Googles Autochef Krafcik: Netzbasierte Dienste zu unsicher für autonome Autos

Googles autonome Autos sollen auch ohne jede Netzverbindung sicher fahren können. Allerdings könnten sie so teuer werden, dass die Besitzer sie nebenher an Uber vermieten müssen.

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Google verlässt sich bei seinen autonomen Autos nicht auf das Netz.
Google verlässt sich bei seinen autonomen Autos nicht auf das Netz. (Bild: Elijah Nouvelage/Reuters)

Der Suchmaschinenkonzern Google will die Sicherheit seiner autonomen Autos nicht von einer netzbasierten Infrastruktur abhängig machen. Solche Dienste wie Auto-zu-Auto (V2V) oder Auto-zu-Infrastruktur (V2X) seien "super-nützlich für uns", aber "wir können uns nicht darauf verlassen", sagte Googles Projektleiter für autonome Autos, John Krafcik, laut Cnet auf dem J. D. Power-Automobilforum in New York. "Man kann kein wirklich autonomes Auto haben, wenn man von V2V oder V2X abhängig ist, weil diese nicht in jedem Moment zur Verfügung stehen werden", sagte der frühere Hyundai-Manager.

Autohersteller und Kartendienste wie Here arbeiten an solchen Diensten oder bieten sie bereits an. Die Warnsysteme sollen den Fahrzeugen ermöglichen, gewissermaßen um eine Kurve herum zu sehen. Künftig sollen solche Systeme auch eingesetzt werden, um auf Autobahnen vor gefährlichen Situationen wie einem unerwarteten Stauende oder einem stehengebliebenen Fahrzeug zu warnen. Doch die dafür erforderlichen Kommunikationssysteme, wie ein spezielles WLAN oder schnelle Mobilfunkstandards (5G), müssen noch entwickelt und aufgebaut werden.

Notbremssysteme bereits vorhanden

So lange will Google offenbar nicht warten. Zumal auch künftig, wie Krafcik betonte, nie sichergestellt werden könne, dass solche Kommunikationssysteme nicht ausfallen. Auch in solchen Situationen müssen die Fahrzeuge auf Basis ihrer Sensordaten und abgespeicherten hochpräzisen Karten sicher fahren können. Dennoch wird in der Politik häufig der Eindruck erweckt, dass autonome Autos nur mit Überholspuren im Netz sicher fahren können.

Neue Assistenzsysteme wie in der E-Klasse von Mercedes-Benz zeigen auf, dass moderne Autos Situationen wie ein plötzliches Stauende auf der Autobahn bereits ohne externe Kommunikation beherrschen können. Der Aktive Bremsassistent der E-Klasse bremst autonom, wenn der Fahrer bei einem drohenden Auffahrunfall nicht auf die Warnhinweise des Systems reagiert. Solche automatischen Notbremssysteme könnten vom Jahr 2022 an sogar für alle Autos zum Standard werden. Die Car-to-X-Systeme könnten jedoch den herannahenden Verkehr schon vor einem Stauende warnen, bevor Fahrer oder Sensoren dieses wahrnehmen könnten.

Fahrleistung soll extrem steigen

Googles Autochef geht zudem davon aus, dass die autonomen Autos künftig deutlich intensiver als bisherige Privatautos genutzt werden. "Selbstfahrende Autos werden teurer werden, so dass wir einen Weg finden müssen, sie intensiver zu nutzen", sagte Krafcik. So könnten sich die Autos an einem Mitfahrdienst wie Uber beteiligen, während der Besitzer auf der Arbeit sei oder nachts schlafe. Daher könne die durchschnittliche Fahrleistung auf 160.000 bis 240.000 Kilometer im Jahr steigern. Diese liegt in den USA derzeit bei rund 20.000 Kilometern im Jahr.

Aus diesem Grund hält Krafcik das Geschäftsmodell der Autohersteller und Werkstätten auch in Zukunft nicht für gefährdet. "Es wird für viele Händler positive Auswirkungen geben", sagte er. Und die Hersteller müssten sich ganz neue Gedanken machen, wie mit einer solchen intensiven Nutzung ihrer Fahrzeuge umgegangen werde.

Autonome Autos schneller auf dem Schrottplatz

Offenbar versucht Google damit Bedenken in der Autoindustrie zu zerstreuen, dass ihre traditionellen Geschäftsmodelle durch die autonomen Autos zerstört werden könnten. Schon heute versuchen Hersteller wie Daimler (Car2go) oder BMW (Drivenow) ihre eigenen Carsharing-Flotten aufzubauen. Denn es wird befürchtet, dass sich in Zukunft gerade in Städten immer weniger Menschen ein eigenes Auto kaufen, um stattdessen intensiver neue Mitfahrdienste wie Uber zu nutzen.

Unterstützung erhielt Krafcik dabei von einem Autoexperten der Bank UBS. In der künftigen Welt der Shared Economy und autonomen Autos würden die Fahrzeuge deutlich intensiver genutzt, sagte Colin Langan nach Angaben der Detroit News. "Deswegen gibt es heutzutage Autos, die elf oder zwölf Jahre alt sind. Es ist unmöglich, dass sie dann auch so lange halten werden."

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Neuro-Chef 26. Mär 2016

Was sind denn objektive Gründe, bzw. wo fangen die an?

Niaxa 24. Mär 2016

Das Problem ist, das mehr Fahrzeuge, mehr Verwaltung etc. mit sich bringen und die Preise...

Nogul 23. Mär 2016

Ging mir ähnlich wenn ich in das Cockpit einer Concorde geschaut habe. 40 Jahre alte High...

JochenEngel 23. Mär 2016

...da sie selbstständig zum neuen Einsatzort fahren können. Irgendwie ist ein privates...



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