Abo
  • Services:

Grand Theft Auto: Tod den Pazifisten!

In einer Reihe von Video-Essays spielt ein Youtuber GTA online ohne Gewalt, Waffen oder überfahrene Ampeln. Gefährlich ist das Leben als gehorsamer Bürger trotzdem.

Artikel von Eike Kühl/Zeit Online veröffentlicht am
Szene aus dem Independence Day Special von GTA V Online
Szene aus dem Independence Day Special von GTA V Online (Bild: Screenshot: Zeit Online)

Die Welt von Grand Theft Auto, besser bekannt als GTA, ist ebenso bunt wie gefährlich. Die offenen Spielwelten von Vice City, Los Santos und Liberty City gehören zu den besten und lebendigsten der Videospielgeschichte. Doch sie bestehen aus potemkinschen Dörfern, hinter deren hübschen Fassaden der Moloch tobt. Einmal in diese Welt entlassen gilt es für die Protagonisten und die Spieler darum, aufzusteigen in die Welt der Reichen. Autodiebstahl, Drogenhandel, Erpressung und Waffengewalt sind Alltag in GTA. Das kann man kritisieren. Oder intellektualisieren. Man kann sich aber auch schlicht nicht daran halten.

Inhalt:
  1. Grand Theft Auto: Tod den Pazifisten!
  2. Die Hölle sind die anderen

Ein Youtuber namens Goldvision begeht digitalen Ungehorsam in GTA, indem er, so paradox es klingt, gehorsam ist. Er spielt den Online-Modus des aktuellen Titels GTA V als Pazifist. Ohne Gewalt, ohne Waffen in der Tasche und ohne eine rote Ampel zu überfahren. Seine Eindrücke stellt Goldvision, der im bürgerlichen Leben Jeremy Mattheis heißt, auf Youtube. Dort erschien bereits im Januar die erste von bis dato vier Folgen. Dass die Grand Theft Auto: Pacifist betitelte Serie erst jetzt im größeren Stil bekannt wird, liegt an einem Interview, das Goldvision jetzt dem US-Magazin Vice gab.

"Ich denke, dass viele Außenstehende eine negative Einstellung zur Gamer-Community haben. GTA ist ein gewalttätiges Spiel und deshalb glauben viele, es würde Gewalt fördern. Mit dem Projekt möchte ich versuchen, friedfertig mit anderen zu spielen", sagt Goldvision.

Doch geht das überhaupt? GTA stiftet nämlich selbst im Multiplayer-Modus hartnäckig die Spieler zu kriminellen Aktivitäten an. Bereits in der ersten Episode schlittert Goldvisions Spielfigur haarscharf an einem Unfall mit einem Mitspieler vorbei, der vor der Polizei flüchtet. Seine vorher weggeworfene Pistole erscheint nach jedem Neustart des Spiels immer wieder auf mysteriöse Weise in seinem Inventar. Und um überhaupt weiterzukommen, muss er früher oder später widerwillig einen Laden ausrauben.

Stellenmarkt
  1. SSA SoftSolutions GmbH, Augsburg
  2. Bundeskartellamt, Bonn

Dazu kommen die Mitspieler. In GTA V Online teilen sich die Spieler nämlich die riesige Welt von Los Santos und dem kalifornischen Hinterland mit anderen. Dass die gemeinsamen Aufgaben darin bestehen, Überfälle zu planen oder an illegalen Straßenrennen teilzunehmen, ist eine Sache. Dass viele Spieler aber vor allem daran interessiert sind, andere zu meucheln, ist eine andere. "Oft laufe ich nur durch die Straßen und jemand erkennt meinen Nutzernamen. Und zack, werde ich in den Kopf geschossen", sagt Goldvision. Es sind harte Zeiten für selbsternannte Pazifisten.

Ein Reihe ironischer Video-Essays

Goldvisions Ansatz ist nicht neu, er folgt der Tradition der Grenzgänger. So heißen Spieler, die bewusst das jeweilige Spielprinzip unterlaufen. Ein World-of-Warcraft-Spieler etwa hat 173 Tage damit verbracht, das höchste Spiellevel zu erreichen, indem er nie die Startregion verließ und stattdessen kontinuierlich Kräuter pflückte. Andere Spieler wandern in einer mehrjährigen Reise an die Grenzen von Minecraft. Für den Vorgänger GTA IV gibt es ebenfalls Anleitungen, wie man das Spiel mit möglichst wenig Gewalt meistern kann.

GTA: Pacifist unterscheidet sich darin, dass es keine für lange Zeit angelegte Serie ist, die von seinen Machern außerordentlich viel Fleiß und Zeit fordert. Es ist vielmehr eine lose Serie ironischer Video-Essays. Dozierend, trocken und emotionslos kommentiert Goldvision das Spielgeschehen und erklärt sein Vorhaben.

Was nach einer langweiligen Angelegenheit klingt, funktioniert genau durch diesen ungewöhnlichen Ansatz. Wenn Goldvision ernsthaft erklärt, dass er gerade kein Auto zur Verfügung hat (da er ja keines einfach aufbrechen kann wie der normale Spieler) und deshalb "die Gelegenheit für ein gesundes Jogging nutzt" oder sich über seltsame Frisuren wundert, ist das nicht nur witzig, es verschwinden die Grenzen zwischen Ernsthaftigkeit und Ironie: Meint der das wirklich so? Oder trollt er nur die Zuschauer, die prompt kommentieren, er solle das Spiel gefälligst "richtig" spielen.

Die Hölle sind die anderen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 14,99€ + 1,99€ Versand oder Abholung im Markt
  2. 54,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  3. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie

WeGeSt 17. Okt 2014

Naja eigendlich schon. Mann kann Stufe 10 Panzer (höchste Stufe) erreichen ohne einen...

Endwickler 16. Okt 2014

Ja, kann er, muss er aber nicht. Selbst dann kann es sein, dass er nichts gegen Gewalt...

Garius 14. Okt 2014

Gratuliere. Du hast nicht verstanden, worum's geht. Artikel lesen schafft da Abhilfe. Du...

KritikerKritiker 14. Okt 2014

...

Endwickler 13. Okt 2014

GTA Online gibt es aber noch nicht so lange wie GTA. Was soll so ein sinnfreier Beitrag? :-)


Folgen Sie uns
       


Asus ROG Phone - Hands On auf der Computex 2018

Das ROG ist ein interessantes Konzept, das sich schon beim an Gamer gerichteten Design von anderen Telefonen unterscheidet. Außergewöhnlich sind die vielen Zubehörteile: darunter ein Handheld-Adapter, ein Desktop-Dock, ein Anstecklüfter und ein Controllermodul. Wir haben es uns angeschaut.

Asus ROG Phone - Hands On auf der Computex 2018 Video aufrufen
Hasskommentare: Wie würde es im Netz aussehen, wenn es uns nicht gäbe?
Hasskommentare
"Wie würde es im Netz aussehen, wenn es uns nicht gäbe?"

Hannes Ley hat vor rund anderthalb Jahren die Online-Initiative #ichbinhier gegründet. Die Facebook-Gruppe schreibt Erwiderungen auf Hasskommentare und hat mittlerweile knapp 40.000 Mitglieder. Im Interview mit Golem.de erklärt Ley, wie er die Idee aus dem Netz in die echte Welt bringen will.
Ein Interview von Jennifer Fraczek

  1. Nutzungsrechte Einbetten von Fotos muss nicht verhindert werden
  2. Bundesnetzagentur UKW-Abschaltung abgewendet
  3. Drupalgeddon 2 115.000 Webseiten mit Drupallücken übernommen

KI in der Medizin: Keine Angst vor Dr. Future
KI in der Medizin
Keine Angst vor Dr. Future

Mit Hilfe künstlicher Intelligenz können schwer erkennbare Krankheiten früher diagnostiziert und behandelt werden, doch bei Patienten löst die Technik oft Unbehagen aus. Und das ist nicht das einzige Problem.
Ein Bericht von Tim Kröplin

  1. Künstliche Intelligenz Vages wagen
  2. KI Mit Machine Learning neue chemische Reaktionen herausfinden
  3. Elon Musk und Deepmind-Gründer Keine Maschine soll über menschliches Leben entscheiden

Russische Agenten angeklagt: Mit Bitcoin und CCleaner gegen Hillary Clinton
Russische Agenten angeklagt
Mit Bitcoin und CCleaner gegen Hillary Clinton

Die US-Justiz hat zwölf russische Agenten wegen des Hacks im US-Präsidentschaftswahlkampf angeklagt. Die Anklageschrift nennt viele technische Details und erhebt auch Vorwürfe gegen das Enthüllungsportal Wikileaks.

  1. Nach Gipfeltreffen Trump glaubt Putin mehr als US-Geheimdiensten
  2. US Space Force Planlos im Weltraum
  3. Gewalt US-Präsident Trump will Gespräch mit Spielebranche

    •  /