Grafikkarten: Meine Geforce RTX 3090 für 1.850 Euro war noch günstig

Heute kostet die gleiche Grafikkarte 2.700 Euro! Die Gaming-Community scheint das Geld trotzdem zu haben. Das könnte ein Problem werden.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Die Geforce RTX 3090 war schon damals viel zu teuer.
Die Geforce RTX 3090 war schon damals viel zu teuer. (Bild: Golem)

Noch im November 2020 dachte ich mir: Gebe ich jetzt wirklich 350 Euro mehr Geld aus, um mir meine schon so überteuerte Grafikkarte zu kaufen? Zähneknirschend und mit halb zugekniffenen Augen habe ich dann doch auf den Bestellschalter gedrückt. Schließlich hatte ich mich seit der Ankündigung von Nvidia Ampere und der Geforce RTX 3090 auf echtes 4K-Gaming auf einem tollen 144-Hz-Monitor gefreut.

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Dabei habe ich anfangs wirklich mit mir gekämpft und wollte die sich anbahnende GPU-Knappheit zunächst abwarten - so wie viele andere Menschen sicherlich auch. Im Frühling 2021 kostet das von mir gekaufte Modell - eine Gigabyte RTX 3090 Vision OC - nun mittlerweile 2.700 Euro. Mein schon damals überteuerter Kauf einer ohnehin bereits überteuerten Grafikkarte war anscheinend noch ein guter Deal gewesen.

Wie bei eigentlich allen Karten von Nvidia und AMD ist der Preis mittlerweile so exorbitant gestiegen, dass diese eigentlich keine Abnehmer mehr finden dürften. Dem ist aber nicht so, sonst würden große Händler wie Alternate, Caseking, Mediamarkt, Mindfactory und Co. sie nicht wöchentlich innerhalb weniger Tagen ausverkaufen. Ich finde, hier gibt es allerdings ein Problem.

Bei Nvidia und AMD klingelt die Kasse

Natürlich sehen Nvidia, AMD und Boardpartner die noch gut gefüllten Taschen der Gaming-Community - da gibt es eben noch etwas Geld zu holen. Die Spielerschaft ist bereit, mehr Geld für mehr Frames pro Sekunde auszugeben. Entsprechend ist ein weiterer Preisanstieg kommender Grafikkartengenerationen mehr als wahrscheinlich - auch ohne Chipknappheit.

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Der Trend hatte sich bereits bei Nvidias sehr gut abschneidender Pascal-Generation und Grafikkarten wie der Geforce GTX 1080 Ti und Geforce GTX 1080 abgezeichnet. Die Nachfolgegeneration Turing hatte die Preise durch die hohe Beliebtheit steigen lassen. Dieser Effekt wird sich nach dem Ampere- und RDNA2-Debakel noch einmal verstärken.

Jetzt, wo AMD wieder konkurrenzfähige GPUs anbietet, kann sich der Konzern ebenfalls einiges leisten. Neu angekündigte Grafikkarten sind direkt ausverkauft und kommen bereits zu doppelten Preisen in den Handel. Zuletzt war das bei der Radeon RX 6700 XT zu beobachten, die für 750 Euro statt der eigentlich geplanten 450 Euro in den Handel kam.

Den Händlern bleibt aber keine andere Wahl. Laut internen Golem.de-Quellen liegen die Einkaufspreise bei Nvidia und AMD bereits wesentlich über den UVPs, mit denen sich die beiden Kontrahenten gegenseitig unterbieten wollen. Die so groß angekündigten Preise sind nichts anderes als eine Täuschung.

Doch was kann die Gaming-Community tun? Gebrauchte Grafikkarten vergangener Generationen zu kaufen ist mittlerweile keine Option mehr: Die Vorräte sind schlicht erschöpft und die Preise entsprechend unverhältnismäßig hoch.

Warten auf die nächsten Grafikkarten

Ich würde mittlerweile auf die nächste Generation der Grafikkarten warten, auch wenn sie wahrscheinlich im Preis steigen wird. Fast ein halbes Jahr nach dem Launch ist keine Besserung der Liefersituation bei Nvidia und AMD in Sicht und die Preise für Ampere und RDNA2 (Bugnavi) werden nur noch mehr steigen.

Tatsächlich habe ich meine Geforce RTX 3090 für 4K-Gaming bisher nur in einem Spiel wirklich ausnutzen können: In Cyberpunk 2077. Viele AAA-Games definieren sich mittlerweile nicht mehr durch ihre tolle PC-Grafik. Stattdessen werden sie an die Leistung der Playstation 5 und Xbox Series X angepasst, die in etwa auf dem Niveau einer AMD Radeon RX 6700 XT liegen.

Radeon RX 6700 XT

Natürlich gibt es Ausreißer wie etwa Assassin's Creed: Valhalla mit hohen Systemanforderungen. Titel wie Valheim, Factorio, Counter Strike: Global Offensive und andere zeigen aber: Es muss nicht immer die beste Grafik sein, um erfolgreich zu werden.

Da Entwicklerstudios zudem lieber traditionelle Marken durch Remaster-Versionen aufleben lassen, statt Neues zu entwickeln, ist zumindest 2021 nicht mit vielen grafisch anspruchsvollen Titeln zu rechnen.

Zur Not wäre es für mich eher eine Option, die Grafikdetails herunterzustellen, statt weiteres unnötiges Geld in Unternehmen zu stecken, die ihre Kundschaft offensichtlich nur als volle Geldsäcke sehen. Das funktioniert ja bislang recht gut und hat leider auch bei mir Wirkung gezeigt.

Ein wenig Reue kommt da schon auf.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

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Nestea_Zen 30. Mär 2021

das. jemand der Kinder hat, kauft keine Karte für ¤2000-3000. Zuletzt aus Zeitmangel. au...

Lacrimula 24. Mär 2021

Ja, da ist einfach so viel Luft noch nach oben. Wenn die Karten aber weiterhin so dicke...

Rax 23. Mär 2021

Die 2080 gibt es für 700¤, die 3060 Ti kostet 1000¤+ Ergibt Sinn.

Eheran 23. Mär 2021

Warum nicht einfach 10000 ¤ für die Grafikkarte? Mit absurden Zahlen kann man sich alles...



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