache-Blöcke bilden zwar eine Einheit , lassen sich allerdings offensichtlich getrennt deaktivieren, um eine höhere Ausbeute (Yield) zu erreichen.

Doppelt so viele etwas leistungsstärkere Kerne

Bezüglich der Kernanzahl schließt Intel, dank neuer 3-nm-Fertigung, damit zu AMD auf – auch die Zen-5-Epycs kommen auf 128 Kerne . Die Rechenleistung soll im Mittel zweieinhalbmal so hoch liegen wie beim Vorgänger.

Intel Xeon 6900P-Serie
Modellnummer Kerne Basistakt (GHz) Turbo Boost, alle Kerne (GHz) Turbo Boost, Maximum (GHz) L3-Cache (MByte) TDP (W)
6980P 128 2,0 3,2 3,9 504 500
6979P 120 2,1 3,2 3,9 504 500
6972P 96 2,4 3,5 3,9 480 500
6952P 96 2,1 3,2 3,9 480 400
6960P 72 2,7 3,8 3,9 432 500

Das geht nicht nur auf eine Verdoppelung der Kernanzahl zurück, die Redwood-Cove-Kerne takten zudem etwas höher, architektonische Verbesserungen spielen ebenfalls eine Rolle. Nicht zu vernachlässigen ist auch, dass Granite Rapids dank Unterstützung für MCR-Speichermodule (Multiplexer Combined Ranks) deutlich höhere Speichertransferraten erreichen kann. Jede der bis zu zwei CPUs pro Mainboard verfügt über 12 Speichercontroller, die TDP gibt Intel mit 400 bis 500 Watt an. Pro Sockel können 96 PCIe-5.0-Lanes genutzt werden.

Offen ist noch, ob Intel die Lücke in den Modellnummern – 6700(E) für Sierra Forest und 6900(P) für Granite Rapids – füllt. Die Sierra-Forest-Varianten mit zwei Compute Dies und bis zu 288 Kernen dürften als 6900E-Serie angeboten werden. Auch Varianten von Granite Rapids mit einem oder zwei Compute Dies kommen noch, Varianten für Edge-Systeme stellte Intel bei der Hot Chips 2024 vor .

Mit Gaudi 3 gegen die H100

Intels Fokus bei den Produktvorstellungen lag allerdings deutlich auf einem anderen Produkt: Der im April 2024 bereits ausführlich vorgestellten Gaudi 3 . Damit möchte das Unternehmen vom KI-Boom profitieren. Positioniert wird der Beschleuniger mit zwei Dies und acht HBM-2e-Modulen gegen Nvidias H100.

Gaudi soll nicht nur schneller rechnen, sondern dank niedrigerem Preis auch noch kostengünstiger sein. Apropos Preis: Den nannte Intel bislang für keines der neuen Produkte.


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