Direkt mit guter Beschleunigung losfahren

Haben wir den Flex entsperrt, können wir sofort losfahren - einen zusätzlichen Sicherheitsschalter oder eine komplette Motorabschaltung wie beim MQi GT von Niu, den wir für gewöhnlich fahren, gibt es nicht. Beim Anfahren fällt uns sofort die gute Beschleunigung auf: Wir kommen wesentlich schneller vom Fleck als mit dem MQi GT. An die Beschleunigung einer E-Schwalbe im Boost-Modus kommt der Flex zwar nicht heran, dafür klingt der Roller aber auch nicht wie ein startendes Flugzeug - im Gegenteil: Er macht beim Fahren gar kein Geräusch.

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Nach der guten anfänglichen Beschleunigung ist der Flex schnell bei den maximalen 45 km/h angelangt. Die Motorsteuerung gefällt uns sehr gut: Bei dauerhafter Beschleunigung ruckelt der Antrieb nicht, auch eine Zwischenbeschleunigung etwa von 30 auf 45 km/h hat einen guten Zug. Verschiedene Fahrmodi hat der Flex nicht - die sind für unseren Geschmack aber auch nicht nötig: Wie bereits beim Elmoto Loop von Govecs finden wir den einzigen Fahrmodus sehr gut, da er zum einen eine ordentliche Beschleunigung bietet, sich zum anderen aber auch bei niedrigeren Geschwindigkeiten gut steuern lässt.

Volle Beschleunigung bei halber Umdrehung des Griffs

Der Beschleunigungsgriff hat einen für unseren Geschmack unnötig großen Drehbereich: Die volle Geschwindigkeit ist bereits nach einer recht kurzen Drehung erreicht, wir können den Griff aber noch mindestens einmal so weit drehen. Beim MQi GT ist der drehbare Bereich kürzer, was uns besser gefällt. Hat man aber beim Flex einmal verstanden, dass man den Griff nicht komplett drehen muss, um die volle Leistung abzurufen, fährt sich der Roller entspannter.

  • Unter der Sitzbank ist bei Verwendung von zwei Akkus kein Stauraum - standardmäßig kommt der Roller mit einem Akku. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Bedienelemente sind einfach gehalten. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das LED-Licht ist auch bei Tage immer an und kann auf Fernlicht umgeschaltet werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Wer mit dem Govecs Flex auch mal einkaufen gehen will, sollte über die Anschaffung des optionalen Topcases nachdenken. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Flex hat einen gut zupackenden Seitenständer ...
  • ... sowie einen Hauptständer. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Bedient wir der Flex ohne einen Schlüssel: Zum Starten drücken wir auf einen Knopf und entsperren den Roller mit einer Schlüsselkarte. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Panels des Flex sind aus komplett durchgefärbten, flexiblen Kunststoff gefertigt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auf dem 5-Zoll-Farbdisplay werden alle wichtigen Informationen angezeigt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Govecs Flex ist ein 45-km/h-Elektroroller. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Roller hat ein robustes Äußeres und lässt sich komfortabel fahren. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Die Bedienelemente sind einfach gehalten. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Und entspanntes Fahren ist durchaus Programm beim Flex: Dank des breiten Lenkers und der großen 16-Zoll-Reifen fährt sich der Roller nicht nur leicht, sondern auch sehr stressfrei. Unebenheiten sind auch dank der großen Reifen weniger problematisch, den Rest übernimmt die Federung des Rollers. Vorne ist eine hydraulische Gabel mit 80 mm Federweg verbaut, hinten ein Öldruck-Stoßdämpfer mit einem Federweg von 75 mm. Mit einer Batterie wiegt der Flex knapp 105 Kilogramm, mit zwei Batterien knapp unter 115 Kilogramm - ein angenehmes Gewicht. Die Spiegel bieten einen guten Blick nach hinten, sind aber nur mit Werkzeug zu verstellen.

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Sowohl vorne als auch hinten sind Scheibenbremsen verbaut, die gut zupacken. Ein unterstützendes Bremssystem hat der Flex nicht - weder ABS noch CBS. Bei unserem Testfahrzeug war die vordere Bremse deutlich zu hören - es handelt sich Govecs zufolge aber auch nicht um das fertige Seriengerät, das für Privatnutzer erhältlich ist. Der Roller hat Rekuperation, allerdings nur, wenn wir die hintere Bremse verwenden.

Auf dem auch bei hellem Tageslicht gut ablesbaren Display wird uns neben der Geschwindigkeit der Ladestand angezeigt, ebenso die Restreichweite, die Rekuperation, der Gesamtkilometerstand sowie der Kilometerstand des aktuellen Trips. Dieser lässt sich über einen mit "Mode" beschrifteten Button am linken Handgriff zurücksetzen. Verwenden wir zwei Akkus, wird uns auch angezeigt, welcher Akku gerade in Benutzung ist. Nachts schaltet das Display automatisch in einen dunklen Modus um, der beim Fahren entsprechend nicht stört.

Blinker ohne Ton

Neben dem nicht automatisch zurücksetzenden Blinker, der leider keinen Ton von sich gibt, und der Hupe hat der Flex nur noch einen Knopf zur Aktivierung des Fernlichtes an Einstellungsmöglichkeiten. Am Display selbst können wir nichts bedienen, es handelt sich nicht um einen Touchscreen - eine vernünftige Entscheidung, um Ablenkungen zu verhindern. Der Flex schaltet während der Fahrt immer wieder zwischen den Batterien hin und her. Verwenden wir zwei Batterien, lässt sich der Roller ab einem Ladestand von acht Prozent nur noch mit verringerter Höchstgeschwindigkeit fahren; bei Verwendung eines Akkus erfolgt das bei zehn Prozent.

Beim Fahren ist der ursprüngliche Einsatzzweck des Flex gut bemerkbar: Als Sharing-Roller sollte das Gefährt möglichst auch für ungeübte Fahrer gut zu steuern zu sein, ohne sie mit zu vielen Einstellungen zu überfordern. Der Flex eignet sich unserer Meinung nach entsprechend gut für Rollerneulinge, aber auch für Nutzer, die sich einfach auf einen Roller setzen wollen, ohne sich vorher zwischen Fahrmodi entscheiden zu müssen.

Da der neue Flex auch als Roller für Lieferdienste entwickelt wurde, hat er zudem eine hohe Gesamtnutzlast. Govecs gibt bei Verwendung eines Akkus eine maximale Nutzlast von 172,5 Kilogramm an, mit zwei Akkus sind es 163,5 Kilogramm. Das sollte für zwei durchschnittliche Personen locker ausreichen. Für Mitfahrer gibt es ausklappbare Fußrasten.

Weniger Extras als die Konkurrenz aus China

Verglichen mit dem MQi GT bietet der Flex deutlich weniger Extras: Es gibt weder ein Warnblinklicht noch einen Tempomaten, der in 30er-Zonen oder auf langen Straßen ohne Ampeln durchaus praktisch ist. Auch eine App-Anbindung gibt es nicht; diese ist aber technisch möglich und wohl auch angedacht - der Vorgänger hatte auch eine App. Aktuell noch nicht verfügbar sind eine Alarmanlage und Tracking per GPS. Im Datenblatt wirbt Govecs bereits mit der Alarmanlage, sie ist aber noch nicht implementiert.

Einen Zeitrahmen, wann Käufer mit neuen Funktionen rechnen können, wollte uns Govecs nicht verraten. Denkbar ist, dass der Hersteller von Unu gelernt hat, bei denen es lange dauerte, bis die versprochene App endlich kam. Das bedeutet, dass der Flex verglichen mit günstigeren Rollern chinesischer Hersteller wie Niu aktuell weniger Zusatzfunktionen hat - was für manche Interessenten ein wichtiger Faktor sein könnte.

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 Govecs Flex 2.0 im Test: Der robuste Roller für Elektromoped-EinsteigerVerfügbarkeit und Fazit: Govecs Flex 
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ThadMiller 16. Sep 2022 / Themenstart

Bürokratie? Die Macht der Autolobby würde ich sagen. Das "langsam halten" geht doch schon...

M.P. 16. Sep 2022 / Themenstart

Naja, Roller bewegen sich eher im näheren Umfeld um die Wohnung ihres Besitzers - da...

LadyDie 16. Sep 2022 / Themenstart

Kraftfahrstrassen und Autobahnen sind natürlich nicht mit den Dingern erlaubt. Während...

TrollNo1 15. Sep 2022 / Themenstart

Du bist dann einer von diesen Leuten, die kilometer weit gradeaus fahren und blinken? :D...

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