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Grafikkarten und Gaming: AMD hat bei Anti-Lag 2 aus Fehlern gelernt

Einen Fehlstart wie bei der Vorgängerversion schließt AMD aus. Die Flexibilität wurde zwar eingeschränkt, dafür ist die Funktion deutlich effektiver.
/ Martin Böckmann
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Anti-Lag 2 wird zunächst in Counter-Strike 2 veröffentlicht. Dort soll es effektiver sein als die Vorgängerversion - und keine Bans verursachen. (Bild: AMD)
Anti-Lag 2 wird zunächst in Counter-Strike 2 veröffentlicht. Dort soll es effektiver sein als die Vorgängerversion - und keine Bans verursachen. Bild: AMD

AMD hat Anti-Lag 2 als Nachfolger von Anti-Lag+ vorgestellt(öffnet im neuen Fenster) . Während es beim Start von Anti-Lag+ fälschlicherweise gebannte Spieler infolge von AMDs Eingriffen in die Spieldateien gab, die am Ende sogar ein Entfernen der Funktion aus dem Treiber nach sich zogen, geht AMD nun anders vor.

Wie bei der Konkurrenz muss die Funktion jetzt direkt in das Spiel integriert werden. Zudem erscheint Anti-Lag 2 zunächst nur in einem Preview-Treiber für Counter-Strike 2, der allerdings frei verfügbar ist.

Anti-Lag ist AMDs Äquivalent zu Nvidia Reflex(öffnet im neuen Fenster) , das ebenfalls nur mit Unterstützung der jeweiligen Spieleentwickler in diversen Titeln für eine geringere Eingabelatenz sorgt. Bei beiden Herstellern werden die Einzelbilder möglichst direkt nach einer Eingabe durch die Benutzer erzeugt statt zu einem festen Zeitpunkt. Besonders die Zusammenarbeit von CPU und GPU spielt dabei eine wichtige Rolle.

Bei voller Auslastung der Grafikkarte berechnet der Prozessor die notwendigen Daten für das nächste Bild teilweise zu schnell. Durch eine bessere Synchronisation würde die CPU mit Anti-Lag-2 in dieser Situation länger warten. Sie kann dann aktuellere Informationen als Grundlage nutzen und die Daten direkt an die Grafikkarte übergeben, die gerade mit dem letzten Bild fertig geworden ist. Die Zeit zwischen Mausbewegung und dem dazu passenden Bild wird somit verkürzt.

Ohne Engine-Support geht es offenbar nicht

Ein Teil des Features funktioniert allerdings nur dann wirklich gut, wenn der Grafikkartentreiber möglichst direkten Zugriff auf die Spielinformationen hat. Da jedoch auch Cheat-Programme darauf angewiesen sind, sperren Anti-Cheat-Mechanismen Spieler, die durch Manipulationen versuchen, so Zugriff zu erlangen oder gar Dateien zu modifizieren. Zudem ist direkte Unterstützung offenbar noch einmal effektiver, wie AMDs Zahlen belegen sollen.

Anti-Lag 2 ist dort durchgehend einige Millisekunden schneller als die Vorgängerversion. In E-Sport-Titeln ist eine geringere Latenz grundsätzlich vorteilhaft, da Gegner früher dargestellt werden und auch Bewegungen und die Zielerfassung präziser gesteuert werden können. Der Vorteil ist gegenüber den Mitspielern zwar oft sehr gering, gerade ambitionierte Spieler optimieren jedoch, wo sie können.

Interessierte Counter-Strike-Spieler könnten den AMD-Adrenalin-Treiber in der Version 24.5.1 (Anti-Lag 2 Technical Preview) herunterladen. AMD listet die kompatiblen Grafikkarten auf, sie umfassen praktisch alle RDNA-Modelle. Nicht unterstützt werden die Vorgänger Vega, inklusive der Ryzen-7000-iGPU und Polaris (RX 400/500). Im Anschluss an die Vorschau will AMD das SDK für Anti-Lag 2 als Open Source zur Verfügung stellen, um die Integration durch andere Spieleentwickler zu ermöglichen.


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