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Google TV mit Profilen im Hands-on: Kinderprofile für Chromecast sind so gut wie nutzlos

Google bietet nach langer Wartezeit eine Profilfunktion für Google TV – die neuen Kinderprofile haben kaum einen Mehrwert.
/ Ingo Pakalski
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Chromecast mit Google TV erhält Profilfunktion. (Bild: Ingo Pakalski/Golem.de)
Chromecast mit Google TV erhält Profilfunktion. Bild: Ingo Pakalski/Golem.de

Google hat die Profilfunktion für Google TV endlich aktiviert und erlaubt es, dass etwa der Chromecast mit Google TV von unterschiedlichen Personen benutzt werden kann und dabei die jeweiligen Sehgewohnheiten berücksichtigt werden sollen. Zudem erhält Google-TV spezielle Kinderprofile, die aufgrund des Google-TV-Ansatzes aber nur einen sehr geringen Mehrwert liefern.

Es hat sehr lange gedauert, bis die von Google angekündigte Profilfunktion für Google TV tatsächlich von Kunden genutzt werden kann. Sie wurde bereits im Oktober 2021 angekündigt, im Mai 2022 hieß es, dass sie in den "kommenden Wochen" nutzbar sein wird.

Vier Wochen später ist es nun so weit, Google hat auf Serverseite eine Änderung vorgenommen, die die Profilfunktion nutzbar macht. Golem.de hat sie auf einem Chromecast mit Google TV ausprobieren können. Für die Nutzung ist kein Update für den Streaming-Stick erforderlich.

Jedes Google-TV-Profil erhält eigene Empfehlungen

Mit der Profilfunktion erhält jedes Profil eine eigene Merkliste und einen eigenen Weiterschauen-Bereich. Google verspricht, dass die Empfehlungen auf das jeweilige Profil zugeschnitten werden. Dabei will Google die bisherigen Aktivitäten im Profil analysieren, um anhand dieser Daten passende Filme und Serien zu empfehlen.

Für jeweils ein Google-TV-Profil wird ein eigenes Google-Konto benötigt. Unter anderem soll der Google Assistant abhängig vom jeweiligen Profil unterschiedliche Ergebnisse liefern. Wenn also mehrere Erwachsene Google TV mit ihren Google-Konten verwenden, können sie Google-TV an die jeweils eigenen Bedürfnisse anpassen.

Für Empfehlungen müssen zunächst über Google TV entsprechend viele Filme und Serien geschaut werden. Denn nur dann kann Google genügend Daten sammeln, um Empfehlungen auf einer vernünftigen Basis liefern zu können. Das Grundproblem von Google TV bleibt aber bestehen: Sobald Filme und Serien auf anderen Geräten als einem Smartphone oder Tablet geschaut werden, können diese Daten nicht für Empfehlungen herangezogen werden.

Bei der Nutzung der Profilfunktion reagierte der Chromecast mit Google TV deutlich verlangsamt. Beim Wechsel aus einer App heraus zum Startbildschirm dauerte es mehrere Sekunden, ehe dieser benutzbar war. Google sollte hier unbedingt optimieren, um solche Wartezeiten zu vermeiden.

Mit Google TV gibt es auch Kinderprofile, die aber nur eingeschränkten Nutzen liefern.

Kinderprofile mit Google TV stark beschränkt

Innerhalb von Google TV lassen sich auch Kinderprofile anlegen. Diese werden dann mit dem entsprechenden Google-Konto verknüpft. Für die Kinderprofile ist also kein eigenständiges Google-Konto erforderlich. Für die Einrichtung eines Kinderprofils muss das Alter des Kindes angegeben werden. Standardmäßig ist es möglich, ohne weitere Abfragen direkt zwischen Kinderprofil und regulärem Profil wechseln zu können.

Wer den Profilschutz aktiviert, muss anfangs immer erst das Google-Kennwort eingeben, um wieder zum normalen Google-Konto wechseln zu können. Erst, wenn dann die Einstellungen für das Kinderprofil ein weiteres Mal aufgerufen werden, gibt es die nicht abschaltbare Option, eine vierstellige PIN zu vergeben.

Das erleichtert künftig den Profilwechsel, weil wir nun nicht mehr das gesamte Google-Kennwort eingeben müssen, wenn wir vom Kinderprofil zum normalen Profil wechseln. Allerdings bleibt es rätselhaft, dass es uns Google anfangs so schwer macht und wir nicht direkt bei der Aktivierung des Profilschutzes die Möglichkeit erhalten, das Hauptkonto bei der Google-TV-Nutzung nur mit einer PIN zu schützen.

Kinderprofile mit eingeschränktem Nutzwert

Anders als etwa bei den Kinderprofilen innerhalb von Streamingdiensten ist die gleiche Funktion bei Google TV quasi wertlos. Wir haben die Apps für Prime Video, Disney+ sowie die Mediatheken-App von ARD, ZDF und Arte im Kinderprofil aktiviert, bekommen aber keinerlei Empfehlungen auf dem Startbildschirm. Am Ende zählen wieder die Kinderprofileinstellungen innerhalb der jeweiligen Apps.

Die normale Youtube-App kann in einem Kinderprofil generell nicht genutzt werden. Lediglich Youtube Kids können wir auswählen. Immer wieder passiert es aber, dass kindgerechte Inhalte etwa für den Schulunterricht mit Youtube Kids nicht abgerufen werden können. Der Grund liegt daran, dass Google bei der Freigabe kindgerechter Inhalte Fehler macht und diese Inhalte nicht freigibt, obwohl sie teilweise speziell für Kinder produziert wurden.

Das lässt sich bei Kinderprofilen anpassen

In einem Kinderprofil können Eltern festlegen, welche Streaming-Apps in dem Profil verwendet werden dürfen. Zudem sollen sich Filme und Serien auf dem Startbildschirm bei Bedarf ausblenden lassen, falls der Google-Algorithmus Inhalte vorschlägt, die nicht altersgerecht sind.

Eltern können eine maximal erlaubte Nutzungszeit festlegen und können überwachen, welche Apps verwendet werden. Zudem können Änderungen an den Einstellungen des Kinderprofils nur gemacht werden, wenn PIN respektive Kennwort bekannt sind. Dadurch sollten Kinder keine Änderungen an den Einstellungen vornehmen können.

Wie auch bei den normalen Profilen dauert es bei den Kinderprofilen auf dem Chromecast mit Google TV mehrere Sekunden, bis der Startbildschirm aufgebaut gewesen ist, wenn wir aus einer App heraus die Home-Taste auf der Fernbedienung gedrückt haben. Hier muss Google schleunigst nachbessern.


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