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Latenz vs. Kontext

Einer der ersten Punkte ist die Latenz. Auch wenn man gefühlt den Gesprächen ziemlich unmittelbar folgen kann, gibt es eine Verzögerung von ungefähr sechs Sekunden. Das hat zwar kaum Auswirkungen auf das Verständnis, bedeutet aber auch, dass das Zeitfenster für das Erkennen von inhaltlichen Zusammenhängen für die Software sehr eingeschränkt ist.

Das kann je nach Sprache mehr oder minder gravierende Auswirkungen auf die Qualität der Übersetzung haben. So funktionierte Englisch erwartungsgemäß recht gut. Fachbegriffe werden meist sinnvoll übertragen und ihre Aussprache ist stimmig. Finnisch hingegen funktionierte eher schlecht.

Woran das System scheiterte, waren Randszenarien, in denen etwa ein Video zu Retrospielen(öffnet im neuen Fenster) übersetzt werden sollte und statt C64 ein Nintendo 64 im Text auftauchte. Aus dem Spiel Giana Sisters wurde Genesis System. Das zeigt, dass ein Grundverständnis für den Kontext existiert, dieser aber nicht immer korrekt erkannt wird.

Selbst Gesang wird übersetzt

Erstaunlicherweise klappte die Simultanübersetzung sogar bei einem auf Arabisch gesungenen Gebet(öffnet im neuen Fenster) recht gut. Hier wurde passenderweise auch eine Kinderstimme eingesetzt. Die Qualität der virtuellen Sprecherinnen und Sprecher ist durchweg gut.

Die Stimmen wechseln jedoch mitunter sehr unvermittelt. Ein Gespräch zwischen mehreren Menschen unterschiedlichen Geschlechts ist so schwer zu verfolgen, weil die Wahl der Stimme nicht konsistent mit den sprechenden Personen übereinstimmt. Sobald in so einem Fall der visuelle Part fehlt, kann man nur noch schwer auseinanderhalten, wer gerade was gesagt hat. Hilfreich ist hingegen, dass gleichzeitig immer eine Transkription mitläuft.

Eine weitere Besonderheit, die uns auffiel, ist der Hang zu Wortwiederholungen. Ohne erkennbaren Anlass werden einzelne Wörter mehrfach hintereinander gesagt.

Es mag zwar praktisch sein, dass man nicht mehr dauerhaft auf den Bildschirm starren muss, sondern nebenbei andere Dinge erledigen kann und trotzdem noch alles Gesagte mitbekommt. Aber das gilt nur, solange man auf der App bleibt. Sobald man etwas anderes auf dem Telefon machen will oder es gesperrt wird, stoppt die Übersetzung.

Fazit

Auch wenn die Live-Audio-Übersetzung von Google noch an einigen Stellen hakt, ist der praktische Nutzen bereits jetzt enorm. Wer schon immer einmal wissen wollte, was die Durchsagen auf dem Bahnhof im Ausland bedeuten, oder einem Gespräch in einer fremden Sprache folgen will, kann nun den Babelfisch in der Betaversion nutzen.

Derzeit ist die Funktion allerdings noch nicht in Deutschland verfügbar. Sobald sie in der App integriert wird, erscheint ein Hinweis darauf beim Start von Google Translate.


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