Grafikbeschleunigung: Blender will auf OpenCL verzichten

Das Entwicklungsteam der freien 3D-Grafiksuite Blender will seinen Cycles-Renderer grundlegend überarbeiten(öffnet im neuen Fenster) . Cycles dient für das sogenannte Physically Based Rendering (PBR) und ermöglicht in Blender damit etwa photorealistische Darstellungen. Für den neuen Ansatz für Cycles, der unter dem Projektnamen Cycles X läuft, will das Team künftig aber auch vollständig auf den offenen Standard OpenCL verzichten.
Die Gründe dafür seien schlicht eine Kombination verschiedener Probleme und Unzulänglichkeiten mit OpenCL. Das gehöre etwa, dass die eigene Unterstützung für sogenannte Split-Kernel(öffnet im neuen Fenster) nur unzureichend sei. Hinzu kommen laut der Ankündigung Treiber-Fehler und die Tatsache, dass die Entwicklung des OpenCL-Standards "feststeckt" . All das trage zu einem Pflegeaufwand bei, der nun als "zu kompliziert" beschrieben wird.
Bisher unterstützt Cycles zur GPU-Beschleunigung des Renderings für Nvidia-Grafikkarten dessen proprietäre Cuda- und Optix-Schnittstellen. OpenCL wird für AMD- und Intel-Grafikchips genutzt. Daraus ergibt sich mit dem Verzicht auf OpenCL nun also das Problem für Blender, dass der neue Cycles-X-Renderer nicht plattformübergreifend genutzt werden kann. Die bisher dafür erstellte Technik unterstützt lediglich die Nvidia-Schnittstellen.
Übergreifende Unterstützung soll kommen
Das Team arbeitet zwar bereits mit AMD und Intel daran, die neue Cycles-Technik auch auf deren neuere APIs zu portieren wie etwa CYCL, HIP oder auch das von Apple präferierte Metal. "Dies wird nicht unbedingt für die erste Version bereitstehen, die Implementierung muss eine höhere Qualität erreichen als jetzt" , schreibt das Team dazu. Die Unterstützung aller großen GPU-Hersteller bleibe aber weiter klares Ziel der Blender-Macher, bekräftigt das Team in dem Blogpost.