Grafikserver: X.org und Wayland arbeiten besser zusammen
Um auch unter Wayland weiterhin X-Anwendungen anzuzeigen und benutzen zu können, arbeiten die Teams seit fast zwei Jahren an der Kompatibilitätsschicht XWayland, welche endlich im Hauptzweig von X.org enthalten ist. Der Wayland-Referenz-Compositor Weston kann das neue XWayland nun nutzen.
Weston unterstützt XWayland
Mit einem nur wenige hundert Zeilen Code umfassenden Patch(öffnet im neuen Fenster) pflegte Wayland-Initiator Kristian Høgsberg die Unterstützung für XWayland in Weston ein, so dass der Code mit der geplanten Veröffentlichung von Wayland und Weston 1.5 noch in diesem Monat genutzt werden kann.
Den bisherigen XWayland-Code in Weston musste Høgsberg entfernen, da dieser noch auf der veralteten Version aufbaute. Denn im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen und ersten Implementierungen haben die Entwickler XWayland grundlegend verändert.
XWayland als eigener Server
Bisher war XWayland ein Modul innerhalb des unter Linux-Systemen standardmäßig verwendeten X-Servers, der aus historischen Gründen nach wie vor unter dem Label XF86 entwickelt wird. Dieses Modul konnte von den XF86-Hardware-Treibern, etwa jenen von Intel, wiederverwendet werden, um X-Apps unter Wayland darzustellen, was aber einige Probleme verursachte.
Die neue Version von XWayland(öffnet im neuen Fenster) ist als sogenanntes DDX umgesetzt, also als eigenständiger Server, und damit vergleichbar zu XNest oder auch XQuartz, was unter OS X verwendet wird. Dadurch ergeben sich für die Teams einige Vorteile, aber zum Beispiel Nvidia(öffnet im neuen Fenster) ist mit diesem Vorgehen nicht sonderlich zufrieden, auch wenn an einer gemeinsamen Lösung gearbeitet werde.
Die Neuimplementierung ist unter anderem durch die Verwendung von DRI3 sowie der 2D-Beschleunigung Glamor möglich geworden. Einen Überblick über die Implementierung liefert Jasper St. Pierre in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) . Der X.org-Code wird final mit dem X-Server 1.16 veröffentlicht, der für den Sommer dieses Jahres geplant ist.
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