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Ist die Klage begründet?

Wie erwähnt, muss das Gericht eben zuerst klären, ob die Klage überhaupt begründet ist. Hellwigs Beiträge zu Linux fallen der Beschreibung nach wohl nur unter das sogenannte Bearbeiterurheberrecht. Das heißt, Hellwig kann nur die möglichen Verletzungen seiner einzelnen Beiträge geltend machen. Die Richter sind sich hier spürbar unsicher, ob die aufgeführten Codezeilen denn Beiträge von ausreichend hoher Bedeutung sind. VMware meint offenbar, dass dies nicht der Fall sei, da Hellwigs Code höchstens 1 Prozent der Übernahmen in VMK-Linux ausmachen.

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Es könne aber durchaus sein, so die Richter, dass nur einige wenige Zeilen Code von ausreichend großer Bedeutung sein könnten, um Ansprüche geltend machen zu können. Auskünfte hierzu könnte ein Sachverständiger bieten, eine Option, die sich die Richter offenhalten wollen. Für den Freischaffenden Hellwig erhöhen sich die Kosten und das finanzielle Risiko des Verfahrens damit wohl deutlich.

Ein Sachverständiger müsste den Richtern dabei wohl den Aufbau und die Arbeitsweise des Linux-Kernels mit seinen vielen Subsystemen und internen Helferfunktionen verständlich machen. Hellwig führt unter anderem seine Urheberrechte am SCSI-Subsystem sowie dem Radix-Tree an, ebenso an einigen SCSI-Gerätetreibern. Geklärt werden müsste, ob VM-Kernel den Radix Tree überhaupt nutzt und wenn ja, wofür? Und ermöglichen das SCSI-Subsystem und die Treiber nicht erst den Einsatz auf Millionen von Servern? Doch um zu klären, ob das Urheberrecht tatsächlich verblasst oder nicht, müsste wohl auch die Vorgehensweise der Kernel-Hacker selbst analysiert werden.

Beiträge zu moderner Softwareentwicklung

Zwar gibt es immer noch einige wenige Programmierer, die allein in ihrem sprichwörtlichen Kämmerlein wochenlang Quellcode schreiben, um diesen dann später zu veröffentlichen. Insbesondere Teile von Linux werden aber in Gemeinschaft erstellt. Mitunter diskutieren die Beteiligten dabei über mehrere Monate hinweg auf Mailinglisten und Konferenzen Hunderte einzelne Patches, die aufeinander aufbauen und zu einem Gesamtwerk zusammengefügt werden sollen.

Dabei werden teilweise große wichtige Funktionsbereiche des Kernels von Grund auf neu erstellt, wie im vergangenen Jahr etwa der Assembler-Code für die x86-Architektur. Ob bei dieser Arbeitsweise allein der geschriebene Code ausschlaggebend sein kann, was als Beitrag zählt, erscheint als ein großes Problem. Neben der Diskussion und dem Ideenaustausch zur tatsächlichen Implementierung könnte aber ebenso das Löschen von Code als Bearbeitung gesehen werden. Vor allem Letzteres ist im Sinne des Urheberrechts womöglich aber schwer zu argumentieren. Den Verfahrensbeteiligten wird es vermutlich nicht besonders leicht fallen, einen geeigneten Sachverständigen in Deutschland zu finden, der zu alldem fundiert Auskunft geben könnte. Sofern es denn dazu kommen sollte.

 Willkürliche Trennung oder stabile Schnittstellen?Spannender Nebenschauplatz statt Grundsatzfragen 
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Moe479 01. Mär 2016

zu einem geringen anteil verletzt zu werden, bedeutet doch auch verletzt zu...

schily 29. Feb 2016

Dabei ist es unerheblich, ob die beiden Teile eine logische Einheit bilden. Wichtig ist...

schily 29. Feb 2016

Ich möchte auch mal meine Zustimmung äußern: Der Artikel wäre bei Heise niemals so...

Anonymer Nutzer 27. Feb 2016

Ein Beweisbeschluss ergeht ja nur, wenn überhaupt ein Parteivortrag bestritten wird...

Moe479 26. Feb 2016

Wenn ein Programm etwas macht, was der eigenen Meinung entspricht, z.B. dem FBI keinen...


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