Abo
  • Services:

Googles KI-Regeln: Auf den Spuren Asimovs

Google erlegt sich für seine Arbeit mit künstlicher Intelligenz ein Regelwerk auf: Wie bei Asimovs Robotergesetzen soll eine KI keinen Schaden anrichten und einem Menschen gehorchen. Die Regeln enthalten aber Formulierungen, die eine umstrittene Nutzung von künstlicher Intelligenz nicht ausschließen.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Googles Regelwerk ist ausführlicher als Asimovs Robotergesetze, aber auch weniger eindeutig.
Googles Regelwerk ist ausführlicher als Asimovs Robotergesetze, aber auch weniger eindeutig. (Bild: Keystone/Getty Images)

Google hat in einem Blogbeitrag eine Reihe von Regeln veröffentlicht, die für das Unternehmen bei der Arbeit mit künstlicher Intelligenz gelten sollen. Wie bei den Robotergesetzen des Science-Fiction-Autors Isaac Asimov soll das Regelwerk Auswege für ethische Probleme aufzeigen, die bei der Arbeit mit einer KI auftauchen können.

Stellenmarkt
  1. Jetter AG, Ludwigsburg
  2. Bosch Gruppe, Schwieberdingen

Google ist dabei etwas ausführlicher als Asimov, der zunächst drei, später vier Roboterregeln aufgestellt hatte. Gleichzeitig hält sich das Unternehmen auch einige Schlupflöcher offen, die zumindest stellenweise Praktiken ermöglichen, die als unethisch erachtet werden könnten. Das wird direkt im ersten Punkt ersichtlich: "Sei nützlich für die Gesellschaft."

Googles Formulierungen lassen Spielraum

Darin verpflichtet sich das Unternehmen, bei der Entwicklung von künstlichen Intelligenzen soziale und wirtschaftliche Faktoren einzubeziehen und nur fortzufahren, wenn die "möglichen Vorteile die vorhersehbaren Nachteile und Risiken überwiegen". Diese Formulierung lässt recht viel Spielraum, da die Beurteilung von Risiken natürlich stets Ansichtssache ist.

Gleichzeitig will Google mit der Entwicklung seiner KIs keine Voreingenommenheit fördern. Die Forschung soll durch Sicherheitsmechanismen geschützt sein, die unerwünschte Resultate, die zu Schäden führen können, verhindern sollen. Auch deshalb soll eine KI immer einem Menschen zur Rechenschaft verpflichtet sein, Menschen sollen die Richtung der KI vorgeben können und diese kontrollieren.

Zu diesen "Dos" gibt es auch einige "Don'ts": Waffen oder andere Technologien, die Menschen verletzen sollen, will Google mit seiner KI-Forschung nicht hervorbringen. Auch soll keine künstliche Intelligenz entwickelt werden, die internationale Gesetze und Menschenrechte verletzt.

Auch Verbote bekommen Einschränkungen

Bei den Regeln, die festlegen, was Googles KIs nicht machen sollen, verwendet das Unternehmen ebenfalls einige schwammige Formulierungen. So sollen KIs Menschen zwar generell keinen Schaden zufügen, das Unternehmen will aber auch hier die Risiken gegen die Vorteile abwägen - was bei guter Argumentation viele Türen offen lässt. Auch will Google seine künstliche Intelligenz nicht zur Überwachung einsetzen - wenn keine internationalen Gesetze verletzt werden, aber schon.

In diesem Sinne will Google auch sein militärisches Engagement im Bereich der künstlichen Intelligenz nicht komplett beenden, da es den eigenen Definitionen nicht zwingenderweise widerspricht. So sollen zwar keine Waffen entwickelt werden, die KIs aber für "Cybersecurity, Training, Anwerbung, Gesundheitsvorsorge von Veteranen und Rettungsmissionen" verwendet werden.

Gerade das Thema KI und das Militär hat intern bei Google jüngst zu Diskussionen geführt. Das Unternehmen wird die intern Project Maven genannte Zusammenarbeit mit dem US-Militär im Jahr 2019 auslaufen lassen, nachdem zahlreiche Mitarbeiter deswegen gekündigt haben. Project Maven hat mit Hilfe von Maschinenlernen Spionagebilder ausgewertet, um Informationen über feindliche Stellungen und Truppenbewegungen zu gewinnen. Ob Project Maven den neuen Grundsätzen widerspricht, ist Auslegungssache.

Es ist sinnvoll und notwendig, dass sich Google mit der ethischen Komponente künstlicher Intelligenz beschäftigt und sich Regeln auferlegt. Dass die Entwicklung von KIs soziale Fragen aufwirft, hat die Vorstellung des telefonierenden Google-Assistenten auf der I/O 2018 gezeigt. Danach haben sich kritische Stimmen gemehrt, die forderten, dass sich eine KI stets als solche zu erkennen geben muss.

Googles KI-Regeln sind leider weitaus weniger eindeutig als Asimovs Roboterregeln, da sie viel mehr Schlupflöcher gewähren. Inwieweit das Unternehmen diese nutzt, wird sich zeigen.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 103,03€ für Prime-Mitglieder (aktuell günstigste M.2-SSD mit 512 GB)
  2. 139,90€ + 5,99€ Versand (Vergleichspreis 172,73€)
  3. 69,90€ + 3,99€ Versand (Bestpreis!)
  4. (u. a. Gear S3 Frontier für 209€ und Galaxy S8+ für 469€ - Bestpreise!)

VigarLunaris 19. Jun 2018

Na wie gut das die KIs von Google noch keine Drohnen kontrollieren und steuern. Sonst...

bombinho 10. Jun 2018

Ja, ist mir auch schon aufgefallen, dass wir in anderen Bereichen damit keine...

bombinho 09. Jun 2018

Es wuerde mich interessieren, wie diese Regeln von KI eingehalten werden sollen bzw...


Folgen Sie uns
       


Shift 6m - Hands on (Cebit 2018)

Der Hersteller beschreibt das neue Shift 6M als nachhaltig und Highend - wir haben es uns auf der Cebit 2018 angesehen.

Shift 6m - Hands on (Cebit 2018) Video aufrufen
IT-Jobs: Achtung! Agiler Coach gesucht?
IT-Jobs
Achtung! Agiler Coach gesucht?

Überall werden sie gesucht, um den digitalen Wandel voranzutreiben: agile Coaches. In den Jobbeschreibungen warten spannende Aufgaben, jedoch müssen Bewerber aufpassen, dass sie die richtigen Fragen stellen, wenn sie etwas bewegen möchten.
Von Marvin Engel

  1. Studitemps Einige Studierende verdienen in der IT unter Mindestlohn
  2. SAP-Berater Der coolste Job nach Tourismusmanager und Bierbrauer
  3. Digital Office Index 2018 Jeder zweite Beschäftigte sitzt am Computer

Razer Huntsman im Test: Rattern mit Infrarot
Razer Huntsman im Test
Rattern mit Infrarot

Razers neue Gaming-Tastatur heißt Huntsman, eine klare Andeutung, für welchen Einsatzzweck sie sich eignen soll. Die neuen optomechanischen Switches reagieren schnell und leichtgängig - der Geräuschpegel dürfte für viele Nutzer aber gewöhnungsbedürftig sein.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Huntsman Razer präsentiert Tastatur mit opto-mechanischen Switches
  2. Razer Abyssus Essential Symmetrische Gaming-Maus für Einsteiger
  3. Razer Nommo Chroma im Test Blinkt viel, klingt weniger

Threadripper 2990WX und 2950X im Test: Viel hilft nicht immer viel
Threadripper 2990WX und 2950X im Test
Viel hilft nicht immer viel

Für Workstations: AMDs Threadripper 2990WX mit 32 Kernen schlägt Intels ähnlich teure 18-Core-CPU klar und der günstigere Threadripper 2950X hält noch mit. Für das Ryzen-Topmodell muss aber die Software angepasst sein und sie darf nicht zu viel Datentransferrate benötigen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. 32-Kern-CPU Threadripper 2990WX läuft mit Radeons besser
  2. Threadripper 2990WX AMDs 32-Kerner kostet weniger als Intels 18-Kerner
  3. Zhongshan Subor Z+ AMD baut SoC mit PS4-Pro-Leistung für chinesische Konsole

    •  /