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Google und Broadcom: Anthropic sichert sich 5 Gigawatt an Rechenleistung

Der KI-Entwickler Anthropic setzt beim Ausbau der Rechenkapazität auf TPUs von Google und Broadcom . Die Investitionen kosten Hunderte Milliarden Dollar.
/ Friedhelm Greis
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Anthropic setzt bei der KI-Rechenleistung auf Googles TPUs. (Bild: Science Photo Library/Reuters)
Anthropic setzt bei der KI-Rechenleistung auf Googles TPUs. Bild: Science Photo Library/Reuters

Das US-amerikanische KI-Start-up Anthropic hat die Bereitstellung von "mehreren Gigawatt" an Rechenleistung vereinbart. Dazu sei eine Kooperation mit dem US-Suchmaschinenkonzern Google und dem Chiphersteller Broadcom vereinbart wurde, teilte Anthropic am 6. April 2026 mit(öffnet im neuen Fenster) . Die Rechenleistung der nächsten Generation von Googles TPUs (Tensor Processing Units) werde von 2027 an bereitgestellt.

Einer parallelen Börsenmitteilung(öffnet im neuen Fenster) zufolge trafen Google und Broadcom eine "langfristige Vereinbarung" , wonach Broadcom die TPUs entwickeln und liefern soll. Darüber hinaus soll Broadcom "bis einschließlich 2031 Netzwerk- und andere Komponenten für die KI-Racks der nächsten Generation von Google liefern" .

Umsatz von 30 Milliarden US-Dollar erwartet

Anthropic erhält über Broadcom demnach Zugang zu einer Rechenleistung von 3,5 Gigawatt. Diese sei jedoch nur ein "Teil der von Anthropic zugesagten TPU-basierten KI-Rechenkapazität der nächsten Generation im Umfang von mehreren Gigawatt" . Einem Bericht der Financial Times(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) zufolge beläuft sich die gesamte Vereinbarung über 5 Gigawatt. Allerdings gibt es laut Broadcom einen Vorbehalt: "Die Inanspruchnahme dieser erweiterten KI-Rechenkapazität durch Anthropic hängt vom anhaltenden kommerziellen Erfolg von Anthropic ab."

Der KI-Entwickler selbst verwies in seiner Mitteilung darauf, dass der hochgerechnete Umsatz in diesem Jahr bei 30 Milliarden US-Dollar liege. Ende 2025 sei man nur von 9 Milliarden US-Dollar ausgegangen. Inzwischen habe Anthropic mehr als 1.000 Geschäftskunden, die jährlich mehr als eine Million US-Dollar für die KI-Produkte zahlten.

Investitionen von Hunderten Milliarden Dollar erforderlich

Die Vereinbarung mit Google ist laut Anthropic-CFO Krishna Rao für sein Unternehmen die "bislang bedeutendste Vereinbarung für Rechenleistung" . Der Großteil der neuen Rechenkapazitäten werde in den USA angesiedelt. Die Partnerschaft stelle eine wesentliche Erweiterung der im November 2025 gemachten Zusage dar , 50 Milliarden US-Dollar in die Stärkung der amerikanischen Recheninfrastruktur zu investieren.

Der Financial Times zufolge belaufen sich die Investitionen für die Rechenleistung auf mehrere 100 Milliarden US-Dollar, da jedes Gigawatt zwischen 35 und 50 Milliarden US-Dollar koste.

Anthropic trainiert und betreibt sein KI-Modell Claude nach eigenen Angaben auf mehreren Hardwaresystemen: AWS Trainium, Google TPUs und Nvidia-GPUs. Amazon bleibe jedoch der primäre Cloudanbieter und das KI-Training. Anthropic arbeite "weiterhin eng mit AWS am Projekt Rainier zusammen" .


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