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Gopro Hero 5 vs. Yi 4K Action Camera: Gute Bilder reichen nicht mehr

Wenn wir Actionkameras testen, kommen immer wieder Vorschläge aus dem Forum, die Markengeräte gegen preiswerte Modelle antreten zu lassen. Mit der Yi 4K Action Camera ist nun auch ein Gopro -Nachbau direkt in Deutschland bestellbar. Wir haben sie mit der Gopro Hero 5 verglichen.
/ Martin Wolf
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Die beiden Kameras können 4K-Videos aufnehmen - aber auch noch mehr. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Die beiden Kameras können 4K-Videos aufnehmen - aber auch noch mehr. Bild: Martin Wolf/Golem.de

Längst muss sich Gopro den Markt für Actionkameras mit vielen Mitbewerbern teilen. Zunehmend erreichen auch Nachbauten das Qualitätsniveau der Hero-Modelle. Gopro übernimmt seinerseits Innovationen der Konkurrenz und bündelt sie in den aktuellen Geräten. Aber reicht das, um gegen die günstigeren Mitbewerber zu bestehen? Warum die teurere Markenware kaufen, wenn doch die anderen Kameras zumindest in puncto Bildqualität mithalten können? Wir haben das aktuelle Modell von Gopro und das zuletzt erschienene Konkurrenzmodell getestet und uns angesehen, ob die Hero 5 im Vergleich zur Yi 4K Action Camera ihren 120 Euro höheren Preis tatsächlich wert ist.

Gopro hat sein aktuelles Topmodell Hero 5 in diesem Herbst vorgestellt. Die Kamera unterscheidet sich in einigen wichtigen Punkten von ihren Vorgängern. So ist sie jetzt ohne spezielles Gehäuse bis zu 10 Metern wasserdicht, hat nur noch zwei Bedienungsknöpfe und einen Touchscreen samt neuer Bedienungsoberfläche und kann mit Sprachbefehlen gesteuert werden. Auch ein GPS-Empfänger ist verbaut.

Gopro Hero 5 und Yi 4K Action Camera – Test
Gopro Hero 5 und Yi 4K Action Camera – Test (02:12)

Kurz vorher erschien die Yi 4K Action Camera, auch sie verfügt über einen rückseitigen Touchscreen, hat aber nicht das typische LC-Display an der Vorderseite. Abgesehen davon sieht sie fast aus wie eine Gopro Hero 4 , hat aber nur einen einzigen physischen Knopf. Sie ist ohne Gehäuse nicht wasserdicht, auch Sprachsteuerung und GPS fehlen. Dafür lässt sie sich dank ¼-Zoll-Gewinde an der Unterseite leicht auf Stativen befestigen.


Beide Kameras sind nahezu identisch in ihren Abmaßen – ohne Wasserschutzhülle. Hier müssen wir den Ingenieuren von Gopro unseren Respekt aussprechen, denn volle Funktionalität und Wasserschutz auf so geringem Raum unterzubringen wie bei der Hero 5, ist eine erstaunliche Leistung. Weil das Modell von Yi eine spezielle Hülle für den Wasserschutz benötigt, ist es im Außeneinsatz um einiges klobiger und erreicht damit den Umfang einer Gopro der letzten Generation mit Schutzhülle.

Gopro bietet schon länger ein Ökosystem per App an, in dem die Kamera gesteuert, Material bearbeitet und in sozialen Netzwerken geteilt werden kann. Die meisten Hersteller preiswerter Actionkameras können da nicht mithalten. Yi hat hingegen Schnitt- und Sharingfunktionen in einer eigenen App untergebracht und tritt auch auf diesem Feld gegen Gopro an.

Ob mit App oder ohne – es geht bei Actionkameras längst um mehr als nur um die Bildqualität. Deshalb legen wir im folgenden Test auch Wert auf Benutzerfreundlichkeit und Software der Geräte. Zunächst beschäftigen wir uns aber mit den reinen Äußerlichkeiten.

Nackt oder mit Badeanzug?

Schon beim Gehäuse macht sich der erste gravierende Unterschied zwischen den beiden Kameras bemerkbar. Da die Hero 5 nicht mehr zwingend eine wasserdichte Hülle benötigt, wird ein Plastikkäfig mitgeliefert, der sich mit allem Zubehör verbinden lässt. Er vergrößert die Kamera um einige Millimeter in Breite und Höhe. Die Yi 4K Action Camera wird ebenfalls ohne Gehäuse geliefert, ist aber im Gegensatz zur Hero 5 ohnehin nicht für den Einsatz im Gelände gerüstet. Sie lässt sich im Auslieferungszustand lediglich per Stativgewinde befestigen. Das wasserdichte Gehäuse, das auch mit Gopro-Zubehör kompatibel ist, kostet 30 Euro und muss separat gekauft werden. So reduziert sich der Preisunterschied zwischen beiden Kameras auf 90 Euro.

Ohne Hülle fühlt sich die Yi-Kamera weder robust noch hochwertig an. Die Frontseite imitiert Metall, ist aber wie der Rest des Gerätes mit Ausnahme des Stativgewindes aus Plastik. Die Hero 5 hat eine gummierte Oberfläche, die offenbar nicht nur Wasser abweist, sondern auch Kratzer verhindert. Die Klappen, hinter denen Anschlüsse und Akku verborgen sind, haben Gummilippen, sitzen fest und klappern anders als bei der Yi nicht.

Ohne Touchscreen geht es nicht

Nach dem Einschalten sind beide Geräte innerhalb einer Sekunde einsatzbereit und zeigen auf den hinteren Farbbildschirmen neben dem Livebild auch Informationen über Aufnahmemodus, verbleibenden Speicher, Akkustand und die Verbindung per WLAN. Die Gopro hat eindeutig das hellere und blickwinkelstabilere Display.


Das macht bei direkter Sonneneinstrahlung keinen großen Unterschied, aber da die Yi kein LC-Display an der Vorderseite hat, ist für Nutzer in sehr hellen Umgebungen nicht zu erkennen, in welchem Modus sich die Kamera befindet. Das monochrome Frontdisplay der Gopro hingegen ist bei Tageslicht jederzeit gut ablesbar und zeigt Modus, Akkustand und die verbleibende Restlaufzeit des Speichers an.

Was nicht mehr funktioniert, ist die komplette Bedienung der Kamera über dieses kleine Display. Alle Einstellungen, die über den Moduswechsel (Video, Foto, Zeitraffer, Loop-Aufnahme) hinausgehen, müssen auch bei der Gopro auf dem hinteren Touchscreen getätigt werden.

Die Abkehr von physischen Bedienungselementen ist ein Trend, den Gopro mit der Hero 4 Session selbst angestoßen hat. Umso wichtiger ist die Benutzerfreundlichkeit der Touchmenüs.

Gopro und Yi sind kinderleicht zu bedienen

Die letzten Kameragenerationen mit Touchscreen reagierten eher zäh auf Eingaben. Das hat sich geändert.

Wer mit den Vorgängern gearbeitet hat, wird positiv überrascht sein, wie responsiv und übersichtlich die Menüs der Hero 5 gestaltet sind. Durch eine Berührung der eingeblendeten Daten lassen sich die Einstellungen schnell vornehmen. Besonders gefällt uns das clevere System, mit dem Bildrate und Auflösung verknüpft sind. Bei unzulässigen Kombinationen dieser Werte sind die Angaben ausgegraut, sie können dann trotzdem gewählt werden und führen zu weiteren Optionen.

Diese lineare Menüführung ist simpel und auch für Anfänger leicht zu verstehen. Wischgesten von den Seiten führen zur Galerie und Einstellungsmöglichkeiten für fortgeschrittene Nutzer. Wischt man von oben in den Bildschirm, erscheinen Optionen zu WLAN, Sprachsteuerung und Bildschirmsperre. Der erweiterte Protune-Modus lässt erfahrene Nutzer manuell auf Weißabgleich, ISO-Limit und viele weitere Funktionen zugreifen. Ein einfacher Druck auf das Display blendet alle Informationen aus oder ein.

Auch die Touch-Bedienung der Yi Action Camera reagiert sehr schnell und zuverlässig. Die Menüs sind klassisch gestaltet und ebenfalls übersichtlich. Eine Berührung der am unteren Bildschirmrand eingeblendeten Modusdaten ermöglicht eine schnelle Auswahl, für die Einstellung von Bildrate und Auflösung muss allerdings ein separates, mit einem Zahnradsymbol versehenes Menü aufgerufen werden. Das ist nicht ganz so intuitiv wie bei der Hero 5, aber ebenfalls schnell erlernt. Wischgesten von den Seiten wechseln zwischen Video- und Fotomodus. Von oben wischend erreichbar sind ebenfalls Verbindungsoptionen und eine Bildschirmsperre.

Das Smartphone als Fernbedienung

Alternativ lassen sich beide Kameras auch per App unter Android und iOS bedienen. Bei der nun Capture(öffnet im neuen Fenster) genannten Anwendung hat Gopro einiges überarbeitet, unter anderem ist eine Anmeldung mit Mailadresse und Passwort nötig. Zwar versichert Gopro in seinen AGB, keine Daten an Dritte weiterzuleiten und die hochgeladenen Inhalte nur nach vorheriger Zustimmung zu nutzen, aber ein unangenehmer Beigeschmack bleibt. Eine Verbindung stellen Kamera und Smartphone sowohl über WLAN als auch Bluetooth her.

Die Oberfläche sieht für Gopro-Veteranen vertraut aus. Neben dem Livebild können Einstellungen nicht mit einer Berührung der eingeblendeten Werte vorgenommen werden. Stattdessen gibt es Symbole für Galerie, Aufnahme und Modusänderungen. Die Optionen sind trotzdem übersichtlich und gut erreichbar. Die Galerievorschau lädt Inhalte flott von der Kamera herunter und auch der Download der Rohdaten erfolgt schnell und unkompliziert. Sehr praktisch finden wir die Möglichkeit, schon aus der Vorschau Screenshots zu extrahieren. Eine gleichzeitige Bedienung mehrerer Kameras per App ist nicht möglich.

Die Yi 4K Action Camera verbindet sich mit Smartphone oder Tablet über WLAN, Bluetooth wird nur für eine optional erhältliche Fernbedienung genutzt. Die App(öffnet im neuen Fenster) startet in einem weißen Bildschirm, eine Verbindung zur Kamera kann über ein kleines grünes Symbol am unteren Bildschirmrand hergestellt werden. Uns verwirrt der leere Bildschirm, dort sollten eigentlich eigene Fotos und die anderer Yi-Nutzer gezeigt werden. Das funktioniert natürlich nicht, weil die Kamera per WLAN verbunden ist und die meisten Smartphones somit keine Datenverbindung ins Internet mehr aufbauen. Stattdessen verweist die Meldung "Network is not available" auf die unzureichende Übersetzung der App ins Deutsche. Kleinere Fehler dieser Art kommen auch in den Menüs vor.

Ist man einmal im Livebild der Kamera, dann fällt die aufgeräumte Oberfläche auf. Galerie, Video- und Fotomodus sind mit großen Symbolen leicht zu erreichen. Auch hier bringt ein Druck auf die eingeblendeten Aufnahmewerte nichts, per Zahnradsymbol wechseln wir in die Einstellungen. Um Menüs und Vorschaubild in den Landscape-Modus zu bringen, muss ein eigenes Symbol berührt werden. Wir sind immer noch unschlüssig, ob wir das praktisch oder umständlich finden. Erweiterte Optionen wie im Protune-Modus der Hero 5 sind nicht vorhanden.

So ganz gelingt es Yi noch nicht, mit seiner App Gopro Konkurrenz zu machen, aber wie steht es um die Bildqualität?

Qualität bei beiden Actioncams

Im täglichen Einsatz sind wir mit beiden Kameras sehr zufrieden. Die Videos sind qualitativ hochwertig, die Gopro zeichnet im 4K-Modus mit 60 MBit/s auf, die Yi schafft 65 MBit/s. Dieser Unterschied ist im Material nicht erkennbar.

Was hingegen auffällt, sind wackelnde Ränder, wenn mit der elektronischen Bildstabilisierung gearbeitet wird. Dieser unerwünschte Effekt ist bei der Yi stärker ausgeprägt. Trotzdem schaffen es die Kameras ziemlich gut, das Bild ruhig zu halten. Keines der beiden Geräte unterstützt die Stabilisierung im 4K-Aufnahmemodus. Zeitlupenaufnahmen sind jeweils mit bis zu 120 fps bei Full-HD möglich. Der aufgenommene Videoton klingt bei der Yi 4K Action Camera blechern, die Mikrofone der Hero 5 produzieren einen erstaunlich klaren Stereoklang.

Fotos haben bei beiden Geräten einen hohen Kontrastumfang und sehen mit 12 Megapixeln Auflösung auch trotz des Fischaugeneffekts der weitwinkligen Optiken gestochen scharf aus. An den Rändern bilden sich erwartungsgemäß Farbsäume, bei Seitenlicht streuen blaue Flecken ein. Um solche Fehler zu minimieren, verfügen beide Kameras über Aufnahmemodi mit eingeschränktem Sichtfeld. Die Gopro kann das Bild mit dem der Einstellung "Linear" entzerren und hat mit den Optionen "Mittel" und "Eng" sogar einen einfachen Zoom. Bei der Yi 4K Action Camera kann nur das Bild entzerrt werden. Diese Funktionen stehen nicht bei der Videoaufnahme mit 4K zur Auswahl.

Die Hero 5 ist die erste Kamera von Gopro, die auch Fotos im RAW-Format speichern kann. Diese lassen sich später in vielen wichtigen Parametern nachbearbeiten und erhöhen die Flexibilität des Fotografen enorm. Zusätzlich gibt es einen Wide-Dynamic-Range-Modus, der den Kontrastumfang erhöht.

Kaum Knöpfe, aber trotzdem gut bedienbar

Wir finden den alltäglichen Umgang mit der Gopro nutzerfreundlicher, dazu tragen mehrere Faktoren bei. Auch wenn die Sprachsteuerung uns zunächst als Gimmick erscheint, erweist sie sich als überaus nützlich. Die Befehle sind leicht zu merken, und wer einmal mit Handschuhen oder nassen Fingern versucht hat, vom Video- in den Fotomodus zu wechseln, wird den Nutzen der Funktion schnell erkennen. Am Ende unserer Tests starteten wir die Kamera per Hand und tätigten dann alle Aufnahmen über die Sprachsteuerung. Die zwölf Befehle decken alle Modi ab und ermöglichen sogar die Markierung besonderer Szenen im Video. Auch das Frontdisplay hat noch seine Berechtigung, wenn der hintere Bildschirm unzugänglich ist. Leider lassen sich nicht mehr alle Einstellungen darüber tätigen.


Die Yi-4K-Actionkamera ist zwar dank der simplen Ein-Knopf-Bedienung leicht zu starten, Moduswechsel oder andere Einstellungen müssen aber über App oder Display getätigt werden. Das ist insbesondere mit der wasserdichten Hülle mühsam, denn die Kamera muss jedes Mal aus dem Gehäuse herausgeholt werden. Von vorn können wir nicht einmal erkennen, in welchem Modus wir uns befinden, denn die Front-LED erlischt, wenn die Aufnahme startet. Verschiedene Lichtfarben für die jeweiligen Modi wären hier hilfreich und leicht umzusetzen. Beim Thema LED glänzt aber auch die Gopro nicht: Waren die verbauten Leuchtmittel in den Vorgängermodellen noch groß und lichtstark, glimmt uns nun an Vorder- und Rückseite ein schwacher roter Streifen an.

Gut, dass es da noch die akustische Bestätigung per Piepton gibt. Beide Kameras verkünden so lautstark Aufnahmebeginn und -ende.

Die Yi 4k Action Camera kann also bildtechnisch locker mit der Hero 5 mithalten, benutzerfreundlich ist sie nicht. Bei der Nachbearbeitung überraschte uns die Yi-App aber positiv.

Schneiden und teilen

Wenn das Material im Kasten ist, beginnt der Schnitt. Diese oft mühselige Arbeit will Gopro den Anwendern möglichst leichtmachen und bietet schon in der Kamera Werkzeuge, um die Aufnahmen sofort weitergeben zu können. Die bereits erwähnte Möglichkeit, per Knopfdruck oder Sprachbefehl Highlights im Video zu markieren, kann auch nachträglich in der Galerie genutzt werden. Zusätzlich lassen sich bis zu 30-sekündige Clips aus den längeren Aufnahmen heraus separat speichern. Das ist insbesondere dann hilfreich, wenn man versehentlich nicht nur die Skiabfahrt aufgezeichnet hat, sondern auch noch die Liftstrecke zur Bergspitze.

Der eigentliche Schnitt und das anschließende Teilen auf einem sozialen Netzwerk finden in der App statt. Die Funktionen dazu sind bei beiden Herstellern leicht zu handhaben und benötigen keinerlei Vorwissen über Videoschnitt. Auffallend ist, dass die App der Yi 4K Action Camera weitaus mehr Möglichkeiten bietet als die Gopro-Capture-App. So lassen sich auch andere Videos importieren und bearbeiten, die Länge des fertigen Clips ist frei wählbar und es gibt sieben anwendbare Farbeffekte. Selbst Schrifteinblendungen, Sticker und Musikuntermalung sind möglich.

Schneiden und teilen (Yi-App)
Schneiden und teilen (Yi-App) (02:46)

Teilen lassen sich die so erstellten Videos bei Yi aber nicht ganz so unkompliziert wie bei der Konkurrenz. Zunächst muss ein Yi-Account angelegt werden und dann lädt die App das Material zum firmeneigenen sozialen Netzwerk hoch. Bei Facebook wird dann lediglich der Link ins Yi-Netzwerk gepostet. Das ist nicht nur vollkommen unsinnig, es funktioniert bei uns auch überhaupt nicht. Da aber die meisten Smartphones und Tablets Bilder und Videos auch aus der eigenen Galerie teilen können, ist das zum Glück kein allzu großes Problem.

Bei Gopro Capture funktioniert das Teilen wie erwartet und bereitet keine Schwierigkeiten. Zusätzlich bietet Gopro aber mit Quik und Splice(öffnet im neuen Fenster) sehr gute eigene Apps für die Video- und Fotobearbeitung an. Sie umfassen ebenfalls Texteinblendungen, Effekte und Musikuntermalung. Zusätzlich kann mit einer Schnittautomatik eine Videocollage verschiedener Fotos und Clips erstellt werden. Die Ergebnisse variieren je nach Qualität des Ausgangsmaterials stark, sind aber für mobile Schnittprogramme beachtlich. Quik ist zudem kostenlos auch für Windows und MacOS erhältlich.

Schneiden und teilen (Quik-App von Gopro)
Schneiden und teilen (Quik-App von Gopro) (01:27)

Der Akku ist bei beiden Kameras wechselbar und hielt in unserem Testszenario mit eingeschaltetem WLAN bei laufender Full-HD-Aufnahme mit 60 fps jeweils rund 90 Minuten durch. Eine volle Akkuladung benötigt ungefähr 120 Minuten. Die Yi-4K-Kamera hat nur einen Micro-USB-Anschluss, die Hero 5 kommt mit dem moderneren USB-C-Port und einer Micro-HDMI-Buchse. Das ermöglicht Liveübertragungen und die Verwendung eines externen Mikrofons. Der Datentransfer wird dadurch aber nicht beschleunigt, da der Anschluss nur USB 2.0 unterstützt. Weil die Übertragung per MTP erfolgen muss, ist die Gopro sogar eindeutig langsamer als die Yi Kamera. Für eine 4 GByte große Videodatei braucht die Hero 5 gut 7 Minuten, die Yi 4k Action Camera schafft das in 2,5 Minuten.

Wir finden die Möglichkeit sehr praktisch, direkt in der Steuerungs-App zu schneiden und Effekte hinzuzufügen. Aber auch wenn Yi die Funktionalität des Teilens überarbeitet, ist der Abstand zu den Apps des Gopro-Ökosystems noch spürbar.

Verfügbarkeit und Fazit

Die Gopro Hero 5 Plus ist ab 400 Euro erhältlich, die Yi ist ab 280 Euro in Deutschland bestellbar. Um sie sinnvoll einzusetzen, muss allerdings das wasserfeste Gehäuse angeschafft werden, das 30 Euro kostet.

Fazit

Die Yi 4K Action Camera hat durchaus das Zeug zum Gopro-Rivalen – aber leider nicht im Vergleich mit der aktuellen Hero 5. Dazu hat Gopro zu viele neue Funktionen integriert und ist mit der gehäuselosen Wasserfestigkeit einen entscheidenden Schritt voraus. Ohne schützende Hülle macht die Yi-Kamera keinen sehr stabilen Eindruck und ist im Außeneinsatz kaum benutzbar. Der Touchscreen lässt sich aber mit dem Gehäuse nicht mehr bedienen, es bleibt lediglich die App, um Einstellungen vorzunehmen. Selbst ein simpler Moduswechsel ist mit der einzelnen Taste an der Kamera unmöglich.

Gopros Hero 5 bündelt die technischen Entwicklungen der vergangenen Jahre in einem wasserfesten Gerät. Die Sprachsteuerung funktioniert zuverlässig, das monochrome Frontdisplay kann zwar nicht mehr für alle Einstellungen genutzt werden, ist aber immer noch hilfreicher als eine LED. GPS, Micro-HDMI und USB-C genügen auch professionellen Ansprüchen. Leider nutzt der moderne Anschluss nichts, weil die Übertragungsgeschwindigkeit sogar noch unter den bei USB 2.0 möglichen 30 MByte pro Sekunde liegt.

Bei der Bildqualität liegen die beiden Kameras nahezu gleichauf. Videos und Fotos sind scharf und hochauflösend. Die Bildstabilisierung funktioniert ebenfalls gut. Die Hero 5 verfügt über einige neue Bildmodi, die den Fischaugeneffekt reduzieren und sogar einen leichten Zoom ermöglichen. Die Akkulaufzeit beider Kameras ist fast identisch.

Da die Yi-4K-Action-Kamera nur mit dem teuren wasserfesten Gehäuse nutzbar ist, reduziert sich der preisliche Abstand auf 90 Euro. Diesen Kostenaufschlag sind die Vorteile der Hero 5 wert. Gerade in puncto Nutzerfreundlichkeit ist die aktuelle Gopro-Actioncam der Konkurrenz weit überlegen. Auch die zusätzlichen Modi, die professionellen Optionen der Bildverbesserung und die erstmals möglichen RAW-Fotos sprechen für die Gopro Hero 5.

Gopro Hero 5 und Yi 4k Action Camera im Vergleich
Gopro Hero 5 Yi 4k Action Camera
Maße 58 x 40 x 28 mm 65 x 42 x 30 mm
Gewicht 117 g 88 g
Auflösung Foto, fps 12 Megapixel, max. 30 fps 12 Megapixel, max. 30 fps
RAW-Fotos ja nein
Auflösung / max. fps Video 4k 30, 2,7k 60, 1440p 80, 1080p 120, 720p 240 4k 30, 2,5k 30, 1440p 60, 1080p 120, 720p 240
Elektronischer Bildstabilisator bis 2,7K bis 2,5k
Modi Foto, Burst, Video, Zeitraffer Video, Slow Motion, Zeitraffer Foto, Loop, Video+Foto, Nachtbild, Nachtzeitraffer Foto, Timer, Burst, Video, Zeitraffer Video, Slow Motion, Zeitraffer Foto, Loop, Video+Foto
Touchscreen mit Autorotation ja ja
App ja ja
Bluetooth-Fernbedienung ja, separat erhältlich ja, separat erhältlich
Sprachsteuerung ja nein
Wasserdicht ja, bis 10 Meter nein, Gehäuse separat erhältlich
GPS ja nein
HDMI ja nein
Akkulaufzeit ca. 90 Minuten mit WLAN bei 1080p 60 ca. 90 Minuten mit WLAN bei 1080p 60
Preis ab 400 Euro ab 300 Euro

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