Grafikkarten: Virtual Link via USB-C für Next-Gen-Headsets

Der Virtual Link(öffnet im neuen Fenster) wird der neue Anschluss für VR-Headsets. Entwickelt wurde der offene Standard von einem Konsortium aus Grafikkarten-, Software- und Headset-Herstellern: AMD, Microsoft, Nvidia, Oculus und Valve haben sich für die Schnittstelle zusammengetan. Künftig sollen HMDs daher nur noch ein Kabel für Daten und Strom benötigen statt mehrere wie bisher.
Ein Oculus Rift oder ein WMR-Gerät etwa verwenden einen HDMI-1.3- und einen USB-Stecker. Der Virtual Link hingegen bündelt alles in einem Strang und nutzt einen USB-C-Stecker. Der Standard ist ein Alternate Mode für USB-C, wie es ihn für HDMI und Displayport gibt. Von Letzterem borgt er sich die vier HBR3-Lanes (High Bit Rate 3) für 32,4 GBit/s. Das reicht für ein 4K-Panel bei 120 Hz, also unkomprimierte 2.160 x 1.920 Pixel pro Auge. Am höchsten löst derzeit HTCs Vive Pro (Test) mit 1.600 x 1.440 Bildpunkten je Auge bei 90 Hz auf.
Neben der Ansteuerung der Panels übernimmt der Virtual Link auch den Datenstrom per USB 3.1 Gen2 über zwei weitere Lanes und er kann per Power Delivery ein angeschlossenes Headset mit bis zu 27 Watt versorgen. Damit sind mehr Chips und Sensoren im Gerät möglich als bisher. Durch die USB-C-Verbindung möchte das Konsortium die Unterstützung von Minirechnern und von Notebooks einfacher gestalten, die oft weniger Ports aufweisen als ein Desktop-PC. Wann VR-Headsets mit Virtual Link erscheinen, bleibt offen.
Nvidia scheint den neuen USB-C-Anschluss für die nächste Grafikkartengeneration fest eingeplant zu haben. Die intern Turing genannten Modelle sollen Virtual Link unterstützen – mehr als eine Andeutung, dass der Codename stimmt, gibt es seitens Nvidia aber nicht. Die Pixelbeschleuniger werden für Herbst 2018 erwartet.