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Grafikentwickler: X.org-Community wegen CI in Geldsorgen

Die neue Gitlab-Instanz mit CI-Pipeline der Grafikentwickler der X.org-Community kommt gut an – offenbar zu gut. Die Kosten steigen so schnell, dass es neue Lösungen braucht oder eine Notabschaltung der CI ist unausweichlich.
/ Sebastian Grüner
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Die Community der freie Linux-Grafiktreiber hat finanzielle Sorgen mit ihrer Infrastruktur. (Bild: Liam Quinn,flickr.com)
Die Community der freie Linux-Grafiktreiber hat finanzielle Sorgen mit ihrer Infrastruktur. Bild: Liam Quinn,flickr.com / CC-BY-SA 2.0

Mit wichtigen Funktionen der Gitlab-Instanz der Freedesktop-Community könnte es schneller wieder vorbei sein, als es der Community gefallen dürfte. Die Freedesktop-Community nutzt die Code-Hostingplattform Gitlab mit angeschlossener Continuous Integration (CI) erst seit dem vergangenen Jahr. Wie der Entwickler Daniel Vetter nun im Namen der X.org-Organisation schreibt(öffnet im neuen Fenster) , übersteigen die Kosten aber massiv das verfügbare Budget.

Sollte die Verwendung der Plattform weiter wachsen wie bisher, könnte dies laut Vetter im laufenden Jahr rund 75.000 US-Dollar an Kosten verursachen und im kommenden Jahr dann rund 90.000 US-Dollar. Mit der aktuellen Sponsor-Struktur könne der Dienst zu diesen Kosten aber nicht aufrechterhalten werden.

Der Großteil der Kosten wird demnach durch die CI-Pipeline und vor allem durch den Transfer damit verbundener Daten verursacht. Der Betrieb ohne CI würde nur rund 30.000 US-Dollar kosten, was mit aktuellen Sponsoren finanziert werden könne. Um nicht in eine finanzielle Schieflage zu geraten, werde deshalb die CI-Funktion schon im Mai oder Juni abgestellt, sofern sich keine andere Lösung oder weitere Sponsoren fänden.

Aus der Community wurden bereits Vorschläge geäußert, dass sich die Entwickler um die Aufnahme in spezielle Sponsorenprogramme für Open-Source-Software bemühen sollten, etwa von dem CDN-Betreiber Fastly oder auch bei Amazon. Alternativ dazu schlägt der Enlightenment-Entwickler Carsten Haitzler vor(öffnet im neuen Fenster) , bei diesen hohen Summen das Geld lieber in eigene Hardware zu investieren und die Software einfach selbst zu hosten, statt Cloud-Computing zu nutzen.


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