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Gothic Remake: Verfügbarkeit und Fazit

Passend dazu bleibt auch das Kampfsystem trotz verbesserter Details etwas kantig. Ausweichen, Blocken und gutes Timing spielen in Auseinandersetzungen mit Blutfliegen, Scavanger-Vogeldinos oder Molerats eine größere Rolle. Zwar erreichen die Kämpfe nicht die Präzision anderer Action-Rollenspiele, insgesamt machen sie aber mehr Spaß als vor 25 Jahren.

Ganz rund läuft die Neuauflage technisch allerdings noch nicht (zu den PC-Specs). Größere Ruckler hatten wir zwar kaum und auch in Kämpfen blieb die Bildrate stabil.

Dafür gab es während unserer Abenteuer auf der Xbox Series X/S alle ein bis zwei Stunden einen unangekündigten Komplettabsturz zurück auf den Startbildschirm der Konsole.

Das ist dank automatischer Savegames plus manueller Speichermöglichkeit immerhin keine ganz große Katastrophe, sofern man regelmäßig den Spielstand sichert – was man in Gothic ja sowieso regelmäßig machen sollte.

Hinzu kommen kleinere Pop-ups und Darstellungsfehler. Außerdem macht es die sehr detailreiche Spielwelt manchmal sehr (!) schwer, wichtige Gegenstände oder Pflanzen überhaupt zu erkennen. Gerade in dunkleren Bereichen hätten wir uns etwas mehr Übersicht gewünscht.

Gothic Remake ist für Windows-PC (Steam, Epic Games Store, Gog – jeweils 50 Euro) sowie für Playstation 5 und Xbox Series X/S (jeweils 60 Euro) erhältlich. Wie im Original gibt es nur die je nach Spielweise rund 30 bis 40 Stunden lange Kampagne, aber keinen Multiplayer. Die USK hat eine Freigabe ab 16 Jahren erteilt.

Fazit

Gothic Remake macht vor allem eines richtig: Es fühlt sich nach Gothic an! Alkimia Interactive hat nicht versucht, ein komplett neues Spiel zu erschaffen, sondern die Stärken des Originals behutsam in die Gegenwart zu holen. Die Atmosphäre der Kolonie, die glaubwürdigen Figuren, die Tagesabläufe und das Gefühl, sich jeden kleinen Fortschritt hart erarbeiten zu müssen, treffen den Geist der Vorlage bemerkenswert gut.

Vor allem zeigt das Remake, wie gut viele der grundlegenden Ideen von Gothic gealtert sind. Während viele moderne Rollenspiele entweder jeden Schritt vorgeben oder uns mit knallharten Gegnern in fremden Welten überfordern, trifft Gothic einen selten gewordenen Mittelweg. Das schafft das Remake ähnlich gut wie das Original.

Technisch wirkt die Neuauflage noch nicht vollständig ausgereift, und manche Ecken sind genauso rau wie die Vorlage selbst. Das passt gelegentlich sogar zur Atmosphäre, meist wirkt es aber schlicht unfertig.

Ein Extralob hat sich übrigens der orchestrale Soundtrack verdient, der bekannte Motive des Originals aufgreift, erweitert und dazu beiträgt, dass sich die Rückkehr ins Minental vertraut und trotzdem neu anfühlt.


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