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GPRS und EDGE: Die Schweiz leitet das Ende von 2G ein

Swisscom macht den Anfang: GPRS und Edge werden im Schweizer Mobilfunknetz abgeschaltet. Die Frequenzen können andere Netze verbessern.
/ Oliver Nickel
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GPRS und Edge waren zu Zeiten der Tastentelefone tolle Technologien. (Bild: Pixabay.com)
GPRS und Edge waren zu Zeiten der Tastentelefone tolle Technologien. Bild: Pixabay.com

Als eines der ersten europäischen Länder neben den Niederlanden wird die Schweiz das 2G-Netz Ende 2020 komplett abschalten. Der Carrier Swisscom macht den Anfang. Das berichtet das Unternehmen auf der eigenen Webseite(öffnet im neuen Fenster) . Damit endet eine Ära der Mobilfunknetze, die bereits in den 1990er Jahren ihren Anfang nahm.

In den frühen 2000er Jahren und auch mit dem Aufkommen von UMTS/HSPA – bekannt als 3G – existierten GSM-Verbindungen per GPRS und Edge als Rückfallebene. Das hat sich mit dem Aufkommen schnellerer Verfahren wie 4G und 5G und dem immer größer werdenden Bedarf an Bandbreite geändert und 2G wurde zumindest in der Schweiz immer weniger gebraucht.

Die GSM-Frequenzen im Bereich von 850 bis 1.900 MHz können schlussendlich für neuere Techniken freigemacht werden. Das ist laut Swisscom ein Vorteil der Abschaltung des Netzes. Außerdem ist das veraltete Funknetz extrem energieaufwendig. "Das 2G-Netz benötigt 5.400 Watt für die Übertragung eines einzigen Megabytes Daten" , schreibt das Unternehmen. Zum Vergleich: Moderne Funktechniken benötigen dafür wohl lediglich 0,2 Watt.

Abschaltung in Deutschland eher unwahrscheinlich

Swisscom ist allerdings nur einer von mehreren Mobilfunknetzbetreibern in der Schweiz. Es ist wahrscheinlich, dass die Technik bei anderen Unternehmen stellenweise noch verwendet wird. Als großer Vertreter des Landes nimmt Swisscom allerdings eine Pionierposition ein, der andere Hersteller wahrscheinlich schnell folgen. Das 3G-Netz ist die nächste Technik, die nach 2G in der Schweiz abgeschaltet wird. Bis dahin soll es aber noch dauern. Swisscom plant, HSPA und UMTS bis 2024 abzuschalten.

In Deutschland bleibt das 2G-Netz in vielen ländlichen Gebieten eine Rückfallebene, auf die teils recht häufig zurückgegriffen werden muss. Das Netzwerk ermöglicht weiterhin Kommunikation per Text und Voice over IP, ist aber für Webbrowsing, GPS-Navigation und andere Aufgaben zu langsam. Das Problem: Selbst in der Bundeshauptstadt Berlin gibt es stellenweise schlecht ausgebaute Standorte, an denen 2G und kein anderes Netz empfangbar ist – auch mit modernen Endgeräten. Das ist zumindest die Erfahrung einiger Redakteure von Golem.de. Es ist daher unwahrscheinlich, dass 2G in Deutschland so schnell verschwinden wird.


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