Gore Verbinski: Regisseur macht Unreal Engine für Murks-CGI verantwortlich

Starregisseur Gore Verbinski (Pirates of the Caribbean) hat in einem Interview mit But Why Tho(öffnet im neuen Fenster) erläutert, warum er die Qualität moderner CGI-Effekte in vielen aktuellen Produktionen kritisch sieht. Seine Aussagen richten sich weniger gegen einzelne Studios als gegen die technischen Abläufe und Workflows, die sich in den vergangenen Jahren etabliert haben.
Im Zentrum steht für Verbinski der zunehmende Einsatz von Game-Engines wie der Unreal Engine für finale Bilder. Was ursprünglich als Werkzeug für Previsualisierung und Planung gedacht war, werde heute oft direkt für das Rendering genutzt.
Diese Engines berechneten Licht, Materialien und Bewegung jedoch anders als klassische CGI-Pipelines. "Sie nehmen Licht nicht auf dieselbe Weise auf" , sagt Verbinski. Gerade bei Subsurface Scattering, also der Lichtstreuung auf Haut und organischen Materialien, zeigten sich deutliche Unterschiede.
Das Ergebnis sei häufig ein Uncanny-Valley-Effekt: Modelle können hochdetailliert sein, wirken aber trotzdem falsch, wenn Bewegung, Gewicht oder Lichttransport nicht exakt stimmen.
Verbinski bemängelt, dass aus Effizienzgründen zunehmend auf automatisierte Animationen und vereinfachte physikalische Modelle gesetzt werde. Geschwindigkeit und Kostenkontrolle stünden dabei oft über präziser handwerklicher Ausarbeitung.
Selbst kleinste Details fallen auf
Das menschliche Gehirn reagiere jedoch extrem sensibel auf kleinste Abweichungen bei Bewegung und Licht, selbst bei eigentlich überzeugenden digitalen Objekten.
Ein weiteres Problem sieht er in der stärkeren Abhängigkeit von approximativen Echtzeit-Renderverfahren. Klassische CGI-Workflows arbeiteten mit aufwendigen, physikalisch fundierten Berechnungen für Schatten, Reflexionen und Materialeigenschaften.
Echtzeit-Engines müssten hier zwangsläufig Kompromisse eingehen, was sich besonders bei Haut, Stoffen oder komplexen Lichtverhältnissen negativ auswirke. Verbinski bezeichnet diese Entwicklung als einen technischen Rückschritt, der weniger mit fehlendem Talent als mit veränderten Produktionszwängen zu tun habe.
Für seinen neuen Film Good Luck, Have Fun, Don't Die versuchte Verbinski bewusst gegenzusteuern. Er setzte auf einen hybriden Ansatz, bei dem möglichst viele Elemente real gedreht und digitale Effekte gezielt ergänzt wurden.
"Mindestens die Hälfte jedes Bildes sollte fotografisch sein" , sagt der Regisseur. Der Film markiert seine Rückkehr auf den Regiestuhl nach fast zehn Jahren. Die Sci-Fi-Action-Komödie mit Sam Rockwell, Haley Lu Richardson und Zazie Beetz startet in den deutschen Kinos am 12. März 2026.



