Grafikkarten: Die RTX 5090 soll zum Titan-Ersatz werden

Nvidia hat laut einigen Berichten(öffnet im neuen Fenster) mit der kommenden Geforce RTX 5090 Großes vor(öffnet im neuen Fenster) . Denn wenn der Verkaufspreis zur Nebensache wird, ist vieles möglich. So soll die Platine in mehrere Teile geteilt sein, um die Montage am 4-Slot-Kühler der nie erschienenen Geforce RTX 4090 Ti / RTX Titan Ada zu ermöglichen. Die Anzahl der Speicherchips soll außerdem steigen, da weiterhin ein 512-Bit-Speicherinterface vermutet wird.
Der Chip selbst soll Nvidias komplexester monolithischer Chip werden. Ein MCM-Design (Multi-Chip-Module) wie bei Blackwell-GPUs für KI-Rechenzentren soll Nvidia im Gaming-Bereich nicht verfolgen. Das wäre sehr teuer und könnte weitere Probleme durch die limitierte Verbindungsgeschwindigkeit zwischen mehreren Chips verursachen.
Stattdessen bringt Nvidia noch mehr Ausführungseinheiten auf einem Chip unter. Das nächste Topmodell soll 96 statt 72 Texturprozessor-Cluster haben, 192 statt 144 SMs (Streaming Multiprocessor) und damit 24.567 Shader-Einheiten im Vollausbau bieten. Dabei bleibt noch die Frage offen, wie viele der Einheiten letztendlich aktiv sein werden. Bei der Nvidia-Geforce-RTX-4090 sind nur 128 von 144 SMs aktiv, was 16.384 Shader-Einheiten ergibt. Ein Ti-Modell oder gar eine Titan-Grafikkarte gibt es in der Ada-Serie bisher nicht.
Geteiltes PCB für neues Kühlkonzept
Bereits zur Ada-Generation (RTX-40) gab es Bilder von Prototypen-Grafikkarten(öffnet im neuen Fenster) , bei denen die Platine samt GPU und Speicher auf der Unterseite eines 4-Slot-Kühlers verbaut ist und damit parallel zum Mainboard. Das ermöglicht eine effizientere Nutzung der gesamten Kühlfläche. Nvidias kurze Platinen sehen für RTX-40-Grafikkarten eine vollständige Durchströmung des Kühlers auf der hinteren Hälfte der Grafikkarte vor, das könnte beim vermuteten 4-Slot-Kühler der RTX 5090 über die gesamte Länge möglich sein.
| Serie | Geforce RTX 4000 (Ada) | Geforce RTX 5000 (Blackwell) |
|---|---|---|
| Shader-Einheiten | 18.342 | 24.567 |
| SMs | 144 | 192 |
| Grafikspeicher | 24 GByte GDDR6X | 32-64 GByte GDDR7 |
| Speicherinterface | 384-Bit | 512-Bit |
| L2-Cache | 72 MByte | 128 MByte |
Der vermutete 512-Bit-Speicherbus bedeutet außerdem zusätzliche Speicherchips, die um die GPU herum verteilt sein müssen. 16 Stück sollen es sein, bei 2 GByte-ICs also 32 GByte. Theoretisch hätte Nvidia auch Zugriff auf größere Chips, was 48 oder 64 GByte ohne doppelseitige Bestückung erreichbar macht. Zumindest für Workstation-Ableger wäre das als Nachfolger der RTX-6000-Ada mit 48 GByte denkbar, während im Gaming-Bereich 32 GByte realistisch sind.
Preis und Kompatibilität
Für Besitzer von High-End-PCs mit großzügig ausgelegten Netzteilen dürfte sich wenig ändern, außer dass das 600-Watt-Limit der 12VHPWR-Stecker von einem noch leistungsfähigeren Chip womöglich häufiger erreicht wird. Eine Nvidia Geforce RTX 4090 kann zwar theoretisch so viel Leistung im OC-Modus aufnehmen, in der Praxis bleibt es aber häufig bei 350 bis 400 Watt selbst bei hoher Auslastung.
Mehr als 600 Watt erwarten wir hingegen nicht, das dürfte für viele Nutzer die Grenze des praktisch Machbaren überschreiten. Mehr als einen Stromstecker könnten hingegen insbesondere die Grafikkarten der Boardpartner haben, nachdem sich der Stecker bei aktuellen RTX-4090-Grafikkarten als Schwachstelle herausgestellt hat. Durch die Verteilung der Last auf zwei Kabel kann eine Überhitzung vermutlich ausgeschlossen werden.
Eine noch komplexere GPU samt Multi-PCB und dem bisher größten Kühler von Nvidia dürfte aber alles andere als günstig werden. Günstiger als die Geforce RTX 4090 wird der Nachfolger sicherlich nicht, wir gehen eher von einem spürbaren Aufpreis aus. Nähere Details zu den Karten könnte der Hersteller auf der nächste Woche stattfindenden Computex 2024 preisgeben, ein Marktstart wird frühstens in Herbst 2024 erwartet.