GPL: Lizenzprobleme von Ruby-Gem bringt Rails Schwierigkeiten

Ein Ruby-Paket hat seine Lizenz richtiggestellt und nutzt nun die GPL. Das bringt Ruby on Rails einige Probleme und kaputte Builds.

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Die Lizenz eines Ruby-Pakets sorgt für Probleme.
Die Lizenz eines Ruby-Pakets sorgt für Probleme. (Bild: Pixabay)

Der Entwickler Bastien Nocera hat entdeckt, dass ein Großteil des von ihm gepflegten Codes des Projekts Shared-Mime-Info in dem Ruby-Gem Mimemagic genutzt wird. Das Problem dabei: Shared-Mime-Info steht unter der GPLv2, so dass übernommener Code ebenfalls unter dieser Lizenz weiterverbreitet werden muss.

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Mimemagic stand bisher aber unter der MIT-Lizenz, was eine Verletzung der ursprünglichen Lizenzbedingungen ist. Daniel Mendler, der Betreuer von Mimemagic, hat dies direkt behoben, aber damit wohl eine Kaskade weiterer und größerer Probleme für Ruby-Projekte wie Ruby on Rails ausgelöst, wie das Magazin The Register berichtet.

Mendler hat wie erwähnt schnell reagiert und die Version 0.4.0 und 0.3.6 von Mimemagic direkt erneut unter der GPLv2 veröffentlicht. Ältere Versionen des Projekts hat der Entwickler jedoch von dem Paket-Index Ruby-Gems zurückgezogen.

Über Ruby-Gems lassen sich analog zu vielen anderen Programmiersprachen Pakete als Abhängigkeiten für eigene Projekte beziehen. Das Github-Repository von Mimemagic ist nun außerdem offiziell archiviert, was zu verstehen geben soll, dass die Entwicklung daran nicht mehr weitergeführt wird.

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Mendler hatte zunächst alle vorherigen Versionen, die vor 0.4 erschienen sind, aus dem Paketarchiv entfernt, was zu extrem vielen Problemen bei verschiedenen Projekten führte, die die veralteten Versionen noch als Abhängigkeiten nutzen. Immerhin war der genutzte Code nicht mehr verfügbar. Mit der Veröffentlichung von 0.3.6 unter der GPLv2 ist dies zumindest teilweise behoben.

Rails arbeitet an Ersatz

Anwendungen wie das sehr weit verbreitete Web-Framework Ruby on Rails und darauf aufbauende Web-Anwendungen können zwar nach einer möglicherweise notwendigen Paketaktualisierung wieder verwendet werden. Durch diesen Schritt würden sie dann aber auch definitiv Code unter der GPLv2 verwenden. Das ist aus unterschiedlichen Gründen für einige Projekte aber keine veritable Möglichkeit, zum Beispiel weil es sich dabei um proprietäre Software handelt, was den Bedingungen der GPLv2 entgegensteht.

Um das Problem mit möglichen Lizenzinkompatibilitäten doch noch zu lösen, untersucht das Rails-Team Möglichkeiten, einen Ersatz für Mimemagic zu nutzen und zu integrieren, der nicht unter GPLv2 steht. Dieses Vorgehen unterstützt auch Mendler.

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demonkoryu 29. Mär 2021

Äh, nein. Generell ist Permissive (BSD/MIT/...) freier, weil jeder (auch Firmen) die...

lestard 26. Mär 2021

Das wäre dann ja aus technischer Sicht das dümmste Urteil überhaupt. Zumindest in...

mnementh 26. Mär 2021

Das ist so generell mein Problem mit der GPL. Hier geht es nicht darum, dass ein Nicht...

Dera 26. Mär 2021

Dies steht dem lediglich entgegen, wenn diese proprietäre Software vertrieben wird. Da...

kayozz 25. Mär 2021

Nein, es geht um ein paar 100-Zeilen C-Code und die Daten in der XML-Datei. Denn das...



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