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GPS-Spoofing: US-Forscher narren Drohnen

Ein Team von Wissenschaftlern aus Texas hat demonstriert, wie es möglich ist, Drohnen mit falschen GPS-Signalen zu entführen. Grund ist, dass zivile Drohnen kein verschlüsseltes GPS-Signal nutzen.
/ Werner Pluta
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Militärische Drohne Global Hawk: verschlüsseltes GPS-Signal (Bild: Northrop Grumman)
Militärische Drohne Global Hawk: verschlüsseltes GPS-Signal Bild: Northrop Grumman

Experten warnen immer wieder vor der Anfälligkeit des Satellitennavigationssystems Global Positioning System (GPS). Bisher ging es dabei aber eher um die Störung des Signals ("Jamming"). Wissenschaftler in den USA haben gezeigt, wie sie durch ein gefälschtes GPS-Signal eine Drohne entführen können.

Unverschlüsselt

Anders als die unbemannten Fluggeräte (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) des US-Militärs nutzen die zivilen Drohnen kein verschlüsseltes GPS-Signal. Den Wissenschaftlern vom Radionavigation Laboratory(öffnet im neuen Fenster) der Universität des US-Bundesstaates Texas in Austin ist es gelungen, einer Drohne ein falsches Signal ("Spoofing") unterzuschieben und diese so unter ihre Kontrolle zu bringen.

Vorführung von GPS-Spoofing
Vorführung von GPS-Spoofing (03:28)

Um einen Angriff auf ein GPS-System durchzuführen, brauchen die Forscher um Todd Humphreys einen sogenannten Spoofer, der die falschen Signale aussendet. Sie hätten den besten Spoofer bislang gebaut, sagte der Projektleiter dem US-Fernsehsender Fox(öffnet im neuen Fenster) . Die Materialkosten lägen bei 1.000 US-Dollar.

Stärkeres Signal

Am Anfang eines Angriffs sende der Spoofer seine Signale mit einer geringeren Leistung als das echte Signal. Er erhöhe dann die Leistung, bis die falschen Signale stärker seien als die echten. Dann könnte der Spoofer seine Signale an das Gerät schicken und die Kontrolle darüber übernehmen. Im Labor hätte kein ziviler GPS-Empfänger ihrer Angriffstechnik widerstanden, schrieben die Forscher Anfang des Jahres in der Zeitschrift GPS World(öffnet im neuen Fenster) .

In der vergangenen Woche haben Humphreys und sein Team Mitarbeitern der US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) und des US-Heimatschutzministeriums (Department Of Homeland Security, DHS) ihren GPS-Angriff auf Drohnen in der Wüste des US-Bundesstaates New Mexico vorgeführt. Hintergrund ist, dass der US-Luftraum in drei Jahren für Drohnen geöffnet werden soll. Das DHS hat schon zwei Programme – Patriot Watch(öffnet im neuen Fenster) und Patriot Shield(öffnet im neuen Fenster) – aufgelegt, die sich mit den GPS-Sicherheitslücken beschäftigen sollen.

Attentat mit Drohnen

Humphreys erwartet, dass nach der Freigabe die Zahl der Drohnen in den USA rapide ansteigen wird. Das US-Transportunternehmen Fedex etwa erwägt, seine Flotte dann durch unbemannte Transportflugzeuge zu ergänzen. Was, wenn ein Attentäter ein solches UAV entführe und in ein Gebäude fliegen lasse, sagte der Wissenschaftler dem US-Sender.

Die Industrie sei sich dieser Problematik durchaus bewusst, schreibt der Verband Association of Unmanned Vehicle Systems International(öffnet im neuen Fenster) (AUVSI) in einer Stellungnahme für das US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum(öffnet im neuen Fenster) . Es werde bereits daran gearbeitet, die Technik, die das Militär in seinen Drohnen einsetze, um GPS-Spoofing zu verhindern, auch für zivile Drohnen verfügbar zu machen. Einige nutzten auch alternative Navigationssysteme, die eine Drohne gegen GPS-Spoofing weniger anfällig machten.


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