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Gothic Remake im Test: So ein Ruhrpott-Rollenspiel ist halt unkaputtbar

Gothic Remake trifft den Geist des Originals erstaunlich gut. Atmosphäre, Erkundung und Fortschritt begeistern – nur technisch hakt es noch.
/ Peter Steinlechner
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Szene aus Gothic Remake (Bild: Bild: THQ Nordic / Screenshot: Golem)
Szene aus Gothic Remake Bild: Bild: THQ Nordic / Screenshot: Golem
Inhalt
  1. Gothic Remake im Test: So ein Ruhrpott-Rollenspiel ist halt unkaputtbar
  2. Gothic Remake: Verfügbarkeit und Fazit

Kaum landen wir innerhalb der magischen Barriere, bekommen wir ordentlich die Fresse poliert – und Diego steht daneben und findet das völlig in Ordnung. So lernen wir, wie die Kolonie funktioniert, findet der spätere Begleiter.

Also: Willkommen in Gothic Remake! Die Neuauflage des oft als Ruhrpott-Rollenspiels bezeichneten Titels ist genauso erbarmungslos wie das 2001 von Piranha Bytes veröffentlichte Original (Retrotest auf Golem (g+)), und ähnlich wie Diego finden wir: gut so!

Gothic behandelt uns wieder von der ersten Minute an wie einen unbedeutenden Neuankömmling. Niemand wartet auf den großen Helden, keiner nimmt Rücksicht auf uns. Anfangs sind wir froh, wenn uns nicht die erste Fleischwanze oder ein Scavenger erledigt.

Selbst kleinere Gegner können gefährlich werden, bis wir Erfahrungspunkte sammeln, Lernpunkte verdienen und bei Trainern endlich bessere Fähigkeiten freischalten. Dieses Fortschrittssystem funktioniert erneut hervorragend: Wer stärker werden möchte, muss sich seinen Platz in der Kolonie erarbeiten.

Dort führen wir Gespräche, in denen es ebenso ruppig und bodenständig zugeht wie im Original von Gothic – und eben auch im Ruhrpott, so zumindest das Klischee. Da motzt uns jemand unfreundlich an, wenn wir wiederholt in seine Holzhütte latschen, und ohne viel Federlesens werden uns die Machtstrukturen in der Fantasywelt erklärt.

Hinter dem Remake steckt ein spanisches Entwicklerstudio namens Alkimia Interactive(öffnet im neuen Fenster), und das hat etwa die Sprachausgabe teils mit Sprechern des Originals neu aufgenommen – was durchgehend sehr stimmig wirkt.

Ebenso gelungen ist die Spielwelt. Natürlich ist die Grafik auf Basis der Unreal Engine 5 massiv aufwendiger, aber wir stehen immer noch in düsteren und ziemlich dreckigen Umgebungen – und erstmals sehen wir das auch, statt mehr oder weniger glatter Texturen ohne Details.

Orte wie das Alte Lager wirken größer, lebendiger und glaubwürdiger. NPCs gehen ihren Tagesabläufen nach, Buddler marschieren zur Mine, Händler verrichten ihre Arbeit und ständig passiert irgendwo etwas Interessantes.

Gothic Remake setzt weiterhin auf Eigeninitiative. Einen Questmarker gibt es nicht, viele Aufgaben ergeben sich ganz natürlich aus Gesprächen. Wer einen vermissten Gardisten finden soll, muss tatsächlich nachfragen und Hinweisen folgen.

Selbst eine Karte der Spielwelt müssen wir uns erst besorgen. Die Orientierung in den ersten Stunden ist eine Herausforderung, und wer die falsche Abzweigung wählt und plötzlich vor einem großen Ork steht, muss rennen – oder ein Savegame laden.


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