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Google: Production-Kernel soll näher an Mainline

Google will mit dem Projekt Icebreaker den auf den produktiven Servern verwendeten Kernel näher an Mainline heranbringen
/ Boris Mayer
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Google will weg von alten Pinguinen - mit Projekt Icebreaker (Bild: amanderson2 auf Flickr)
Google will weg von alten Pinguinen - mit Projekt Icebreaker Bild: amanderson2 auf Flickr / CC-BY 2.0

Der bei Google auf den Production-Servern verwendete Kernel ist oft weit von Mainline entfernt. Nur alle zwei Jahre wird auf eine neue Version gewechselt. Das erschwert vieles, unter anderem auch den Rückfluss von bei Google entwickelten Patches in die Linux-Mainline. Projekt Icebreaker soll das ändern, damit bei Google in Zukunft nicht nur ein aktueller Kernel im produktiven Einsatz ist, sondern auch für diesen entwickelt wird.

Auf dem Open Source Summit North America(öffnet im neuen Fenster) sprachen die beiden Google-Entwickler Andrew Delgadillo and Dylan Hatch über Googles Production-Kernel, der erst kürzlich den Namen Prodkernel erhielt. Dabei ging es vor allem um den Zustand von dessen zurzeit verwendeten Version und was das Projekt Icebreaker daran ändern möchte.

Nur alle zwei Jahre ein neuer Kernel

Prodkernel hat das Problem, nur alle zwei Jahre auf eine neue Version gehoben zu werden. Für die Entwickler bei Google ist das hauptsächlich aus zwei Gründen wenig wünschenswert: Zum einen müssen die Eigenentwicklungen bei einem so großen Versionssprung auf die neue Version migriert werden, zum anderen bedeutet dies aber auch, dass eigene Patches und Features, die direkt in der Produktion verwendet werden sollen, auf bis zu zwei Jahren alten Kernels entwickelt werden und dadurch ein Rückfluss dieser in Mainline sehr schwierig und oft von zweifelhaftem Nutzen ist.

Um das zu ändern, ist bei Google das Projekt Icebreaker gestartet, das zum Ziel hat, Prodkernel möglichst nah an Mainline zu bringen. Das Ziel sei es, wie Dylan Hatch sagte, "mit Upstream-Linux mitzuhalten" .

Versionswechsel sind nicht trivial

Probleme mit neuen Kernelversionen stammen daher, dass eine Menge an Feature-Branches in die neue Kernel-Versionen gemerged werden müssen. Um das im Griff zu behalten, ist es wichtig, dass Features unabhängig von anderen sind, aber das sei nicht immer möglich, so Hatch. Welche Branches ineinander gemerged werden können, sei eine Frage, die immer wieder gestellt werden müsse. "Wie verrückt können wir diese Merges werden lassen?" stellte er als Frage in den Raum.


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