Grafiktreiber: AMDs Display-Code in Linux-Kernel aufgenommen

Linus Torvalds hat ohne Einwände den neuen Display-Code von AMD in den Linux-Kernel aufgenommen. Die mehr als 130.000 Zeilen Code sind anfangs noch auf sehr großen Widerstand der Kernel-Community gestoßen, dann aber über eineinhalb Jahre bearbeitet worden.

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Referenzdesign von AMDs Vega, für die der DC-Code benötigt wird.
Referenzdesign von AMDs Vega, für die der DC-Code benötigt wird. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Seit Februar 2016 arbeitet das Linux-Kernel-Team von AMD mit DAL an einem neuen Teil seiner freien Grafiktreiberarchitektur, der die Display-Aufgaben übernehmen soll. Dieser Teil heißt inzwischen DC (Display Core) und nach der öffentlichen Unterstützung mehrerer führender Linux-Grafiktreiberentwickler vor einigen Monaten ist DC nun von Linux-Erfinder und Chef-Entwickler Linus Torvalds in den Hauptzweig des Linux-Kernel aufgenommen worden.

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Der Code umfasst etwas mehr als 130.000 Zeilen und wird für Vega-Grafikkarten sowie für die Raven-Ridge-Chips von AMD genutzt, die auf Ryzen basieren und eine Vega-Grafik verwenden. Für diese Hardware ist DC zwingend Voraussetzung zur Verwendung der eigentlichen Ausgabefähigkeiten unter Linux. Genutzt werden kann die Hardware auch jetzt schon mit dem AMDGPU-Pro von AMD, der allerdings nicht für alle Linux-Distributionen und -Versionen bereitsteht.

Zusätzlich zu der eigentlichen Display-Ausgabe bringt der neue Treiber-Code auch weitere Funktionen wie HDMI 2.0, Freesync oder Multi Stream Transport (MST) für Display Port. Unterstützt wird damit außerdem die Komprimierung auf der GPU, ein großer Gamut sowie die Unterstützung für HDR.

Langer Weg zur Aufnahme

Ursprünglich erstellt worden ist der Code für Windows. Die enge Verbindung des Linux-Codes zu dem Windows-Treiber hat Entwickler Harry Wentland im vergangenen Jahr auf der Konferenz der Linux-Grafikentwickler beschrieben. Das Windows- wie auch das Linux-Team profitieren dabei von der Arbeit des jeweils anderen Teams. Diese Herkunft führte aber auch zu sehr vielen Schichten interner Abstraktionen, was der Hauptgrund für die lange Ablehnung der Kernel-Community gewesen ist. In den vergangenen rund eineinhalb Jahren ist der Code aber vor allem in Hinsicht darauf massiv umgearbeitet worden.

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Dennoch war bis zuletzt nicht wirklich klar, ob Torvalds den Code akzeptieren würde oder nicht. Deshalb hat der zuständige Betreuer David Airlie den DC-Code auch unabhängig von den anderen Änderungen am Grafikstack an Torvalds weitergereicht. Torvalds hat den DC-Code aber letztlich kommentarlos aufgenommen.

Noch sind die Arbeiten daran aber nicht wirklich abgeschlossen, so pflegt das Team der Treiber-Entwickler eine noch relativ umfangreiche TODO-Liste. Darüber hinaus bezeichnet Airlie die Qualität des DC-Codes als lediglich leicht besser im Vergleich zu dem Code im Staging-Zweig des Kernels. Darin werden Änderungen und Treiber gesammelt, die eigentlich nicht in den Hauptzweig des Kernels eingepflegt werden sollten, weil deren Code-Qualität nicht den Anforderungen der Community entspricht.

Die stabile Veröffentlichung des DC-Codes geschieht mit Linux 4.15, was für Mitte bis Ende Januar geplant ist.

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