Abo
  • Services:

Google-Suchergebnisse: Medien beklagen sich über Recht auf Vergessen

Google bereinigt die Suchergebnisse auf Antrag. Auch indirekt damit zusammenhängende Inhalte werden so unterdrückt. Mehr als 267.000 Links sollen europaweit gelöscht werden.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Beuth/Zeit Online
Ergebnis einer Google-Bildersuche
Ergebnis einer Google-Bildersuche (Bild: Mike Blake/Reuters)

Erste Medien bekommen die Auswirkungen des sogenannten Rechts auf Vergessenwerden zu spüren. Mehrere internationale Portale zitieren aus von Google verschickten Mitteilungen, laut denen der Suchmaschinenkonzern mehrere Artikel aus Suchergebnislisten entfernt hat.

Stellenmarkt
  1. infoteam Software AG, Bubenreuth,Dortmund
  2. Robert Bosch GmbH, Leonberg

Hintergrund ist, dass seit einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes vom Mai EU-Bürger Verweise auf Inhalte aus den Google-Ergebnislisten entfernen lassen können, wenn sie Persönlichkeitsrechte oder Datenschutz verletzen. Ein Antrag über ein Web-Formular mit einer einfachen Begründung reicht dafür. Am ersten Tag nach Inkrafttreten der Regelung hatte Google mehr als 12.000 Anträge erhalten.

Unter den ersten Betroffenen sind Medienhäuser in Großbritannien - der Guardian, die Daily Mail und die BBC. Sie könnten gegen die Löschung nicht vorgehen, sie erhielten auch keine Begründung, hieß es in mehreren Blogposts. Redakteure rätseln über die Hintergründe. Beim Guardian sind drei Artikel betroffen. Sie handeln von einem Schiedsrichter der schottischen Premier League.

Das Widersprüchliche sei, dass die von Google nun unterdrückten Inhalte ja noch immer vorhanden seien, schreibt Reporter James Ball. Über Links in Artikeln fände man sie nach wie vor. Und keiner habe die Artikel beanstandet, weil sie Unwahres enthielten oder fehlerhaft seien.

Ein weiterer der unterdrückten Artikel handelt vom Rauswurf eines Investmentbankers bei Merril Lynch, den die Bank wegen rücksichtsloser Investments feuerte. BBC-Wirtschaftsressortchef Robert Peston verdächtigte den Banker zunächst, die Löschung des Artikels aus den Ergebnislisten beantragt zu haben. Er sei die einzige namentlich erwähnte Person.

Damit erschwere das Recht auf Vergessenwerden die öffentliche Meinungsbildung und das Treffen informierter Entscheidungen, beklagt Peston. Jetzt bestätige sich die Befürchtung, das Löschen lasse sich missbrauchen, um das Recht auf Meinungsäußerung zu beschneiden und wahrheitsgetreuen Journalismus zu unterdrücken.

Der Artikel ist jedoch auffindbar, wenn man nur Stan O'Neal, den Namen des Bankers, in die Google-Suche eingibt. In einer späteren Ergänzung schreibt Peston, möglicherweise habe einer der Kommentatoren im Kommentarbereich des Artikels die Löschung bei Google beantragt.

Wie Bücher verbrennen

Auch mehrere Artikel der Daily Mail über den Banker unterdrückt Google, wie der Konzern der Zeitung mitteilte. Redakteur Martin Clarke bezeichnete das Recht auf Vergessenwerden als "Unsinn" und verurteilte das Vorgehen Googles. "Das ist, als wenn man in Bibliotheken gehen würde, um Bücher zu verbrennen", schrieb er.

MailOnline erwägt nun, Listen mit Artikeln zu veröffentlichen, die in den europäischen Suchergebnissen von Google nicht mehr auftauchen. Auch Clarke beklagt, an den unterdrückten Artikeln habe keiner Fehler beanstandet.

Nachtrag vom 3. Juli 2014, 18:15 Uhr

Google erhielt europaweit mehr als 70.000 Anträge auf die Entfernung von Links aus seinen Suchergebnissen. Insgesamt wollen Bürger mehr als 267.000 Links streichen lassen, wie Google am Donnerstag auf Anfrage von Golem.de bestätigte. Aus Deutschland kämen mehr als 12.000 Anträge.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. + Prämie (u. a. Far Cry 5, Elex, Assassins Creed Origins) für 62€
  2. 5€
  3. 99,99€
  4. 8,59€

Gabelvampir 30. Jul 2014

Tja der Typ der das Ganze losgetreten hat hatte ja erst die Zeitung verklagt das die den...

mgh 07. Jul 2014

Ich beantrage alle Links von VG Media löschen zu lassen ;-) Ist das eigentlich anonym...

Yes!Yes!Yes! 04. Jul 2014

https://www.google.com/?gws_rd=ssl

Yes!Yes!Yes! 04. Jul 2014

Suchmaschine? Aber Google ist doch das Internet, oder?

Yes!Yes!Yes! 04. Jul 2014

Diese Einschränkung ist doch Blödsinn. Effektiv wird Google einfach alles sperren, was...


Folgen Sie uns
       


Kabellose Bluetooth-Ohrstöpsel - Test

Wir haben vier komplett kabellose Bluetooth-Ohrstöpsel getestet. Mit dabei sind Apples Airpods, Boses Soundsport Free, Ankers Zolo Liberty Plus sowie Googles Pixel Buds. Dabei bewerteten wir die Klangqualität, den Tragekomfort und die Akkulaufzeit sowie den allgemeinen Umgang mit den Stöpseln.

Kabellose Bluetooth-Ohrstöpsel - Test Video aufrufen
Physik: Maserlicht aus Diamant
Physik
Maserlicht aus Diamant

Ein Stickstoff-Fehlstellen-basierter Maser liefert kontinuierliche und kohärente Mikrowellenstrahlung bei Raumtemperatur. Eine mögliche Anwendung ist die Kommunikation mit Satelliten.
Von Dirk Eidemüller

  1. Xiaoice und Zo Microsoft erforscht menschlicher wirkende Sprachchat-KIs
  2. Hyperschallgeschwindigkeit Projektil schießt sich durch den Boden
  3. Materialforschung Stanen - ein neues Wundermaterial?

Underworld Ascendant angespielt: Unterirdische Freiheit mit kaputter Klinge
Underworld Ascendant angespielt
Unterirdische Freiheit mit kaputter Klinge

Wir sollen unser Können aus dem bahnbrechenden Ultima Underworld verlernen: Beim Anspielen des Nachfolgers Underworld Ascendant hat Golem.de absichtlich ein kaputtes Schwert bekommen - und trotzdem Spaß.
Von Peter Steinlechner

  1. Otherside Entertainment Underworld Ascendant soll mehr Licht ins Dunkle bringen

Datenschutz: Der Nutzer ist willig, doch die AGB sind schwach
Datenschutz
Der Nutzer ist willig, doch die AGB sind schwach

Verbraucher verstehen die Texte oft nicht wirklich, in denen Unternehmen erklären, wie ihre Daten verarbeitet werden. Datenschutzexperten und -forscher suchen daher nach praktikablen Lösungen.
Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Soziales Netzwerk Facebook will in Deutschland Vertrauen wiedergewinnen
  2. Denial of Service Facebook löscht Cybercrime-Gruppen mit 300.000 Mitgliedern
  3. Vor Anhörungen Zuckerberg nimmt alle Schuld auf sich

    •  /