Govecs Flex 2.0 im Test: Der robuste Roller für Elektromoped-Einsteiger
Der neue Govecs Flex ist ein flinker, sehr gut verarbeiteter Elektroroller. Gefertigt wird der Roller in der EU - was sich auf den Preis auswirkt.
Govecs Elektroroller Flex 2.0, zunächst nur für Lieferdienste und Sharing-Anbieter erhältlich gewesen, ist bald auch für Privatpersonen zu haben. Golem.de hat sich den Nachfolger des ersten Flex für eine Probefahrt geliehen und überprüft, ob er den Preis ab 4.000 Euro wert ist.
Govecs vermarktet das neue Modell wieder als Flex, der Vorgänger wird nicht mehr hergestellt. Der neue Flex ist ein Kleinkraftrad der Klasse L1e, das mit einem Führerschein der Klasse AM, A1 oder B gefahren werden darf. Es ist auf 45 km/h gedrosselt, was für die Stadt vollkommen ausreicht, für Fahrten auf Landstraßen aber zu wenig sein dürfte. Entsprechend sehen wir den Einsatzzweck des Flex wie den anderer Roller mit 45-km/h-Beschränkung in der Stadt.
Der Flex hat ein modernes Design, das allerdings nicht übertrieben futuristisch und kantig wirkt. Unser Testfahrzeug ist cremefarben, die Panels sind aus komplett durchgefärbtem Kunststoff gefertigt. Kratzer sind kaum sichtbar, da sich kein Lack ablösen kann - in der Stadt ein nicht unerheblicher Vorteil, wie wir aus Erfahrungen mit anderen Rollern wissen. Die Panels sind zudem sehr flexibel, weshalb sie weniger leicht brechen sollen.
Stabiler Rahmen, kein Klappern
Auffällig bei der Konstruktion des Flex ist der deutlich sichtbare Stahlrohrrahmen: Er zieht sich über beide Seiten des Rollers, der auch dadurch sehr stabil und widerstandsfähig wirkt. Unter der geräumigen Sitzbank für zwei Personen ist auf jeder Seite jeweils ein Bumper verbaut, der den Roller vor Stößen schützen soll. Auch beim Fahren ist die hochwertige Verarbeitung spürbar: Selbst bei grobem Kopfsteinpflaster mit Schlaglöchern klappert am Roller nichts.
Video: Govecs Flex 2.0 Probe gefahren [2:24]
Der Flex wird von einem in der Nabe des hinteren Rades verbauten 2,3-kW-Motor angetrieben, zum Einsatz kommt ein von Govecs selbst entwickeltes Aggregat. Das Grundmodell des Rollers wird mit einem Lithium-Ionen-Akku ausgeliefert, der 33,5 Ah hat und auf dem Papier eine Reichweite von 57 Kilometern. Im Alltag sind es eher 50 Kilometer. Unser Testfahrzeug kommt mit zwei Akkus, was für 90 bis 100 Kilometer ausreicht.
Die Akkus des Flex können entnommen und geladen werden, was für Nutzer in der Stadt unabdingbar ist. Alternativ können die Aggregate auch direkt im Roller geladen werden. Eine Ladestation, in die die Akkus zum Laden einfach eingeschoben werden, ist nur gegen Aufpreis erhältlich. Damit die Akkus nicht versehentlich verkehrt in den Roller geschoben werden, sind sie an einer Seite etwas dicker als an der anderen - eine clevere Idee, finden wir. Mit unter zehn Kilogramm sind die Akkus zudem leicht auch mehrere Stockwerke hochzutragen. Die Ladezeit für einen Akku beträgt 4,5 Stunden, bei zwei Akkus sind es lange acht Stunden.
Der Govecs Flex braucht nur für das Akkufach einen Schlüssel, ansonsten wird er komplett schlüssellos bedient. Viel Platz ist im Staufach nicht, gegen Aufpreis gibt es ein Topcase, das automatisch mitverriegelt wird. Zum Starten des Rollers drücken wir lediglich einen Knopf, entsperrt und fahrbereit gemacht wird der Roller anschließend über eine Schlüsselkarte. Sie wird an die Unterseite des fünf Zoll großen Displays gehalten, auf dem alle wichtigen Informationen angezeigt werden.
Akkufach lässt sich mit Schlüssel öffnen
Govecs hat glücklicherweise nicht den gleichen Fehler begangen wie Unu, die auch für das Fach mit den Akkus auf eine elektronische Verriegelung setzen. Sind die Akkus sowie die interne Backup-Batterie beim Unu leer, kommen Nutzer nicht mehr an die Akkus heran - dann muss der Kundendienst helfen. Beim Flex ist das ausgeschlossen.