Abo
  • IT-Karriere:

Grafikunterstützung: KWin bald ohne OpenGL-1-Backend

Der KWin-Entwickler Martin Gräßlin erklärt, wie schwer es ist, veraltete GPUs zu unterstützen. Das OpenGL-1-Backend könnte deshalb eventuell aus der Fensterverwaltung entfernt werden. Ersatz bietet der Llvmpipe-Treiber.

Artikel veröffentlicht am ,
Alte Hardware wie diese Geforce 4200 bereitet erheblichen Mehraufwand.
Alte Hardware wie diese Geforce 4200 bereitet erheblichen Mehraufwand. (Bild: Alwin)

Die Unterstützung des OpenGL-1-Backends bedeute großen Mehraufwand für KWin, schreibt KDE-Entwickler Martin Gräßlin in seinem Blog. Er erwägt deshalb, dieses Backend langfristig nicht mehr zu unterstützen. Davon betroffen wären Anwender des proprietären AMD-Treibers Flgrx und von Intel-Chipsätzen, die älter als sechs Jahre sind.

Stellenmarkt
  1. ABUS Kransysteme GmbH, Gummersbach
  2. Der Polizeipräsident in Berlin, Berlin

Vor kurzem wurde bekannt, dass Apples Mac OS X Lion wohl ältere Hardware nicht mehr unterstützen wird. Der Grund dafür sollen Intel-GPUs sein.

Die Unterstützung von Low-End-Grafiklösungen über OpenGL-ES-2.0 trage auch zu einer Verbesserung von OpenGL 2.0 in KWin bei, schreibt Gräßlin. Für das OpenGL-1-Backend gelte das jedoch nicht, deshalb beanspruche die Entwicklung daran mehr Ressourcen. Weiter erschwert werde seine Entwicklungsarbeit dadurch, dass es kaum möglich sei, Hardware zu testen, die nur OpenGL 1 unterstütze.

Alte Hardware bedeutet viel Aufwand

Um die integrierten Grafiklösungen von Intel zu testen, müsste ein ganzes System angeschafft werden, da die GPUs nicht einzeln gekauft werden können. Bei Grafikkarten von Nvidia oder AMD sei das Problem ähnlich gelagert: In aktuellen Mainboards seien keine AGP-Steckplätze vorhanden. Daher könne Code für die veralteten GPUs nur in alten Systemen getestet werden, schlussfolgert Gräßlin. Auf diesen Systemen Code mehrfach zu kompilieren und zu testen, bedeute jedoch erheblichen Zeitaufwand.

"Etwa 5 Prozent unseres Code sind zur Unterstützung alter Hardware gedacht", schätzt Gräßlin. Dieser Code sei darüber hinaus über viele Dateien verstreut und enthalte häufig Ifdef-Anweisungen, um den OpenGL-1-Code "vor dem GL-ES-Backend zu verstecken". Das Fazit Gräßlins ist ernüchternd: "Wir haben die Komplexität und den Wartungsaufwand für Hardware erhöht und haben Code für OpenGL-1-Hardware, den wir nicht wirklich testen können. (...) Außerdem können wir zukünftig davon nichts unterstützen. Weder Wayland noch Qt 5 sind auf solcher Hardware sinnvoll einsetzbar."

KWin bald ohne OpenGL 1?

Die logische Konsequenz wäre Gräßlin zufolge, den OpenGL-1-Code zu entfernen. Wie viel Anwender mit Intel-Grafik das beträfe, sei schwer zu schätzen, schreibt Gräßlin. Das größere Problem gelte jedoch für die Nutzer des proprietären AMD-Treibers Flgrx. Denn dieser beschränkt die OpenGL-Nutzung auf OpenGL 1. Mit dem Ende der Unterstützung dafür würde also auch das OpenGL-Compositing auf der Hardware mit dem proprietären Treiber komplett entfallen - das sei zwar nicht erstrebenswert, aber auch nicht problematisch, da der freie Radeon-Treiber OpenGL 2 unterstütze.

Endgültig will sich Gräßlin erst entscheiden, wenn er die Fähigkeiten von Mesa 8.0 zusammen mit dem Llvmpipe-Treiber unter Debian Testing untersuchen kann. Die nächste Fedora-Version wird bereits Llvmpipe einsetzen, damit jeder Nutzer die Gnome-Shell benutzen kann. Sollte Llvmpipe zufriedenstellend funktionieren, wird Gräßlin den OpenGL-1-Code wohl endgültig entfernen.

Nachtrag vom 27. Februar 2012

In einem Eintrag im inoffiziellem Bugzilla zu AMDs Catalyst unter Linux schreibt ein AMD-Entwickler, dass an einer Lösung gearbeitet werde, die die Verwendung von OpenGL 2 zusammen mit KWin erlauben soll. Bis wann die Funktion implementiert sein soll, ist nicht bekannt. Gräßlin kommentierte unterdessen in seinem Blog, er werde die Unterstützung von OpenGL 1 frühestens in einem Jahr beenden.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 88,00€
  2. 107,00€ (Bestpreis!)
  3. 135,80€
  4. (u. a. Alien 40th Anniversary Steelbook, Ash vs Evil Dead Collector's edition, Predator 1 - 4 Box...

regiedie1. 01. Mär 2012

Herausgefunden: Mit diesem Aufruf nutzt man Kwin OpenGL ES 2 Direct Rendering in fglrx...

Stebs 27. Feb 2012

Es geht hier darum, dass alte Grafikkarten anstatt programmierbare Shader noch fixed...

nille02 22. Feb 2012

KDE könnte sich auch einfach mal an AMD wenden um "Partner" zu werden. Dann hast du immer...

Schiwi 21. Feb 2012

Zumal es ja sogar einen Ersatz mit dem Llvmpipe-Treiber geben soll. Apple dagegen...


Folgen Sie uns
       


Honor 20 Pro - Hands on

Das Honor 20 Pro ist das neue Oberklasse-Smartphone der Huawei-Tochter. Als Besonderheit gibt es eine Vierfachkamera, um für möglichst viele Objektivsituationen gewappnet zu sein. Hinweis vom Hersteller: "Bei den gezeigten Geräten der Honor-20-Serie handelt es sich um Demoversionen, die sich in Aussehen und Funktion von der finalen Version unterscheiden können."

Honor 20 Pro - Hands on Video aufrufen
Erasure Coding: Das Ende von Raid kommt durch Mathematik
Erasure Coding
Das Ende von Raid kommt durch Mathematik

In vielen Anwendungsszenarien sind Raid-Systeme mittlerweile nicht mehr die optimale Lösung. Zu langsam und starr sind sie. Abhilfe schaffen können mathematische Verfahren wie Erasure Coding. Noch existieren für beide Techniken Anwendungsgebiete. Am Ende wird Raid aber wohl verschwinden.
Eine Analyse von Oliver Nickel

  1. Agentur für Cybersicherheit Cyberwaffen-Entwicklung zieht in den Osten Deutschlands
  2. Yahoo Richterin lässt Vergleich zu Datenleck platzen

Dr. Mario World im Test: Spielspaß für Privatpatienten
Dr. Mario World im Test
Spielspaß für Privatpatienten

Schlimm süchtig machendes Gameplay, zuckersüße Grafik im typischen Nintendo-Stil und wunderbare Dudelmusik: Der Kampf von Dr. Mario World gegen böse Viren ist ein Mobile Game vom Feinsten - allerdings nur für Spieler mit gesunden Nerven oder tiefen Taschen.
Von Peter Steinlechner

  1. Mobile-Games-Auslese Ein Wunderjunge und dreimal kostenloser Mobilspaß
  2. Mobile-Games-Auslese Magischer Dieb trifft mogelnden Doktor
  3. Hyper Casual Games 30 Sekunden spielen, 30 Sekunden Werbung

In eigener Sache: Golem.de bietet Seminar zu TLS an
In eigener Sache
Golem.de bietet Seminar zu TLS an

Der Verschlüsselungsexperte und Golem.de-Redakteur Hanno Böck gibt einen Workshop zum wichtigsten Verschlüsselungsprotokoll im Netz. Am 24. und 25. September klärt er Admins, Pentester und IT-Sicherheitsexperten in Berlin über Funktionsweisen und Gefahren von TLS auf.

  1. In eigener Sache Zweiter Termin für Kubernetes-Seminar
  2. Leserumfrage Wie können wir dich unterstützen?
  3. In eigener Sache Was du schon immer über Kubernetes wissen wolltest

    •  /