Google und Linaro: Android bekommt mit Treble sechs Jahre Kernelpflege

Ab Android-Oreo sollen dank dem Projekt Treble Updates schneller und dauerhaft an Nutzer verteilt werden. Dafür gibt es nun auch einen Linux-Kernel mit sechs Jahren Langzeitpflege und die Android-Kernel sollen künftig vereinheitlicht werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Android Oreo soll dank Treble den Umgang mit  Updates verbessern.
Android Oreo soll dank Treble den Umgang mit Updates verbessern. (Bild: Iliyan Malchev, Google, Linaro Connect)

Bereits im Mai dieses Jahres hat Google angekündigt, die Art und Weise der Updates für Android so umzubauen, dass Hersteller diese künftig zuverlässiger und schneller an ihre Nutzer verteilen können. Umgesetzt werden soll das im Projekt Treble. Die Informationen dazu beschränkten sich bisher auf die Userspace-Bestandteile. Der Google-Entwickler Iliyan Malchev hat nun auch Details zum Umgang mit dem genutzten Linux-Kernel genannt: Dieser soll sechs Jahre lang gepflegt werden.

  • ... und soll das aktuelle Hersteller-Chaos beenden. (Bild: Iliyan Malchev, Google, Linaro Connect)
  • Statt zwei Jahre Upstream-Pflege ... (Bild: Iliyan Malchev, Google, Linaro Connect)
  • ... soll der Upstream-Kernel sechs Jahre gepflegt werden. (Bild: Iliyan Malchev, Google, Linaro Connect)
  • Künftig soll es dann einheitliche Android-Kernel geben. (Bild: Iliyan Malchev, Google, Linaro Connect)
  • Android Oreo bringt Treble ... (Bild: Iliyan Malchev, Google, Linaro Connect)<br>
Android Oreo bringt Treble ... (Bild: Iliyan Malchev, Google, Linaro Connect)<br>
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Vorgestellt hat Malchev diesen Plan auf der Messe Connect des Industriekonsortiums Linaro, in dem hauptsächlich Embedded-Hersteller organisiert sind. Bisher werden die Kernel mit Langzeitpflege (LTS) in Kooperation mit Linaro zwei Jahre lang von der Linux-Community gepflegt. Vor rund einem Jahr diskutierte die Community allerdings, dass dieser Zeitraum für die Android-Pflege viel zu kurz sei. Die Lösung für dieses Problem soll nun offenbar ein deutlich verlängerter Support bringen.

Mindestens vier Jahre Android-Updates möglich

Begonnen werden soll die Pflege mit Linux Version 4.4, der im Januar 2016 erschien und dem neuen Plan zufolge bis Februar 2022 gepflegt werden soll. "Das wird lustig", kommentiert der bisher zuständige Maintainer Greg Kroah-Hartman auf Twitter.

Umgesetzt werden könnten dank dieser Pflege nun etwas mehr als vier Jahre Android-Updates für aktuelle Geräte, die mit Android Oreo und der Kernel-Version 4.4 erscheinen. Das gilt für Sonys Xperia XZ1 und vermutlich auch für die beiden neuen Pixel 2 von Google, die wohl denselben SoC wie die Sony-Geräte nutzen. Huawei, Samsung und Mediatek werden ebenfalls als Partner in der Präsentation genannt.

Zukünftig einheitlicher Android-Kernel

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Mit der kommenden Android-Generation, die wahrscheinlich auf Linux 4.9 aufbauen wird, soll zudem ein einheitlicher Android-Kernel für alle Geräte genutzt werden. Zusätzlich dazu sollen die Kernel für SoC-Familien ebenfalls jeweils vereinheitlicht werden: zum Beispiel je ein Kernel für alle Qualcomm Snapdragon, Samsung Exynos oder auch Mediatek-Chips.

Offensichtliches Ziel dieser Arbeiten ist es, den Pflegeaufwand für die einzelnen Hersteller deutlich zu verringern, was wiederum ein bessere Umsetzung von Updates bedeuten könnte. Das klingt zwar leicht nachvollziehbar, ist bisher unter Android jedoch weit entfernt von der Realität. So stellte der Sony-Angestellte Tim Bird vor zwei Jahren eine Studie vor, wonach die Änderungen eines Geräte-Kernels teilweise zwei Millionen Zeilen Code im Vergleich zum Upstream-Kernel der gleichen Version umfassen.

Upstream-Arbeit fehlt noch

Wirklich neu ist die Idee mit der sehr großen Langzeitpflege nicht. So pflegt etwa der Debian-Entwickler Ben Hutchings die Kernel, die von dieser Linux-Distribution genutzt werden, ebenfalls für ungefähr sechs Jahre. Die Kooperation der Android-Hersteller mit diesen Kernel-Versionen ist allerdings so gut wie nicht existent, die Zusammenarbeit in Linaro und mit Google könnte das künftig aber auch verbessern.

Dennoch wird auch dieser vielversprechende Plan wohl das Problem nicht lösen, dass die SoC- und Gerätehersteller ihre Patches und Treiber nicht zuerst Upstream einpflegen, sondern in einem eigenen Fork auf Grundlage einer Version erstellen, deren Weiterentwicklung quasi eingefroren ist. Darüber hinaus sind diese Treiber teilweise sogar proprietär.

Das ist auch der Grund dafür, warum neue Topmodelle wie sie in diesem Herbst erscheinen, eine 18 Monate alte Kernel-Version nutzen, aber trotzdem nicht mit der aktuellen Linux-Version 4.13 betrieben werden können. Die geplante Umsetzung der einheitlichen Kernel könnte langfristig aber auch die Upstream-Arbeit aller Beteiligten vereinfachen. Auch daran will Google laut Malchev arbeiten.

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Theoretiker 05. Okt 2017

Das grundlegende Problem ist wohl, dass ARM nur ein Baukasten ist und es keine Treiber im...

backdoor.trojan 05. Okt 2017

Der kommt als Sicherheits update gleich mit

robinx999 04. Okt 2017

Also zumindest mein 2 jetzt etwas über 2 Jahre altes Samsung J5 hat durchaus noch eine...

schumischumi 04. Okt 2017

Wenn ich als Hersteller hören würde, dass ich in Zukunft weniger Ressourcen brauche um...



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