• IT-Karriere:
  • Services:

GPL-Klage: Klage von Hellwig gegen VMware erneut abgewiesen

Auch im Berufungsverfahren ist die Klage von Linux-Entwickler Christoph Hellwig gegen VMware abgewiesen worden. Hellwig hatte dem Unternehmen einen Verstoß gegen die GPLv2 und damit Urheberrechtsverletzung vorgeworfen.

Artikel veröffentlicht am ,
Das OLG Hamburg hat die Klage von Christoph Hellwig abgewiesen.
Das OLG Hamburg hat die Klage von Christoph Hellwig abgewiesen. (Bild: Pauli-Pirat, flickr.com/CC-BY-SA 4.0)

Die Frage, ob VMware mit seiner Nutzung von Linux-Kernel-Treibern in dem Virtualisierungsprodukt ESXi gegen Urheberrechte des Kernel-Entwicklers Christoph Hellwig verstößt, bleibt vorerst weiter ungeklärt. Das Hanseatische OLG Hamburg hat die von Hellwig angestrebte Berufung in dem Fall abgewiesen, wie die Pressestelle des Gerichts auf Anfrage von Golem.de mitteilte.

Stellenmarkt
  1. Gebr. Taskin Logistics GmbH, Sprockhövel
  2. Stuttgarter Lebensversicherung a.G., Stuttgart

Hellwig wirft VMware konkret vor, dass das Unternehmen seinen Linux-Code mit dem eigenen proprietären ESXi-Bestandteil Vmkernel kombiniere, ohne den entsprechenden Quellcode bereitzustellen, wie dies von der GPL gefordert wird. Der Vmkkernel wiederum kommuniziere über das Vmk-API mit einem Vmklinux genannten Kernel-Modul. Letzteres ist von VMware unter der GPL verfügbar.

  • Schematische Darstellung des Aufbaus von Esxi aus Sicht von Hellwig (Bild: Software Freedom Conservancy - CC-BY-SA 4.0)
Schematische Darstellung des Aufbaus von Esxi aus Sicht von Hellwig (Bild: Software Freedom Conservancy - CC-BY-SA 4.0)

Nach der schwierigen Verhandlung in erster Instanz hatte das LG Hamburg (Az. 310 O 89/15) die Klage von Hellwig als unbegründet abgewiesen. Der Kläger habe nicht ausreichend nachgewiesen, welche seiner Codeteile VMware verwendet habe. Die vorgelegten Beweismittel genügten den "prozessualen Anforderungen an die Darlegungslast des Klägers" nicht.

Schwierige Beweislast

Dieser Einschätzung folgen nun offenbar auch die Richter am OLG Hamburg (Az. 5 U 146/16). Das hatte sich bereits in der mündlichen Verhandlung im vergangenen Herbst angedeutet. Dort meldeten die Richter schon viele Zweifel an, ob Hellwig überhaupt ausreichend begründet habe, dass er klageberechtigt sei.

Wie wir in unserem Bericht zu der mündlichen Verhandlung bereits geschrieben haben, ist dies im Vergleich zu statischen Werken wie etwa Textpassagen in Zeitschriften oder Büchern vergleichsweise schwierig. Immerhin handelt es sich bei dem Linux-Kernel um Software, die von einer Gemeinschaft kontinuierlich weiter bearbeitet wird.

Zu den vorgetragenen Beweisen von Hellwig und seinem Anwalt Till Jäger gehören der Verhandlung zufolge offenbar E-Mails der Diskussionen, die Patch-E-Mails, welche über Mailinglisten verteilt werden und die Änderungen der Autoren einzeln darstellen, mit Git erstellte Blame-Dateien sowie zuletzt sogar eine Token-basierte Analyse der einzelnen Beiträge Hellwigs, die mit dem Werkzeug Cregit erstellt wurden. Hellwig gehört darüber hinaus zu den aktivsten Kernel-Entwicklern überhaupt, der sehr viele einzelne Änderungen in Linux einbringt.

Der Vortrag von Hellwig hatte aber schon das LG Hamburg nicht ausreichend überzeugt, und dieser Einschätzung hat sich nun offenbar auch das OLG Hamburg angeschlossen. Die von dem Gericht in dem Berufungsverfahren vorgeschlagene Einigung in dem Fall ist offensichtlich nicht zustande gekommen.

Hellwig hat nun theoretisch die Möglichkeit, eine Revision des Urteils am BGH anzustreben. Die rechtlichen Hürden dafür sind zwar vergleichsweise hoch, aufgrund der besonderen Rechtslage in der Frage zur Darlegungslast des Urheberrechts an einem komplexen Software-Sammelwerk wie dem Linux-Kernel könnte eine Revisionsentscheidung aber von grundsätzlicher Bedeutung sein, sodass der BGH eine Revision annehmen könnte. Ob und wann es dazu kommt ist, derzeit aber nicht absehbar.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. 299,00€ (Bestpreis! zzgl. Versand)
  3. täglich neue Deals bei Alternate.de

janoP 07. Mär 2019

...wird jeder Richter schnell nach Gründen suchen, die Klage abzuweisen. Kein Jurist will...

lear 03. Mär 2019

Soweit ich das verstehe, klagt er gegen ein "GPL-Kondom" (-- GK-H), da erübrigt sich...


Folgen Sie uns
       


Eigene Deep Fakes mit DeepFaceLab - Tutorial

Wir zeigen im Video, wie man mit DeepFaceLab arbeitet.

Eigene Deep Fakes mit DeepFaceLab - Tutorial Video aufrufen
Razer Blade Stealth 13 im Test: Sieg auf ganzer Linie
Razer Blade Stealth 13 im Test
Sieg auf ganzer Linie

Gute Spieleleistung, gute Akkulaufzeit, helles Display und eine exzellente Tastatur: Mit dem Razer Blade Stealth 13 machen Käufer eigentlich kaum einen Fehler - es sei denn, sie kaufen die 4K-Version.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Naga Left-Handed Edition Razer will seine Linkshändermaus wieder anbieten
  2. Junglecat Razer-Controller macht das Smartphone zur Switch
  3. Tartarus Pro Razers Tastenpad hat zwei einstellbare Schaltpunkte

Smarter Akku-Lautsprecher im Praxistest: Bose zeigt Sonos, wie es geht
Smarter Akku-Lautsprecher im Praxistest
Bose zeigt Sonos, wie es geht

Der Portable Home Speaker ist Boses erster smarter Lautsprecher mit Akkubetrieb. Aus dem kompakten Gehäuse wird ein toller Klang und eine lange Akkulaufzeit geholt. Er kann anders als der Sonos Move sinnvoll als smarter Lautsprecher verwendet werden. Ganz ohne Schwächen ist er aber nicht.
Ein Praxistest von Ingo Pakalski

  1. ANC-Kopfhörer Bose macht die Noise Cancelling Headphones 700 besser
  2. Anti-Schnarch-Kopfhörer Bose stellt Sleepbuds wegen Qualitätsmängeln ein
  3. Noise Cancelling Headphones 700 im Test Boses bester ANC-Kopfhörer sticht Sony vielfach aus

Apex Pro im Test: Tastatur für glückliche Gamer und Vielschreiber
Apex Pro im Test
Tastatur für glückliche Gamer und Vielschreiber

Steelseries bietet seine mechanische Tastatur Apex 7 auch als Pro-Modell mit besonderen Switches an: Zum Einsatz kommen sogenannte Hall-Effekt-Schalter, die ohne mechanische Kontakte auskommen. Besonders praktisch ist der einstellbare Auslösepunkt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Bluetooth und Ergonomic Keyboard Microsoft-Tastaturen kommen nach Deutschland
  2. Peripheriegeräte Microsofts neue Tastaturen haben Office- und Emoji-Tasten
  3. G Pro X Gaming Keyboard Logitech lässt E-Sportler auf austauschbare Tasten tippen

    •  /