Grace: Ein hüpfendes Fahrzeug sucht nach Wasser auf dem Mond

Eine neue Landefähre der im US-amerikanischen Bundesstaat Texas ansässigen Raumfahrtfirma Intuitive Machines reist seit dem 27. Februar 2025 zum Mond . An Bord befindet sich ein 4G-Netz von Nokia, ein Rechenzentrum und zwei Raumfahrzeuge. Eines davon hüpft und heißt Grace(öffnet im neuen Fenster) . Andere Namen sind µNova Hopper und Micro Nova.
Die Prime-2-Mission, auch IM-2 genannt, soll am 6. März 2025 in der Region Mons Mouten landen, die etwa 160 Kilometer vom Südpol des Mondes entfernt ist. Auch die Chinesen und Inder landeten mit ihren Missionen bereits in der Nähe des Mondsüdpols , allerdings nicht so nah, wie Intuitive Machines es versucht.
Wassereis am Mondsüdpol
Die wissenschaftliche Fachwelt vermutet, dass an den Polen des Mondes Wassereis eingeschlossen sein könnte . Es soll sich vor allem in den dauerhaft beschatteten Regionen (Permanently Shadowed Regions, PSR) befinden. Das sind Krater in der Nähe der Pole, die aufgrund der Neigung des Mondes zur Sonne nie Sonnenlicht auf die Innenseiten bekommen.
Die Temperaturen auf der Mondoberfläche können im Verlauf eines Mondtages von der Nacht zum Tag zwischen -150 und 120 Grad Celsius schwanken. Tag und Nacht auf dem Mond entsprechen jeweils etwa 14 Erdentagen. In den PSR steigen die Temperaturen jedoch nie über -170 Grad Celsius.
"Eis ist eine der wichtigsten flüchtigen Substanzen, an denen wir interessiert sind" , sagt Adam Schlesinger, Nasa-Projektleiter des kommerziellen Mondprogramms CLPS (Commercial Lunar Payload Services). "Man könnte das Eis nutzen, um auf der Oberfläche Treibstoff zu erzeugen."
Damit könnte man von der Mondoberfläche zur Erde zurückkehren oder vielleicht eines Tages zu anderen Welten wie dem Mars aufbrechen.
Grace Hopper: Hüpfend zum Ziel
Nach der Landung soll der mit drei Motoren ausgestattete Grace Hopper über die Oberfläche des Mondes springen. Grace ist ungefähr so groß wie eine Gitarre. Nach ein paar Probesprüngen wird Grace in einen im Schatten liegenden Mondkrater hüpfen.
Das Team hat einen kleinen Krater etwa 200 Meter von der Landestelle entfernt im Visier, der derzeit als H bekannt ist. Der Krater hat einen Durchmesser von etwa 250 Metern und ist etwa 20 Meter tief, den Boden erreicht die Sonne nie. Somit könnte es sich um einen idealen Ort für Wassereis handeln .
Grace wird für 45 Minuten in den Krater springen, Scheinwerfer einschalten, um den Boden zu beleuchten, Bilder und Messwerte aufnehmen. Anschließend wird der Hüpfer den Krater wieder verlassen.
Die Suche nach Wasser und Neutronen
Mit einem Infrarotinstrument, dem Lunar Radiometer (LRAD), werden Temperaturen über große Distanzen hinweg berührungslos gemessen. Das Instrument wurde von der Freien Universität Berlin und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bereitgestellt. Die Sensoren dieses Instruments wurden am Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) in Jena(öffnet im neuen Fenster) hergestellt.
Grace ist außerdem mit einem Neutronenspektrometer ausgestattet, gebaut von dem ungarischen Unternehmen Pulis Space Technologies. Es soll nach Neutronen suchen, die von der Oberfläche kommen und möglicherweise beeinflusst wurden durch Wasserstoff im Eis, das im Boden ist.
Obwohl eine Eisschicht auf dem Kraterboden als "unwahrscheinlich" gilt, sagt Trent Martin von Intuitive Machines(öffnet im neuen Fenster) , dass Grace möglicherweise Anhaltspunkte für Eis im Mondboden sehen könne. "Grace ist derzeit die einzige Möglichkeit, in einen Krater zu gelangen."