Grafiktreiber: AMDs Display-Code steht kurz vor Aufnahme in Linux-Kernel

Nach knapp eineinhalb Jahren Arbeit und anfangs großem Widerstand der Kernel-Community könnte der neue Display-Code von AMD nun in den Linux-Kernel wandern. Benötigt wird der Code vor allem für Vega und die kommenden Raven-Ridge, die auf Ryzen basieren.

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Referenzdesign von AMDs Vega, für die der DC-Code benötigt wird.
Referenzdesign von AMDs Vega, für die der DC-Code benötigt wird. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Im Februar 2016 hat das Linux-Kernel-Team von AMD mit DAL einen neuen Teil seiner freien Grafiktreiberarchitektur vorgestellt, der die Display-Aufgaben übernehmen soll. Dieser Teil heißt inzwischen DC (Display Core) und ist von der Linux-Kernel-Community lange zur Aufnahme in den Hauptzweig abgelehnt worden. Nach rund eineinhalb Jahren kontinuierlicher Arbeit ist aus der Ablehnung nun aber aktive Unterstützung geworden.

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Der AMD-Entwickler Alex Deucher hat den Code erneut zur Aufnahme eingereicht, und der Intel-Angestellte Daniel Vetter unterstützt dies nun offiziell. Vetter sprach sich in der Vergangenheit gegen die Aufnahme aus, da der Code zu viele eigene Abstraktionen nutze.

Vetter begründete sein Zustimmung nun so: "Also zumindest für mich ist das Ziel nicht, die Dinge perfekt zu machen, denn wenn wir uns derart verbiegen müssen, hätten wir keine Grafiktreiber. Wichtiger ist, ob die Verschmelzung einer neuen Treiberbasis dem gesamten Subsystem zugute kommt, und hier bedeutet dies vor allem, ob das DC-Team versteht, wie Upstream funktioniert und entworfen wurde, und ob der Code weitgehend mit der Upstream-Architektur übereinstimmt, insbesondere mit dem Atomic Modeset." Das ist laut Vetter inzwischen erreicht.

Auch der bei Google für das Linux-Grafiksystem von Chrome OS zuständige Sean Paul folgt diesem Gedanken. "Perfekt ist ein schwer erreichbares Ziel, und noch mehr, wenn sich das Ziel dauerhaft weiterentwickelt. So wie ich die Sache sehe, ist das größte Problem von DC kein Qualitätsproblem, sondern ein Größenproblem. Der Ursprung des Treibers aus Windows bedeutet, dass Dinge von Grund auf gebaut worden sind, anstatt die vorhandene (Linux-)Infrastruktur zu nutzen. Während dies ein echtes Problem ist, habe ich schon DRM-Treiber in viel schlechterer Form gesehen und bearbeitet als diesen", schreibt Paul.

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Die enge Verbindung des Linux-Codes zu dem Windows-Treiber hat Entwickler Harry Wentland im vergangenen Jahr auf der Konferenz der Linux-Grafikentwickler beschrieben. Das Windows- wie auch das Linux-Team profitieren dabei von der Arbeit des jeweils anderen Teams.

Langer Weg zur Unterstützung von Vega und Raven Ridge

Noch hat sich der hauptverantwortliche Maintainer des Linux-Grafiksystems, Dave Airlie, nicht zum weiteren Vorgehen geäußert, aber auch keine explizite Kritik geäußert. Der Code könnte zunächst in den DRM-Next-Zweig wandern und von dort weiter in den nächsten Linux-Kernel. Geht dieser Plan auf, könnte der DC-Code von AMD mit Linux 4.15 erscheinen, der vermutlich Anfang Januar final veröffentlicht wird.

Standardmäßig genutzt werden soll DC zunächst für Vega-Grafikkarten sowie für die kommenden Raven Ridge, die auf Ryzen basieren und eine Vega-Grafik verwenden. Für diese Hardware ist DC zwingend Voraussetzung zur Verwendung der eigentlichen Ausgabefähigkeiten unter Linux. Andere Teile des Treibers werden schon länger unterstützt. Genutzt werden kann die Hardware auch jetzt schon mit dem AMDGPU-Pro von AMD, der allerdings nicht für alle Linux-Distributionen und -Versionen bereitsteht.

Der neue Treibercode umfasst mehr als 100.000 Zeilen Quellcode und bringt unter anderem HDMI 2.0, Freesync oder Multi Stream Transport (MST) für Display Port. Unterstützt wird damit außerdem die Komprimierung auf der GPU, ein großer Gamut sowie die Unterstützung für HDR.

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